Sieben EU-Länder entwerfen ein gemeinsames Sparprodukt
Was soll mit den 350 Milliarden Euro geschehen, die europäische Sparer in an den S&P 500 gekoppelte Fonds geparkt haben? Die Antwort, die Brüssel laut Branchendaten vorbereitet, ist einfach: ihnen ein gemeinschaftliches Sparprodukt anbieten, das dieses Geld nach Hause bringt. Spanien gehört neben Frankreich zu den sieben Ländern, die die Initiative vorantreiben, und der Zeitplan drängt: Das Ministerium hat offenbar beschlossen, die Arbeiten „angesichts der dringenden Notwendigkeit, schnelle Entscheidungen zur europäischen Finanzierung zu treffen“ zu beschleunigen. Übersetzt: Etwas muss finanziert werden, und dieses Etwas heißt Schulden.
Das Flaggschiff-Fahrzeug wäre eine europäische Anleihe, mit der versucht wird, private Ersparnisse anzulocken, um die Gemeinschaftsausgaben zu stützen. Die kursierende Zielzahl sind diese 350 Milliarden, die heute auf den US-Markt fliegen. Das Kleingedruckte liegt wie immer darin, wer für die Bonität der Erfindung haftet und was mit dem Geld geschieht, nachdem es eingesammelt wurde.
Was ist das geplante gemeinsame Sparprodukt der EU?
Die Idee besteht aus einem gemeinsam emittierten Sparinstrument, das von den teilnehmenden Staaten garantiert wird und im Hinblick auf die Rendite mit traditionellen Bankprodukten konkurriert. Die offizielle Logik besagt, dass der europäische Sparer nicht amerikanische Aktien kaufen muss, um sein Geld rentabel anzulegen. Die inoffizielle Logik ist, dass die privaten Ersparnisse Europas eine billige Finanzierungsgrundlage für die öffentlichen Ausgaben der Union sind.
Der entscheidende operative Punkt, über den diskutiert wird, ist der Zinssatz. Damit das Produkt funktioniert, müsste es über der Inflation liegen. Und hier taucht das erste Problem auf: Wenn die Inflation heiß läuft, konkurriert die Anleihe mit nichts. Wird darüber gezahlt, schießen die Kosten für die Gemeinschaftskassen in die Höhe. Das Gleichgewicht ist delikat, und niemand hat bisher erklärt, wie es gehalten werden soll.
Digitaler Euro als Einstieg ins Sparprodukt
Der Verdacht, der sich durch die kritischere Analyse zieht, ist, dass das gemeinsame Sparprodukt an den digitalen Euro gekoppelt wird. Die gehandelte Hypothese ist, dass eine höhere Rendite für Einlagen in dieser digitalen Währung angekündigt wird, um den Übergang zu erzwingen. Ein Köder, umgangssprachlich gesagt, damit der Durchschnittssparer eine Änderung akzeptiert, die er sonst ablehnen würde.
Das Argument, das diese Lesart stützt, ist Kontrolle. Ein digitaler Euro würde es ermöglichen, Konten zu sperren, Einkäufe zu konditionieren und betriebliche Einschränkungen anzuwenden, die mit Bargeld unmöglich sind. Das zitierte Präzedenzfall ist die Sperrung von Konten bei Transportunternehmern während der Proteste in Kanada. Wer die digitale Währung kontrolliert, würde den Zugang zum Geld kontrollieren und damit die Kaufkraft eines jeden.
Wer haftet für die Bonität dieser europäischen Anleihen?
Hier ist die Skepsis querbeet vorhanden. Die Beteiligung Spaniens und Frankreichs am Projekt wird als Garantie gelesen, dass die Prüfer Griechen oder Malteser sein werden, Ironie inklusive. Das Argument lautet, dass die Länder mit mehr politischem Gewicht in der Union auch die meisten Schulden ansammeln, sodass die Unterstützung des Produkts auf denselben Schultern lastet, die bereits das fiskalische Loch tragen.
Das Etikett, das dem Instrument in der härtesten Analyse angehängt wird, ist Schrottanleihe. Nicht weil das Kreditrating dies sagt, sondern weil die Finanzierung der Gemeinschaftsausgaben über Jahre hinweg gegen einen Zins, der unter der Inflation liegen kann, bedeutet, Kaufkraft mit offiziellen Papieren zu verlieren. Die vollständige Berechnung, postenweise aufgeschlüsselt, ergibt eine Differenz, die denjenigen überrascht, der sie zum ersten Mal durchführt.
Alternativen zum europäischen Sparprodukt: Wo sucht der Sparer Zuflucht?
Die wiederholte Empfehlung lautet, außerhalb der Reichweite des Euros zu diversifizieren. Aktien von US- oder chinesischen Unternehmen über Nicht-EU-Broker, US-Anleihen in Fonds mit Sitz außerhalb der EU und Vermögenswerte, die nicht von der europäischen Finanzinfrastruktur abhängen. Die Prämisse ist einfach: Nur das sollte bei der Bank bleiben, in Reichweite des digitalen Euros, was man bereit ist zu verlieren.
Das Gegengewicht ist die Besteuerung. Geld aus der EU zu bewegen hat Erklärungskosten, und der automatische Informationsaustausch zwischen Verwaltungen macht die Flucht nicht kostenlos. Die vorgeschlagene Alternative ist nicht, das Geld zu verstecken, sondern es dort anzulegen, wo die Währung kein Instrument politischer Kontrolle ist.
Kontext: Von 2008 bis zum digitalen Euro
Die Hintergrundlesart verortet den Ursprung dieser Offensive gegen das Sparen im Jahr 2008, mit der Finanzkrise, und nicht in der Pandemie. Manche verschieben den Bruchpunkt auf 2001, mit dem Einsturz der Türme, als Moment, in dem die alte Ordnung aufhörte zu funktionieren. Auf jeden Fall ist die gemeinsame Diagnose, dass jede Krise dazu gedient hat, die staatliche Kontrolle über Privatvermögen zu erweitern.
Das gemeinsame Sparprodukt wäre in dieser Lesart ein weiterer Nagel im Sarg der individuellen finanziellen Souveränität. Die zeitliche Übereinstimmung mit dem Kalender des digitalen Euros verstärkt den Verdacht. Und das Gefühl, das bleibt, ist, dass der Durchschnittssparer die realen Bedingungen erst erfahren wird, wenn er schon drin ist.
Am Ende geht es nicht darum, ob das Produkt mehr oder weniger zahlt als eine Mietwohnung. Die Frage ist, wer dein Geld anfassen darf und mit welcher Ausrede. Und diese Antwort liegt vorerst bei Brüssel.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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