Salto de Castro: Das Dorf aus Zamora, das zum doppelten Preis weiterverkauft wird
Salto de Castro ist wieder auf dem Markt. Die Siedlung in Zamora – 44 Wohnungen, Kirche, Schule, Bar, Pool, Sportanlagen, Busgarage und eine alte Guardia Civil Kaserne – wurde vor weniger als einem Jahr auf Idealista für 300.000 Euro angeboten. Sie wurde vom Unternehmer aus Toledo, Óscar Torres, gekauft. Jetzt, ohne einen einzigen neuen Bewohner, hat sich der verlangte Preis fast verdoppelt: 580.000 Euro. Die Siedlung hat 6.600 Quadratmeter bebauter Fläche, liegt direkt an einer Talsperre, grenzt an Nordost-Portugal und steht seit zwei Jahrzehnten leer.
Die Transaktion enthält alle Zutaten des spanischen Immobilienfolklores. Günstiger Kauf, angekündigte Renovierung, ein Eigentümer, der "persönliche Probleme" angibt, um zurückzutreten, und zwei internationale Käufer am Horizont: eine saudische Gruppe und eine in Miami ansässige US-Gesellschaft. Die Agentur des Verkäufers behauptet, Angebote von bis zu 600.000 Euro erhalten zu haben, und hält die Preiserhöhung für "mehr als logisch". Manche Preiserhöhungen sind leichter zu schlucken als andere.
Von 300.000 auf 580.000 Euro: Die Arithmetik des Verkäufers
Die offizielle Geschichte ist einfach. Torres kaufte das Dorf, beauftragte das architektonische Projekt für eine umfassende Sanierung und ordnete den "Katasterpapierkrieg" an. Nun entscheidet er sich, es aus nicht näher genannten Gründen nach weniger als zwölf Monaten loszuwerden. Die Siedlung hatte bereits andere Hände durchlaufen: Sie verlor ihre Einwohner, wurde von einer Familie mit Plänen für Landtourismus erworben, die Krise von 2008 stürzte das Projekt, und die Besitzer zogen sich schließlich aus dem Geschäft zurück.
Das Bemerkenswerte ist nicht der Verkauf, sondern der Preis. Den Preis eines Produkts zu erhöhen, das sich nicht bewegt, ist eine Praxis, die die Branche ironisch als Wertstrategie abtut. Die zynische Lesart: Wenn es bereits zwei internationale Interessenten gibt, warum senken? Die pragmatische: Solange das Schild hängt, hält der Eigentümer eine touristische Option lebendig, die höher bewertet wird, ohne einen weiteren Euro für Bauarbeiten auszugeben. Im Grunde, wie ein Forennutzer im Thread zusammenfasst, reine F&E: Forschung ohne Entwicklung.
Was kostet es wirklich, die Siedlung in Gang zu bringen?
Die Eigentümer behaupten, dass der Komplex mit weniger als zwei Millionen betriebsbereit wird. Die detaillierteste Aufschlüsselung, die kursiert, reduziert diese Zahl ins Reich der Fantasie. Der Kauf, einschließlich Notar und Steuern, lag bei rund 300.000 Euro. Zwischen Architekt, Bauleiter und Ingenieuren – großartige Projekte auf Papier gezeichnet – könnten 40.000 oder 60.000 Euro angefallen sein. Andere echte Renovierungen zwischen 50.000 und 80.000 Euro. Und die Verfahren zur Anschluss von Wasser oder Strom, auch wenn sie zu nichts führten, summieren weitere 10.000 Euro.
Dort liegt der Knoten. Elektrizität bis zu einem Punkt mit Versorgung zu bringen, kann mehrere Kilometer und einige verlassene Dörfer erfordern, mit neuen Transformatoren und unterirdischen Leitungen. Die Rechnung schießt in die Millionen. Und wenn der Plan Solarpaneele für 44 Zimmer mit Klimaanlage im August vorsieht, sind die benötigten Batterien nicht die eines Privathauses. Die Vorstudie des Verkäufers geht auf dieses Detail nicht ein.
Welche Gemeinde verwaltet Salto de Castro?
Keine eigene. Salto de Castro ist kein Dorf, es ist eine Siedlung: Es fehlt ein Rathaus und es hängt von Fonfría ab, etwa 12 Kilometer entfernt, einer Gemeinde mit rund 700 Einwohnern. Dies bedeutet Grundsteuer (IBI) ohne Gegenleistung. Keine Straßenlaternen, keine Müllabfuhr, keine lokale Polizei, die vorbeischaut. Strom und Wasser kommen oft gar nicht an.
Hinzu kommt die Lage. Der Zugang zur Talsperre und zum Wasserkraftwerk führt über die Straße der Siedlung, und ein großer Teil der Umgebung besteht aus Energieinfrastrukturen. Die Erreichbarkeit ist ein anerkanntes Hindernis, selbst von denen, die den Ort verteidigen: Die Steigungen, sagen sie, würde nicht einmal der Tourmalet hinauffahren.
Das Dorf ohne Nachbarn, das gekauft und verkauft wird
Die Kontroverse um die Transaktion dreht sich nicht um Salto de Castro, sondern um das Modell. Billiges ländliches Land kaufen, es mit einem Tourismusprojekt lackieren und teurer weiterverkaufen, hat einen Namen auf der Straße: Spekulation. Manche sehen es als Missbrauch eines Vermögenswerts, der leer nichts generiert; andere antworten, dass ohne privates Kapital diese Dörfer zerfallen und der Käufer ein enormes Risiko übernimmt. Die Sprichwortweisheit hat bereits ein Urteil für den Verkäufer, der keinen Ausweg findet: Lieber verbrennen als schlecht verkaufen.
Und dann gibt es das praktische Detail, das beide Seiten entkräftet. Niemand kauft ein Ensemble wie dieses, ohne es an die Erlangung von Genehmigungen zu binden, denn sonst kauft man eine Leiche. Die Millionengebote, die publiziert werden, sind meist an Fristen, Bedingungen und Genehmigungen geknüpft. Der Vogel in der Hand wiegt in Wahrheit mehr als Hunderttausende, die fliegen.
Das Ergebnis: Ein US-Paar zahlt 310.000
Am Ende weder Saudis noch Miami. Ein amerikanisches Paar hat Salto de Castro für 310.000 Euro gekauft, mit einer bereits geleisteten ersten Zahlung und der erklärten Absicht, seine "Wiedergeburt" als Tourismuskomplex zu fördern. Die Zahl liegt unter dem, was der Verkäufer verlangte, weit entfernt von den angekündigten Angeboten und sehr nah an den ursprünglichen Kosten. Ein Jahr voller Projekte, Papierkrieg und Schlagzeilen, um fast zum Ausgangspunkt zurückzukehren.
Der neue Eigentümer erbt dasselbe Labyrinth: Finanzamt, die abhängige Gemeinde, die Baufirma, die 44 Häuser in Unterkünfte verwandelt, und eine Verwaltung, die Gebühren, Genehmigungen und Formulare in Büros verlangt, die zwei Stunden pro Woche geöffnet sind. Hier stockt die Analyse. Wer ein Geisterdorf kauft, kauft keine Ziegelsteine: Er kauft Boden, Horizont und eine Verwaltungsrechnung, die niemand schließen konnte. Weder für 300.000, noch für 580.000, noch für 310.000.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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