Schweiz, Hitler und die BIZ: Die Bank, die den Krieg überlebte

In der Debatte hieß es, die BIZ in Basel habe für beide Seiten gearbeitet, während die Schweiz aus ihrer Neutralität ein Steueroase machte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Schweiz, Hitler und die Bank, die mit beiden Seiten verhandelte

Die Schweiz hat Adolf Hitler nicht den Krieg erklärt. Auch niemand sonst. Und das war, über sechs Jahre hinweg, ein glänzendes Geschäft. Die Diskussion über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg flammt immer wieder auf und scheitert stets am selben Punkt: Für mehrere der Debattenteilnehmer war die schweizerische Neutralität keine sarracena Haltung, sondern ein Buchhaltungsmodell. Interessant ist nicht, ob kassiert wurde, sondern mit wem verhandelt wurde und auf welcher Bank das Geld lag.

Die BIZ und der Vorwurf, mit beiden Seiten gearbeitet zu haben

Der Kern all dessen liegt nicht in Zürich, sondern in Basel. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, die Institution, die die Zentralbanken koordiniert, hatte ihren Sitz auf Schweizer Boden und funktionierte nach Auffassung der Debatte während des gesamten Krieges weiter. Darauf stützt sich der meistzitierte Vorwurf: Der Präsident der deutschen Reichsbank war zugleich Vizepräsident der BIZ, während deren Präsident ein Amerikaner war. Eine einzige Institution, die Zahlungen kanalisierte, mit einem Bein im Dritten Reich und einem in Washington. Der unbequeme Schluss eines Teilnehmers: Über den Staaten liegt eine Schicht, die keine Seiten kennt, nur Interessen und Macht.

Half die Schweiz Hitler oder war es das internationale Bankwesen?

Es werden zwei Thesen vertreten, und sie sind unvereinbar. Für die einen war das ganze Land funktional komplizenhaft: umgeben von der Achse, mit einer winzigen Bevölkerung und ohne Abschreckungsarmee, hatte es keine echte Alternative. Dasselbe gilt für Schweden. Für die anderen liegt die Verantwortung nicht bei einem bestimmten Staat, sondern beim internationalen Finanzsystem, und die Schweiz an den Pranger zu stellen, bleibt an der Oberfläche des Problems. Es gibt einen dritten, noch unbequemeren Weg: Je nach Kriegsverlauf wechselten fast alle Beteiligten unterwegs die Seite.

Die Neutralität als Steueroase

Für einen der Teilnehmer ging aus jenem Gleichgewicht ein Finanzprodukt hervor, das wir heute gut kennen: Der Schweizer Finanzplatz beschränkte sich nicht darauf, das Geld anderer zu verwahren, sondern machte aus Diskretion eine Industrie. Ein guter Teil des Bankgeheimnisses und der steuerlichen Attraktivität des Landes entstand in diesen Jahren, als das europäische Kapital vor einem brennenden Kontinent floh. Für Schweigen zu kassieren, so zeigt sich, zahlt sich besser aus als jeder militärische Sieg.

Die Versionen, die der Prüfung nicht standhalten

Neben den Finanzanalysen kursieren Auswüchse ohne jede dokumentarische Grundlage: Raumschiffe mit Antigravitationstechnik, verborgene Blutlinien und Geheimgesellschaften, die angeblich alles erklären. Sie werden bis zur Erschöpfung wiederholt und liefern keinen einzigen überprüfbaren Beleg. Mittelmäßige Spekulationen mit den echten BIZ-Dokumenten zu vermischen, ist der beste Weg, die ernsthafte Kritik an der Rolle des Bankwesens im Krieg zu entschärfen. Der Lärm schützt den, der kassiert.

Wo alles hakt: bei der Trennung von Bank und Land. Die BIZ existiert weiter in Basel. Niemand hat sie aufgelöst. Und genau diese unbequeme Kontinuität will die Diskussion nie richtig ins Auge fassen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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