Silber bricht ein: Minus 53% vom Hoch

Der Silberpreis fiel um 53% von seinem Höchststand. China-Manipulation, starker Dollar und gebrochene Versprechen belasten den Markt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Silber verliert 53% und erschüttert das Vertrauen der Investoren

Wie ist es möglich, dass Silber, einst als unverzichtbarer Wertspeicher gehandelt, in nur fünf Monaten mehr als die Hälfte seines Preises eingebüßt hat? Der Kurs fiel von 120,50 US-Dollar pro Unze auf 69,20 Dollar und sank weiter auf etwa 54-57 Dollar. Käufer am Höchststand blicken ungläubig auf die Charts; jene, die bei 20 Dollar eingestiegen sind, lächeln breit.

Warum ist der Silberpreis abgestürzt?

Die Gründe sind vielfältig. Zum einen hat die Stärke des US-Dollars, gestützt durch eine Fed mit hohen Zinsen, alle Metalle belastet. Auch Gold fiel, wenn auch weniger stark. Zum anderen wird über Marktmanipulation diskutiert: Ein chinesischer Händler soll den Preis durch massive Käufe künstlich aufgeblasen haben, was wochenlang tägliche Sprünge von 10-15% auslöste und eine Blase schuf, die schließlich platzte. Befürworter dieser These sehen den Einbruch als Rückkehr zu rationalen Bewertungen nach einem großen "Pump and Dump".

Das makroökonomische Umfeld hilft nicht

Die Prognosen der Großbanken versagten einmal mehr kläglich. Bank of America hatte Silber zum Jahresende bei 300 Dollar erwartet; andere sahen Brent-Rohöl ebenfalls bei 300 Dollar. Die Realität: Silber steht bei 55 Dollar, Brent bei 70 Dollar. Trumps Politik, die einen schwachen Dollar zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit anstrebte, kollidiert mit der tatsächlichen Stärke des Greenbacks. Die Federal Reserve folgt ihrem Plan, während die Märkte reflexartig auf jede Aussage reagieren.

Physischer Besitz vs. Papierhandel: Ist das relevant?

Ein häufiges Argument unter Silber-Investoren lautet: Solange man nicht verkauft, hat man nichts verloren. "Ich habe immer noch dieselbe Anzahl Unzen", sagen sie. Andere weisen auf das Missverhältnis zwischen Papier- und physischem Markt hin: Schätzungen zufolge gibt es mehr als 300 Papier-Unzen Gold pro realer Unze, und Ähnliches könnte für Silber gelten. Würden alle ihre ETFs plötzlich in echtes Metall tauschen wollen, würde der Preis explodieren. Doch bis dahin dominiert die Volatilität.

Jetzt kaufen oder auf weitere Verluste warten?

Die Meinungen sind geteilt. Wer zu niedrigen Preisen (18-20 Euro) gekauft hat, sieht den Absturz als Chance zum Nachkaufen. Jene, die glauben, die Manipulation sei noch nicht vorbei, erwarten einen Boden bei 40 Dollar. Aber ein bemerkenswerter Fakt: Trotz des Einbruchs liegt die Rendite im letzten Jahr bei +94% und über fünf Jahre seit den Tiefständen bei +148%. Kein Grund zum Jubeln, aber auch kein Grund zur Panik.

Unsichere Zukunft

Solange die Fed ihren Kurs nicht ändert und der Dollar stark bleibt, hat Silber es schwer. Kupfer hingegen profitiert derzeit vom Boom der Künstlichen Intelligenz und der Elektrifizierung. Doch Silber ist eine endliche Ressource mit wachsenden industriellen Anwendungen (Solarpaneele, Elektronik). Langfristig glauben Fundamentalisten an seine Stunde. Bis dahin starren Daytrader und jene, die bei 100 Dollar kauften, auf die Bildschirme und wiederholen: "Das muss sich erholen." Oder vielleicht doch nicht. Ironien des Marktes.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (183 Antworten).

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