Seat warnt: Aus für Ibiza und Arona droht

Seat-CEO Griffiths kündigt das Ende von Ibiza und Arona an, falls die Zölle auf den Cupra Tavascan nicht gesenkt werden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Seat warnt: Aus für Ibiza und Arona droht
Seat setzt alles auf Cupra – nun sind Ibiza und Arona gefährdet

Wayne Griffiths, CEO von Seat, erklärte gegenüber Autocar, dass man «den Seat Ibiza und den Arona einstellen (...) und die Produktion von Verbrennern reduzieren» müsse, wenn sich nichts ändert. Die Paradoxie ist enorm: Die beiden meistverkauften Verbrennermodelle der spanischen Marke – auf Platz drei und sechs in Spanien 2024 – stehen auf dem Spiel, während das Unternehmen einen Zoll von 31,3 % für die Einfuhr des in China hergestellten Cupra Tavascan zahlt. Der Volkswagen-Konzern priorisierte die Elektrifizierung von Skoda und ließ Seat ohne Investitionen zur Elektrifizierung seiner Modellpalette. Das Ergebnis ist eine Marke, die zwischen der europäischen Emissionsgesetzgebung und Kosten gefangen ist, die sie nicht an den Preis weitergeben kann.

Der Tavascan-Zoll: 31,3 %, die die Marge auffressen

Der Cupra Tavascan, das erste Elektroauto des Unternehmens, wird in Anlagen der SAIC-Gruppe in China hergestellt. Bei der Einfuhr nach Europa fällt ein zusätzlicher Zoll von 21,3 % an – wegen chinesischer Staatsbeihilfen – plus der allgemeine Satz von 10 %. Gesamt: 31,3 % Mehrkosten pro Einheit, die die Grenze überquert. Griffiths nennt Tesla als Beispiel, das den niedrigsten Tarif erhielt, aber die EU prüfte die Beihilfen unternehmensweise und betrachtet SAIC als staatliches Unternehmen als eines der am meisten begünstigten. Die Folge ist, dass der Tavascan auf dem europäischen Markt preislich nicht konkurrenzfähig ist.

Warum hat Seat seine Modellpalette nicht rechtzeitig elektrifiziert?

Im Jahr 2022 stellte Griffiths eine Roadmap vor, in der Cupra die Hauptrolle spielte. «Die Zukunft ist Cupra», hieß es damals. Ein Jahr später sprach Thomas Schäfer, CEO von Volkswagen, davon, Seat «eine neue Rolle» zu geben, die offenbar Mikromobilität vorsah und als temporäre Pause des Unternehmens verstanden werden konnte. Ohne Investitionen zur Elektrifizierung seiner Pueblerino blieb Seat von Verbrennermodellen abhängig. Das Schlüsseldatum war Ende 2025: Hersteller mussten 93,6 g/km CO₂ einhalten oder mit Millionenstrafen rechnen. Diese rote Linie wurde auf 2027 verschoben, aber die bis dahin begangenen Überschreitungen müssen ausgeglichen werden.

Die Falle aus Zöllen und Emissionen

Die Gleichung geht nicht auf: Europa schreibt den Verkauf von Elektroautos vor, aber erschwingliche Elektroautos kommen aus China und werden mit einem Zoll von 31,3 % belegt. Seat hat gewisse Flexibilität, da das Unternehmen 2024 310.000 Einheiten auf den Markt brachte, ein Plus von 7,5 %, und Cupra Seat Marktanteile abnimmt mit stärker elektrifizierten Autos, die helfen, die durchschnittlichen Emissionen von Seat S.A. zu senken. Aber das Gewicht des Unternehmens im Volkswagen-Konzern ist nicht entscheidend: Skoda, Audi oder Volkswagen haben millionenschwere Investitionen in Elektroautos, die die Waage halten können. Die drastischste Maßnahme, die Griffiths ankündigt, ist die Reduzierung der Produktion von Verbrennungsfahrzeugen. Es ist dieselbe Drohung, die Carlos Tavares bei Stellantis nutzte: Wenn die EU zum Verkauf teurer Elektroautos zwingt, die niemand kauft, führt die Lösung über Produktionskürzungen.

Was passiert, wenn der Ibiza verschwindet?

Der Seat Ibiza und der Arona waren 2024 das dritt- bzw. sechstmeistverkaufte Auto in Spanien. Es sind einfache Fahrzeuge unter 20.000 Euro mit Verbrennungsmotoren. Das Einstiegssegment wird zunehmend von chinesischen Marken besetzt, mit MG als klarer Referenz. Dacia setzt auf eine Neuausrichtung seines Markenimages. Europäische Hersteller finden es immer schwieriger, günstige Autos zu verkaufen, unter anderem aufgrund der Anforderungen der Europäischen Union selbst. Wenn Seat dieses Segment aufgibt, hinterlässt er eine Lücke, die andere füllen werden.

Unmut über die Produktstrategie

Die Cupra-Strategie stößt bei Teilen des Publikums auf Ablehnung. Argumentiert wird, dass Cupra eine Sportabteilung von Seat war, bevor diese sie absorbierte, und dass man alles auf einen aggressiven Ansatz zu Mercedes-Preisen setzte. Manche behaupten, der Seat-CEO sei installiert worden, um mittelfristig die Schließung des Unternehmens zu erwägen. Eine breitere Strömung weist darauf hin, dass Fabriken, die keine Familienfahrzeuge mit mindestens 800 km Reichweite für 20.000–25.000 Euro und Stadtfahrzeuge mit 300–400 km für 12.000–15.000 Euro anbieten können, schließen müssen. Das Problem ist, dass diese Preise auf dem aktuellen Elektroautomarkt nicht existieren.

Der Kontext: alte Autos, lokale Werkstätten und Stellenbewerbungen

Inzwischen funktioniert der reale Markt anders. Manche nutzen ihr Auto 15, 20 oder sogar 25 Jahre lang, und wenn der Motor ausfällt, gehen sie in eine lokale Werkstatt, um einen gebrauchten einzubauen. Wer sich heute ein neues Auto zu den aktuellen Preisen leisten kann, ist entweder eine launische Minderheit oder jemand, dessen Auto komplett zusammenbricht. Auf Arbeitsebene ist die Aufnahme einer Tätigkeit in einer Automobilfabrik zu einem Hindernislauf geworden: Manche warteten fünf Jahre auf eine Ersatzstelle für einige Monate, und andere beendeten ihre Notariatsausbildung, weil diese zugänglicher war als das Anziehen von Schrauben.

Seats Zukunft: Spanische Marke oder Restmarke?

Die Frage lautet nicht nur, was mit dem Ibiza und dem Arona geschieht. Sie lautet, was von Seat als Marke übrig bleibt. Es gab eine Zeit, in der Seat eine spanische Marke für Spanier war. Heute ist sie ein Teil im Schachbrett des Volkswagen-Konzerns, und ihre Rolle scheint die einer Einstiegsmarke zu sein, während Cupra die Investitionen erhält. Wenn die Zölle nicht sinken und die Emissionsvorschriften nicht gelockert werden, wird die Verbrennerproduktion reduziert. Und damit auch die Beschäftigung. Hat jemand in Wolfsburg einen Plan B für Seat, der nicht in der Schließung besteht?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (177 Antworten).

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