Santander bei 5,8 €: die Wette, die Anleger spaltete

Ein Anleger kaufte Santander-Aktien für 5,8 € ohne Stop-Loss. Der Kursrutsch, die Kapitalerhöhung und die Dividende von 8,6 %, auf die manche setzten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Santander bei 5,8 €: die Wette, die Anleger spaltete
Santander bei 5,8 €: die Wette, die Anleger spaltete

Santander-Aktien für 5,8 Euro kaufen und zusehen, wie der Kurs ohne schützenden Stop absackt. Das ist der Ausgangspunkt einer Diskussion, die sich über Jahre hinzog und die Spannung zwischen dem Anleger, der billig kauft, um Dividenden zu kassieren, und dem, der vor dem Kauf einen Exit-Plan verlangt, besser zusammenfasst als jedes Lehrbuch. Das Geschäft wurde ohne Netz ausgeführt: kein Stop-Loss, kein Verkaufsziel, kein definierter Zeithorizont. Nur die Überzeugung, dass die Bank mehr wert war, als sie notierte.

Die erste Reaktion der Community war herablassende Solidarität. Jemand war bei 6 Euro eingestiegen und ermutigte zum Durchhalten. Ein anderer wartete auf die Lücke von Dezember 2013, um mit einem Limit-Order zuzukaufen. Der ursprüngliche Käufer verteidigte seine These derweil mit einer Mischung aus Stoizismus und Glauben: "Ich denke langfristig. Ich habe bereut, ausgestiegen zu sein, und bin zurück. Ich habe keinen Stop gesetzt." Der Satz fasst das Profil einer Generation von Anlegern zusammen, die gelernt hatte, die Börse als Festgeld mit Volatilität zu betrachten.

Das Problem war nicht der Einstiegspreis, sondern das Fehlen eines Exit-Plans. Die Frage, die am häufigsten gestellt wurde, stammte von Adicto: "Aber mit welchem Verkaufsziel? Hast du einen Stop gesetzt?" Das war keine rhetorische Frage. Es war die Feststellung, dass der Kauf ohne Stop bei einem Wert, der gerade korrigiert hat, eine elegante Art ist, aus einer Investition eine Lotterie zu machen. Die Antwort des Käufers —"Ich hasse es, bei punktuellen Kursrücksetzern zu verkaufen"— machte klar, dass der Stop nicht zu seinem Wortschatz gehörte.

Santander und die Kapitalerhöhung, die alles veränderte

Der Kursrutsch war nicht willkürlich. Mehrere Beiträge brachten ihn mit der vereinfachten Kapitalerhöhung und der Änderung der Dividendenpolitik in Verbindung. Douglas MacArthur erklärte es ohne Umschweife: "Der Rücksetzer ergibt Sinn, insofern er sich an den Preis der bedeutenden Kapitalerhöhung anpasst." Das heißt, der Markt bestrafte die Bank nicht aus Laune, sondern berechnete den Wert jeder Aktie nach der Ausgabe neuer Aktien neu.

Die Kapitalerhöhung war nicht die einzige Baustelle. Der Bankensektor kämpfte mit 0 % Zinsen, dem Ende der Zentralbank-Stimuli, der Entschuldung und der Konkurrenz. Eine Diagnose, die einige dazu brachte, den Kurs bis auf 2,50 Euro fallen zu sehen. "Der SAN geht in den nächsten Monaten locker auf 2,50 € und erholt sich möglicherweise erst im nächsten Jahrzehnt", hielt eine der pessimistischsten Stimmen fest. Das war keine vereinzelte Prognose: In der Luft lag die Idee, die Bank könnte ihre Reise zu den Tiefständen von 2012 wiederholen.

Die technischen Niveaus wurden zum Schlachtfeld. Ein Teilnehmer verortete den Primärtrend bei 5,5 Euro und warnte, dass ein Verlust bei Schlusskursen den Wert auf das Niveau von 2012 führen würde. Ein anderer hatte eine Order bei 5,68 stehen. Ein Dritter sprach von einer langfristigen Trendlinie bei 3,355 und kaufte bei 3,40, um bei 3,99 zu verkaufen. Die Spanne zwischen Optimismus und Abgrund war atemberaubend.

Warum kaufte Ana Botín 100.000 Santander-Aktien?

Die Nachricht, dass Ana Botín 100.000 Aktien für fast 350.000 Euro kaufte, schlich sich als Autoritätsargument in die Diskussion. Für manche war es das endgültige Signal: Wenn die Vorsitzende der Bank kauft, wird sie schon wissen, warum. Für andere war es Kleingeld. "Für Ana Botín ist die Investition von einer Million so, als würde ein Kleinverdiener tausend Euro investieren", schrieb ein Teilnehmer. Der Vergleich war zwar grob, hatte aber seine Logik: Die Größenordnung des Geschäfts war für sie eine andere als für jemanden, der einen kleineren Betrag bei 5,8 investiert hatte.

Das saftigste Detail lieferte ein anderer Beitrag: "Als 90 % der Aktionäre die Dividende in Aktien erhielten (zu 6 € oder mehr), nahmen die Botíns das Bargeld. Jetzt kaufen sie." Die Lesart war klar: Die Familie hatte sich immer für Bargeld entschieden, während alle anderen Papier bekamen, und jetzt, wo das Papier billig war, kaufte sie. Eine elegante Art zu sagen, dass die Anreize der Führungsspitze nicht immer mit denen des Kleinanlegers übereinstimmen.

Botíns Kauf war nicht das einzige corporate Signal. Auch wurde bekannt, dass die Top-Manager der Bank in den letzten Tagen Aktien gekauft hatten. Für die Misstrauischen war das eine Kosmetikoperation; für die Überzeugten eine Bestätigung, dass der Wert unterbewertet war. Die Diskussion wurde nie abgeschlossen.

Die Dividende von 8,6 % und die Papierfalle

Das am häufigsten genannte Argument für das Halten der Position war die Dividende. Bei gedrücktem Kurs schoss die Dividendenrendite in die Höhe. "Wenn die Dividende des Vorjahres gehalten wird, läge sie bei 8,6 % auf den Aktienkurs. Nicht schlecht", rechnete ein Teilnehmer vor. Auf dem Papier ist eine Rendite von 8,6 % etwas, das sich so mancher Fonds wünschen würde. Aber das Kleingedruckte zählt: Ein Teil dieser Dividende wurde in Aktien statt in bar ausgezahlt.

Darin lag die Falle. "Als ob sie dir 30 geben, es wird vom Kurs abgezogen", erwiderte ein anderer. Verwässerung ist Verwässerung, und eine Dividende in Papier ist nicht dasselbe wie eine Dividende in bar. Der ursprüngliche Käufer schien jedoch zufrieden: "Ich habe die Santander-Rechte bereits notiert (Dividenden, die ich verkaufen kann oder die sich in Aktien umwandeln), weitere 500 €. Die Börse ist ein Schnäppchen." Die Ironie lag in der Luft.

Die Entwicklung des Werts gab den Kurzfrist-Skeptikern recht. Santander fiel weiter, und die Stops, wer sie hatte, wurden ausgelöst. Für alle anderen wurde die Position zu einer Geduldsprobe. Die Frage, ob die Dividende den Kapitalverlust ausgleicht, blieb ohne einstimmige Antwort.

Die Prognose, die niemand hören will: Santander bei 3 Euro

Mit den Monaten wurden die Prognosen nach unten korrigiert. Was als Korrektur begann, wurde zum Trend. "Wie ich vor einem Jahr sagte, erwarte ich sie bei 3", schrieb jemand, der nicht mehr an die Erholung glaubte. Ein anderer verortete die sichere Einstiegszone zwischen 3 und 3,30 Euro. Die Idee, dass der Wert zu den Tiefständen von 2012 zurückkehren könnte, hörte auf, eine Hypothese zu sein, und wurde zu einem plausiblen Szenario.

Der Pessimismus war nicht einstimmig. Manche sahen in der Bank weiterhin eine Dividendenmaschine und vertrauten darauf, dass sich der Zyklus drehen würde. Aber die meisten späteren Beiträge spiegelten Erschöpfung wider. "Fast jeder, den ich kenne, ist mit Verlusten an der Börse und hofft, ein wenig aufzuholen, um für eine Weile auszusteigen", schrieb ein Teilnehmer. Dieses Grundgefühl, so sagte er, mache es schwierig, dass irgendetwas nachhaltig steige.

Der Vergleich mit Japan erschien als Hintergrundfolie. "Um die Zukunft Europas zu sehen, muss man nur in die Vergangenheit Japans blicken, alles wiederholt sich exakt", argumentierte ein Beitrag. Der Verweis auf Japans verlorene Jahrzehnte war nicht neu, klang aber im Kontext von Nullzinsen und Bankenentschuldung weniger übertrieben als sonst.

Das Fazit: Was Santander denen lehrte, die bei 5,8 kauften

Der Kauf bei 5,8 war keine Ausnahme. Er war das Porträt einer Epoche. Ein Anleger, der billig kaufte, weil der Wert gefallen war, der keinen Stop setzte, weil er an das Langfristige glaubte, und der feststellte, dass das Langfristige länger auf sich warten ließ als erwartet. Die Börse, wie ein anderer Teilnehmer sagte, ist ein Ort, an dem die eine Hälfte verkauft und die andere kauft, und an dem Neulinge entdecken, was Volatilität wirklich bedeutet.

Hat es sich gelohnt? Das hängt davon ab, wann man hinschaut. Wer durchgehalten und Dividenden kassiert hat, kann eine andere Geschichte erzählen als der, der mit Verlust verkauft hat. Aber die Lektion, die bleibt, ist die, die niemand lernen will: Kaufen ohne Exit-Plan ist keine Investition, sondern Glücksspiel. Und bei Santander, wie bei fast allem, gewinnt immer das Haus.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (77 Antworten).

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