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Schwarzer Schwan: Krawalle in Frankreich und der kommende Reset
Über hundert Festnahmen und Barrikaden in Paris am 17. Oktober. Die Erzählung vom schwarzen Schwan und dem Great Reset macht sich in Europa breit, während die Ersparnisse die Zeche zahlen.
Der „schwarze Schwan“ hat inzwischen ein Datum – und eine Erzählung dazu
Am 17. Oktober brennen die Randbereiche von Paris, aus Anlass einer Demonstration von Studentengewerkschaften und Gelbwesten gegen die Lebenshaltungskosten. Über hundert Festnahmen, Barrikaden am Place de la République, Tränengas in der Rue Saint-Martin und Rufe wie „Macron, tritt zurück!“. Die Szene, live übertragen von Reportern mit Helm und Warnweste, wirkt viel zu sehr nach einer Bedienungsanleitung. Und genau dort beginnt der Verdacht, der durch das halbe Internet geistert: Der Great Reset kommt nicht überraschend, sondern nach Plan.
Die Debatte, ob dies ein schwarzer Schwan oder ein Elefant im Raum ist, hat mehr Substanz, als es scheint. Ein schwarzer Schwan ist per Definition ein unvorhersehbares Ereignis mit massiven Folgen, das nachträglich angeblich jeder kommen sah. Der Einwand liegt auf der Hand: Zu wissen, dass es Krisen gibt, ist nicht dasselbe wie Tag, Stunde und genaue Form vorherzusagen. Doch die Gegenargumentation beißt ebenfalls: Wenn sich das Muster in Frankreich, Italien und halb Europa wiederholt, klingt Unvorhersehbarkeit langsam nach einer Ausrede für plötzliche Erinnerungslücken.
Was geschah am 17. Oktober in Frankreich?
Die Krawalle breiteten sich im Zentrum von Paris im Sog einer Protestkundgebung gegen die Lebenshaltungskosten aus. Maskierte Gruppen steckten mehrere Barrikaden rund um den Place de la République und entlang der Rue Saint-Martin in Brand. Die Polizei antwortete mit einer nahezu unzumutbaren Tränengaswolke. Zehntausende Demonstranten erreichten den Place de Clichy, wo die Proteste unter Parolen gegen Polizeigewalt ihren Höhepunkt fanden.
Die sichtbare Bilanz: über hundert Festnahmen allein in Paris. Die symbolische Bilanz: ein Bild, das sich stark verbreitete – ein achtzigjähriges Ehepaar, das mitten auf der Straße um alles gebracht und fast nackt zurückgelassen wurde, als würden die geplünderten Luxusartikel für den Weiterverkauf nicht reichen. Das Foto wurde zum Banner derer, die behaupten, ein von der radikalen Linken regiertes Land habe seine eigene Identität geopfert, um zum Kriegsgebiet zu werden.
Vom schwarzen Schwan zum „Reset“: Was da brodelt
Die These mit der größten Reichweite in den weniger regierungsnahen Analysen lautet: Wir erleben einen geplanten Zykluswechsel, keinen Unfall. Die Abfolge wäre diese: unbezahlbare Schulden, Millionen verpfändeter Renten, eine Wirtschaft, die keine Karotte mehr anbietet und nur noch den Stock zeigt. Mit diesem Cocktail ergibt sich die perfekte Ausrede, um durchzusetzen, was in einer Demokratie keine Mehrheit fände: radikale Steuererhöhungen auf Ersparnisse, Kapitalkontrollen und das Gerüst des digitalen Euro.
Manche sagen es ohne Betäubung: Wenn Blut auf den Straßen fließt, dann verabschieden die Mächtigen die Gesetzesänderungen, die in ruhigen Zeiten das Parlament nie passieren würden. Die geschäftsführende Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat es am 1. September bereits angedeutet: Die Ersparnisse der Europäer müssten den europäischen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Übersetzt: Irgendjemand wird die Zeche zahlen.
Der Gesetzgebungskalender weist in dieselbe Richtung. Digitale Identität, elektronisches Geld, Beschränkungen für Bargeld und Kontrolle sozialer Netzwerke werden seit sechs Jahren entwickelt. Die Frage ist nicht, ob sie kommen, sondern wann die frohe Botschaft verkündet wird. Und um sie zu verkünden, braucht es ein Klima: soziale Unruhen, Angst, Dringlichkeit. Der soziale Frieden als Vorwand für den Geldschlauch.
Warum spricht man von von oben gesteuerten Aufständen?
Die Hypothese der „Farbrevolutionen“, finanziert und gesteuert von oben, ist nicht neu – aber sie gewinnt Anhänger, wenn sich das Muster wiederholt. Die vorherrschende Lesart in diesen Kreisen: Die Bevölkerung mit Pappkameraden aus links und rechts spalten, gegeneinander ausspielen und im trüben fischen, während die Kontrollagenda umgesetzt wird. Das Detail, das diese These stört: Die Krawalle in Frankreich und Italien werden ausgerechnet nicht von rechtsensrecht Gruppen getragen.
Eine andere Strömung sieht im Kreml den Unruhestifter, der den Unmut schürt, um seiner wohlgesinnten extremen Rechten zu nützen. Und eine dritte, skeptischere Richtung verweist auf den schlichten Kollaps: Europa hat der Welt nichts mehr zu bieten außer Schulden und unkontrollierter Einwanderung. Der Kaiser ist nackt, und alle wissen es.
Der globale Hack – der fehlende schwarze Schwan
Wenn es einen echten Kandidaten für einen schwarzen Schwan gibt, dann den digitalen Blackout. Ein großer globaler Hack der Internetnetze würde Geldautomaten lahmlegen, Konten ins Nirwana schicken, Messaging und Telekommunikation abschalten. Heute verheerender als mehrere Atombomben. Und da die Gesellschaft bis unter die Haut digitalisiert ist, wäre das Chaos total.
Die Paradoxie: Ausgerechnet diese digitale Kontrolle will man einführen. Man braucht die Telekommunikation, um uns per Smartphone unter Kontrolle zu halten. Deshalb funktioniert das Blackout-Szenario als Drohung und als Warnung zugleich: Entweder du akzeptierst das System, oder das System fällt aus.
Und in Spanien?
Die meistgehörte Diagnose: Hier passiert noch nichts, weil weiterhin die Linke regiert. Im Dezember, so heißt es, brennende Kirchen und überfallene Weihnachtsstände. Die militante Extreme Linke ist klein und überwiegend älter; die spanische Jugend kreist mehrheitlich um Vox. Die Krawalle kämen mit dem Regierungswechsel, nicht vorher.
In der Zwischenzeit bleibt die Frage, die in der Luft hängt: Was nützt es, es kommen zu sehen, wenn dir niemand zuhört?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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