Sánchez warnt vor „Wahlbetrug“-Vorwürfen am 23. Juli und die Briefwahl steht im Fokus der Verdächtigungen
Laut einem in sozialen Medien verbreiteten Auszug hat Pedro Sánchez seine sozialistischen Parteifürsten gewarnt, dass „man von Wahlbetrug sprechen wird, dies werden einige und andere tun; dass man mich als Verantwortlichen für diesen Betrug festnehmen muss“. Dies ist eine präventive Warnung, die, umgekehrt gelesen von den Teilnehmern der Debatte, genau den Verdacht nährt, den sie zu antizipieren vorgibt. Die Wahlen finden am 23. Juli mitten im Sommer statt, und der von allen Seiten angeprangerte Mechanismus ist immer derselbe: die Briefwahl.
Was Sánchez sagte und warum es wie ein Geständnis wirkt
Das dem Präsidenten zugeschriebene Fragment erwähnt keine konkreten Unregelmäßigkeiten. Es spricht darüber, was andere sagen werden. Laut dem verbreiteten Auszug erwartet Sánchez, dass „von Wahlbetrug gesprochen wird“ und dass „man mich als Verantwortlichen festnehmen muss“, ohne weitere Präzisierungen. In der Diskussion wird dies als excusatio non petita, accusatio manifesta interpretiert: Wer sich verteidigt, bevor er angeklagt wird, gibt irgendwie das Terrain zu. Manche sehen darin eine Berechnung – sich vorsorglich abzuschirmen, falls das Ergebnis nicht gefällt –, während andere eine wörtliche Warnung dessen lesen, was Sánchez selbst befürchtet. Keine der beiden Lesarten lässt sich mit Beweisen stützen; es sind Interpretationsrahmen. Was nicht zur Diskussion steht, ist das Datum der Konfrontation.
Die Briefwahl, die Zahl, die sich bei jeder Wahl verdoppelt
Ein Nutzer behauptet, die Briefwahl verdopple sich bei jedem Urnengang: Sie sei von etwa 700.000 Stimmen im Jahr 2015 auf 1,4 Millionen im Jahr 2019 gestiegen, und spekuliert, dass dieser Zyklus möglicherweise bei 3 Millionen liegen könnte. Dies sind ungeprüfte Zahlen. Die Logik des Kalenders weist in dieselbe Richtung: Allgemeine Wahlen im Juli, wenn die Hälfte Spaniens außerhalb ihrer Gemeinde weilt, schicken jene, die nicht an ihre Wahlurne können, zur Briefwahl. Von dort zum Betrug ist es ein Sprung, den niemand dokumentiert hat. Das hindert nicht daran, dass das Volumen das Hauptargument des Misstrauens ist.
Zu der Zahl kommt ein Detail hinzu, das das Misstrauen schürt: die beharrliche Beantragung der Briefwahl und eine vorgezogene Wahl Mitte Juli, während der Ferienzeit. Es wird behauptet, dass die Abhaltung der Wahlen im August die Ästhetik gebrochen hätte, daher wurde ein Datum gewählt, das den Postweg maximiert. Dies ist eine Hypothese, kein bewiesener Fakt, aber sie funktioniert als Munition.
Wer Indra, Correos und das CIS kontrolliert: die Kette der Zuständigkeit
Hier blickt die Debatte weg vom Präsidenten und hin zu den Unternehmen. Die wiederkehrende Frage lautet, wer Indra, die Auszählung und die damit verbundenen IT-Systeme kontrolliert, und wer an der Spitze von Correos steht, der Institution, die die postalischen Stimmen verwahrt. Es wird behauptet, dass die Leitung von Correos bei einer Person liegt, die dem Präsidenten nahesteht, und dass das CIS, das von Tezanos geleitet wird, Umfragen veröffentlicht, deren Unparteilichkeit infrage gestellt wird. Die Behauptungen werden ohne dokumentarische Grundlage aufgestellt, ordnen aber die Erzählung: Wenn derjenige, der die Stimmen verwahrt, und derjenige, der die Absicht misst, parteiisch sind, wird die Kette der Zuständigkeit infrage gestellt.
Das Trump-Vorbild und der „False Flag“-Wahlbetrug
Der US-Bezug taucht immer wieder auf. In der Debatte wird behauptet, dass 2020 vor massivem Betrug gewarnt wurde, dass es ihn gab und dass diejenigen, die ihn anzeigten, als Verschwörungstheoretiker abgetan wurden; die Existenz dieses Betrugs ist nicht belegt. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist bitter: Wenn der Wahlbetrug organisiert wird, wird er organisiert und passiert nichts. Parallel dazu wird ein unbequemer Vergleich mit dem Sturm auf das Kapitol angestellt, zugeschrieben einem politischen Führer, der die Warnung über Correos mit diesem Vorfall in Verbindung brachte. Das Ergebnis ist ein Klima, in dem jede Warnung wie eine Bedrohung klingt und jede Bedrohung wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Das Konzept, das geprägt wurde, um dies zu beschreiben – False-Flag-Wahlbetrug – fasst die logische Falle zusammen: Man warnt vor Betrug, damit es so aussieht, als begehe ihn der Gegner.
Das Melderegister und die 865.000 geisterhaften Bürger
Unter dem Wahlgeräusch liegt ein administrativer Datenpunkt, der als Beweis für die Fragilität des Wählerverzeichnisses zitiert wird: Der Abgleich von Gesundheitskarten und Melderegister würde 865.000 irreguläre Einträge zwischen Duplikaten, illegal registrierten Bürgern und Fehlern offenbaren, laut dem zitierten Artikel. Dies sind Zahlen, die eine Überprüfung erfordern und die ohne Nuancen verwendet werden. Auch wird erinnert, dass es bei den Wahlen am 28-M kleine Gemeinden gab, in denen sich das Verzeichnis genug bewegte, um das Ergebnis zu beeinflussen. Mit diesem Material hört das Misstrauen gegenüber dem Prozess auf, abstrakt zu sein.
Was kommt
Mit diesen Teilen – einer Sánchez zugeschriebenen Warnung, einer laut Debattenberechnungen wachsenden Briefwahl, benannten Unternehmen und einem umstrittenen Wählerverzeichnis – ist es vorhersehbar, dass die Nacht des 23. Juli nicht an den Urnen entschieden wird, sondern vor Gericht und in den Archiven. Wenn der Vorsprung groß ist, verstummt das Rauschen von selbst. Wenn er eng ist, wird jeder per Post gesendete Stimmzettel ein Streitobjekt und jeder Wahlvorstand eine Front. Es gibt heute keine Möglichkeit zu wissen, auf welcher Seite der Verdacht fallen wird, noch ob jemand Interesse daran hat, etwas zu beweisen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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