1.000 Gratis-Sigmas und eine App, die aus Google Play flog
Sigma Network NFT Assets trat auf dem Markt mit einem Angebot von 1.000 Münzen für Android-Nutzer auf, die die App installierten und den Code alphanetwork eingaben. Der Anreiz war doppelt: das Willkommenspaket und eine Mining-Rate von +8 Sigmas pro Stunde, deutlich höher als bei ähnlichen Apps. Das Projekt wurde von Seth Shapiro unterstützt, der mit Alpha Network verbunden ist, sowie öffentlich von einem Promoter befürwortet, der angab, nur zwei Namen zu unterstützen. Kurz darauf verschwand Sigma Network aus Google Play, und die tägliche Community verlor den Zugang zur Anwendung.
Was ist mobiles Krypto-Mining?
Das Modell ist bei all diesen Apps identisch: Man installiert die Anwendung, tippt regelmäßig auf einen Button und sammelt Münzen, die noch nicht an Börsen gehandelt werden. Es gibt keine Hardware oder echten Energieverbrauch dahinter. Wer es testete, fasste es ohne Umschweife zusammen: Es wird nicht wirklich gemint; man erhält lediglich Einheiten für die Teilnahme am Netzwerk. Diese Nuance unterscheidet diese Plattformen vom klassischen Mining. Das Versprechen lautet, dass diese Einheiten Wert haben werden, sobald die Münze an einer Börse gelistet wird. Bis dahin basieren sie auf Werbung, Fruta und dem Gefühl, früher dabei zu sein als andere.
Der Code alphanetwork und das Verwirrspiel um Referrals
Die Referral-Mechanik sorgte vom ersten Tag an für Verwirrung. Den Code alphanetwork musste man zu Beginn der Registrierung im Feld für den Freundesnamen eingeben; wer ihn vergaß, verlor die 1.000 Sigmas und musste sein Konto komplett neu erstellen. Der Promoter bestand darauf, während dieser Phase keine persönlichen Referrals zu nutzen, um den Traffic zum offiziellen Code nicht abzulenken. Das Kleingedruckte deutete auf ein Geschäftsmodell hin: Provisionen für die Aktivität der Geworbenen, wenn die Gesamtmenge der Münzen erschöpft ist. Eine Version, die später relativiert wurde – man sprach von Node-Provisionen und veralteter Dokumentation –, aber klar machte, wohin das Modell zielt.
Wenn das Mining explodiert, wächst der Verdacht
Mit der Zeit wurde die Akkumulationsgeschwindigkeit absurd. Wo es früher unmöglich schien, auch nur ein Sigma zu sammeln, fielen plötzlich 16 und 32 Sigmas in nur 30 Sekunden herein, was alle Alarmglocken läuten ließ und Misstrauen schürte. Die Zahlen der Schwesterplattformen dienten als unbequemer Spiegel: Pi Network, die Branchenreferenz, war auf 0,05 pro Stunde gefallen. Parallel dazu vermehrte sich das Ökosystem: Alpha, Sigma, Omega und Bee Network, unter anderem, mit geklonten Interfaces und identischen Ritualen. Omega Network, so hieß es, erschien mit seinem White Paper am 15. Januar und wurde als zweite Version von Pi verkauft.
Google Play löscht Sigma; Alpha bleibt beim Verkauf sitzen
Der Schlag kam, als Sigma Network aus Google Play entfernt wurde. Die Diagnose derer, die den Faden verfolgten, wies in dieselbe Richtung: schlechte Aussichten und ein weiteres Projekt auf dem Weg ins Aus. Der Fall von Alpha Network, aus dessen Exchange Sigma hervorging, half da auch nicht weiter. Ein kritischer Nutzer rechnete schonungslos vor: sechs Monate Versuch, 10 Millionen Münzen zu 0,008 Dollar zu verkaufen, also etwa 80.000 Dollar, und selbst mit einem 50%-Rabatt über Tage hinweg wurde der Vorverkauf nicht abgeschlossen. Dazu kam, seiner Erzählung nach, eine fehlerhafte Kommunikation und das wiederholte Blockieren von unangenehmen Fragen im Telegram-Kanal. Seine Schlussfolgerung war eindeutig: Kryptowährungen, bei denen man Werbung schauen muss, sind ein Risiko geworden, und man sollte ihnen fernbleiben. Derselbe Nutzer bezifferte den Sektor auf über 5.000 Wettbewerber.
Die Erzählung vom neuen Währungssystem
Die Befürworter dieser Projekte sehen sie nicht als einmaligen Coup, sondern als Teil eines größeren Wandels. Es wird argumentiert, dass Pi Network den nächsten Bullenmarkt zusammen mit Bitcoin anführen wird, dass seine Imitationen mitziehen und dass diese Münzen dazu dienen, Inflation in die Jugend der Dritten Welt zu exportieren. Manche gehen weiter und behaupten, ohne Beweise, dass das System der Staatsverschuldung gezählt sei und die großen Gewinner der nächsten Krise diejenigen seien, die rechtzeitig in diese Netzwerke eingestiegen sind. Dem gegenüber steht die skeptische Lesart: Nutzer werden zeitweise gebunden, um potenziellen Investoren zu zeigen, wie viele Münzen bereits validiert und in den Händen der Leute sind, um Finanzierungen in zweiten oder dritten Runden zu sichern. Ob das Projekt Erfolg hat, ist, wie man sagt, eine andere Geschichte.
Einige Münzen leben noch, andere existieren nicht mehr im App-Store. Das Muster wiederholt sich: hohe Versprechen, geklonte Apps, Druck durch Referrals und Schweigen, wenn es ans Bezahlen geht. Bei Tausenden von Wettbewerbern und Vorverkäufen, die selbst mit Rabatten nicht zustande kommen – wie viele der Apps, die heute tägliches Tippen verlangen, werden in einem Jahr noch da sein?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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