Das Regelwerk, das Spanisch vom Essensplan ausschließt
Kann ein Aufsichtspersonal in der Schulkantine die Allergene eines Schülers nur auf Katalanisch auflisten? An der CEIP Pintor Joan Miró in Palma de Mallorca war diese Frage keine rhetorische mehr. Die Vereinigung Hablamos Español, geleitet von Gloria Lago, erstattete Anzeige bei der Bildungsbehörde der Balearen, da die Schule den Aufsichtsbeamten verbietet, Spanisch mit den Schülern und deren Familien zu sprechen. Die behördliche Überprüfung deckte zudem auf, dass die Firma, die die Kantine betrieb, dies irregulär über einen Subunternehmer tat; ein Verfahren ist eingeleitet. Der Fall zieht sich seit über einem Jahr hin und betrifft nun auch das Essensangebot und die Allergeninformationen.
Was besagt das von den Beamten unterzeichnete Regelwerk
Den Berichten zufolge verpflichtet die Firma das Personal zur Unterschrift unter ein Dekalog, in dem es sich verpflichtet, Spanisch nicht gegenüber den Kindern anzuwenden. Die Formel, die dieses Kriterium zusammenfasst, lautet wie publiziert: Selbst wenn man sie auf Kastilisch anspreche, werde man weiterhin auf Katalanisch antworten. Das Bemerkenswerte ist nicht die Nutzung des Katalanischen – es ist eine offizielle Sprache und ihre Verwendung wird nicht bestritten –, sondern das Verbot der anderen Sprache. Und dieses Verbot greift weiter: Spanisch verschwindet aus der mündlichen Kommunikation sowie vom Essensplan und den Allergeninformationen.
Hier liegt der Kern des Problems. Ein Speiseplan listet Gerichte auf; ein Aushang über Allergene ist sensibles Material für Familien mit Kindern, die unter Zöliakie oder Eiweißallergie leiden. Die Sprache, in der diese Informationen gelesen werden, zu einer internen Ermessensentscheidung der Schule zu machen, ist eine Wahl, die zumindest schriftlich begründet werden sollte.
Das Verfahren: Die Subunternehmung der Kantine
Die konkreteste verwaltungsrechtliche Konsequenz hat nichts mit der Sprache zu tun. Die Bildungsbehörden stellten fest, dass die Auftragnehmerfirma den Dienst an einen Subunternehmer delegierte, was nicht mit den Betriebsbedingungen vereinbar war. Ein Verfahren wurde eingeleitet. Die sprachliche Seite der Beschwerde tritt vorerst in den Hintergrund; es gibt noch keine angekündigte Sanktion oder endgültige Entscheidung.
Dies ist der Teil, der am wenigsten Schlagzeilen macht, aber die meisten Dokumente erzeugt. In einer Schulkantine häufen sich Vergabekriterien, Arbeitsbedingungen des Aufsichtspersonals und Pflichten zur Lebensmittelinformation in einem Lastenheft, das kaum jemand liest, bis jemand es verletzt. Oder bis jemand es aus einem anderen Grund anzeigt.
Wer erstattet Anzeige und wie wird geantwortet
An der Spitze von Hablamos Español steht Gloria Lago, eine philologin aus Galicien, die seit Jahren im selben Graben kämpft: dafür, dass Kastilisch in Bildung und Verwaltung nicht marginalisiert wird. Ihre These ist einfach: Wenn eine Sprache im gesamten Staat offiziell ist, kann ein öffentlicher Dienst sie nicht durch eigene Entscheidung verbieten.
Auf der anderen Seite stützt sich die Verteidigung des Kriteriums auf die Sprachimmersion und die Idee, dass Kastilisch auch ohne Kantinenbetrieb gelernt werde. Es gibt eine dritte Position, die für beide Seiten unbequem ist: Wer aus öffentlichen Mitteln bezahlt wird, soll in der Sprache dienen, die verlangt wird, ohne weitere ideologische Aufladung. In diesem Konflikt ist das Kantenpersonal – das am schlechtesten bezahlte Glied der Kette – dasjenige, das letztlich die Papiere unterschreibt.
Der schwebende Fakt: 53% der Einwohner sind nicht auf den Inseln geboren
Die Diskussion wandte sich schnell der Demografie zu. Es wird die Zahl genannt, dass 53% der Einwohner der Balearen nicht auf den Inseln geboren sind, und ein Teil der Debatte nutzt dies, um von Ersetzung und verdrängter Sprache zu sprechen. Man sollte trennen: Dies ist ein Argument, das vorgebracht wird, kein bewiesener Fakt, der das Regelwerk einer Kantine erklärt.
Dagegen steht die Erwiderung, dass Kastilisch auf Mallorca seit dem 15. Jahrhundert gesprochen wird – es ist kein neuer Gast – und die Erinnerung daran, dass Mallorquinisch weiterhin die Mehrheitssprache der Insel ist. Die reale Spannung ist nicht linguistischer Natur, sondern strukturell: Wie geht man mit einer Gesellschaft um, deren Zusammensetzung sich schneller ändert als ihre Institutionen.
Vom Essensplan zur Krone von Aragonien
Wie so oft, wenn der Fall keine verwaltungstechnische Substanz mehr hat, verlagerte sich der Streit ins 14. Jahrhundert. Es wird ein Prozess von 1341 wegen des Diebstahls einer Decke zitiert, in dem ein Zeuge den Täter anhand seines Rosellonischen Dialekts identifizierte, während der Angeklagte, ein Mallorquiner, freigesprochen wurde. Von dort springt man zu Schätzungen der katalanischen Muttersprachler – rund 99-100% auf den Balearen vor dem 20. Jahrhundert – und zur Diskussion darüber, wie man das damals nannte: Krone von Aragonien, katalanische Nation oder einfach das, was jedes diplomatische Dokument der Epoche schrieb.
Und, wo wir schon dabei sind, zum ersten Dorf Spaniens mit elektrischem Licht. Einige behaupten, es sei Sóller gewesen, im Jahr 1901, mit seinem Wasserkraftwerk. Andere erwidern, dass Comillas in Kantabrien bereits 1881 öffentliche Beleuchtung hatte, mit Alfonso XII. als Besucher. Keines dieser Dinge entscheidet etwas über den Speiseplan, und beide landeten im selben Thread.
Während das Verfahren seinen Lauf nimmt, wird das Schild der Kantine weiterhin auf Katalanisch hängen, ebenso die Liste der Allergene. Niemand hat Spanisch in ganz Spanien verboten, keine Sorge: Nur in einer Schule, auf einer bestimmten Tafel, während jemand entscheidet, ob dies eine unternehmerische Entscheidung oder eine öffentliche Politik mit Subunternehmertum war. Mit viel Geduld kommt alles ans Licht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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