Santander steigt auf 1,60 Euro trotz zweiter Corona-Welle

Die Aktie von Banco Santander erreicht wieder 1,60 Euro, während Deutsche Bank 6% verliert und die zweite Welle den Handelstag prägt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Santander steigt auf 1,60 Euro trotz zweiter Corona-Welle
Banco Santander bei 1,60 Euro: Die zweite Welle drückt den IBEX

Banco Santander notiert wieder im Bereich von 1,60 Euro pro Aktie, einem Niveau, auf dem der Kurs in Cent gemessen wird und jede Zehntelbewegung schwer wiegt, vor dem Hintergrund der zweiten Corona-Welle. Diese Entwicklung kam nicht isoliert: Deutsche Bank verlor an einem einzigen Tag 6%, und die US-Futures starteten mit -2%, eine Kombination, die einige Anleger als mögliches Zeichen für einen "schwarzen Montag" interpretieren.

Warum fällt Santander?

Im Marktforum wird darauf hingewiesen, dass sein Heimatmarkt doppelt fragil ist: Spanien mit einer stagnierenden Wirtschaft und Lateinamerika mit eigenen Krisen. Auf dieser Basis lastet ein Argument, das in der Branche kursiert: die Kreditrisiken (Segarro), wobei eine zweite Welle die Liste der Zahlungsausfälle verlängern würde.

Hinzu kommt die Struktur des Index selbst, konzentriert auf Banken, Energie und Bauunternehmen mit starkem Inlandsbezug. Manche fassen das Problem in vier Punkten zusammen: schwache Einnahmen, alternder Markt, überdimensionierte Führungsetagen und junge Mitarbeiter mit Überqualifikation und Gehältern unter 25.000 Euro. Die Diagnose ist pauschal und daher fehlerhaft, deutet aber auf eine verbreitete Idee hin: Der spanische Index handelt strukturell mit Abschlag, nicht wegen eines schlechten Tages.

Die Zahlen des Abwärtsimpulses:
  • Santander: -1,22% in einer Sitzung und -3,32% in einer anderen
  • Deutsche Bank: -6% an einem Tag
  • US-Futures: -2% vor Handelsbeginn
  • Telefónica: -3,48%

Ist es ein guter Zeitpunkt, Santander-Aktien zu 1,60 Euro zu kaufen?

Die ehrliche Antwort lautet: Das weiß niemand, und diese Unsicherheit bestimmt die zwei dominierenden Strategien am Markt. Ein Teil hält dafür, dass das Schlimmste bereits eingepreist ist und das Warten auf den exakten Tiefpunkt eine elegante Methode ist, nie zu kaufen. Das diskutierte Ziel ist symbolisch: Einstieg unter 1 Euro, bei 0,99, um sagen zu können, man habe die Bank "im Cent-Bereich" gekauft.

Die andere Strömung antwortet mit Zeitplänen. Noch nicht: Erst soll der neue Lockdown kommen, gefolgt von ein oder zwei Tagen Panikverkäufen, danach spricht man über Long-Positionen. Zwischen beiden Lagern liegt ein Detail, das ein Beobachter als Signal wertet: Bei den Vorständen gibt es keine signifikanten Verkäufe, wohl aber Käufe. Es ist die Art von Argument, das beruhigt – bis es nicht mehr funktioniert.

Die Bank als öffentliche Dienstleistung: Die These, dass sie nicht mehr nach Gewinn bewertet wird

Eine Interpretation gewinnt an Bedeutung an jedem roten Handelstag: Die These, dass Santander nicht pleitegehen wird, weil es nicht mehr nach Rentabilität, sondern nach Nützlichkeit gemessen wird. Nach dieser Ansicht hat die Pandemie ein Modell beschleunigt, in dem große Unternehmen existieren, um eine Funktion im Staat zu erfüllen, und der Staat stützt sie, solange sie diese erfüllen. Als Vergleich dient die DDR, die ein halbes Jahrhundert mit leerer Kasse durchhielt.

In diesem Rahmen ist die Bilanz weniger wichtig als die Erzählung, und hier zeigt sich die Schwäche der Unternehmenskommunikation. Während die Aktie abstürzte, veröffentlichte die Vorstandsvorsitzende, dass globale Herausforderungen vom Klimawandel bis zur Ungleichheit nur gemeinsam bewältigt werden könnten. Der Kontrast zwischen dieser Botschaft und einer Bilanz im freien Fall tat sein Übriges.

Nicht alles, was kursiert, hält der Prüfung stand. Es gibt Passagen, die in persönliche Angriffe auf die Vorsitzende münden, unbelegte Theorien und unverifizierte Anschuldigungen bezüglich Kundenkonten. Nichts davon trägt eine Investmentthese; sie dienen höchstens dazu, den Ärger zu messen.

Was passiert, wenn Oktober den Lockdown bringt?

Dann wird das Hauptszenario nicht mehr die Erholung, sondern der Tiefpunkt. Die ablaufende Sequenz ist einfach: Lockdown, zwei Tage Panik, und dann die alte Frage, ob 1,60 Euro der Boden war oder nur eine Station auf dem Weg in den Cent-Bereich. Die Versuchung, billig zu kaufen, lebt neben der Gewissheit, dass niemand weiß, wie viel noch fallen kann.

Und es bleibt ein Detail, das oft übersehen wird: Der Rückgang von Santander war kein isolierter Unfall, sondern Teil einer europäischen Bewegung. Wenn Deutsche Bank 6% verliert, ist das Problem nicht lokales Management, sondern das gesamte Sektorproblem.

Kommt im Oktober der Lockdown, folgt eine weitere Abwärtsbewegung und der Markt diskutiert erneut die 0,99 Euro. Kommt er nicht, kann die Erholung so schnell sein wie der Absturz. Niemand garantiert, welches Szenario eintritt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (304 Antworten).

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