Salomonen: Souveränität zählt nur mit dem richtigen Verbündeten

Pazifik-Inseln schließen Sicherheitspakt mit China. Australien reagiert mit Druck, während die Debatte um doppelte Standards bei der Souveränität eskaliert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Salomonen: Souveränität zählt nur mit dem richtigen Verbündeten
Salomonen-Abkommen mit China stellt Souveränitätsprinzip infrage

Seit wann darf ein Staat keine Sicherheitsbündnisse nach eigenem Ermessen schließen? Ein pazifischer Inselstaat hat es getan, und die diplomatische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Das Archipel unterzeichnete einen Sicherheitspakt mit China. Zum Zeitpunkt dieser Diskussion und laut den im Thread diskutierten Berichten üben die australische Regierung und weite Teile des angloamerikanischen Blocks Druck auf einen formal souveränen Staat aus. Der doppelte Standard ist offensichtlich: Bündnisse gelten nur dann als legitim, wenn sie mit der "richtigen" Seite geschlossen werden.

Was die Salomonen unterschrieben und warum Australien Druck macht

Bei dem Abkommen handelt es sich um einen Sicherheitspakt mit Peking. Problematisch erscheint vor allem die Unterschrift selbst, weniger der Inhalt. Medien wie El Mundo und Deutsche Welle berichten von ernsthaften Drohungen seitens Canberras.

Einige argumentieren, dass ein winziger Inselstaat mitten im Pazifik nicht zweigleisig fahren kann, ohne dafür zu bezahlen. Die Gegenposition lautet: Wenn Souveränität für alle gilt, auch für diese Inseln, dann zeigt die Empörung, dass das Prinzip nie heilig war, sondern nur bequem.

Der doppelte Maßstab bei Militärbasen: Lajes, Istres und Schinnen

Der Vergleich wird unangenehm, wenn man Europa betrachtet. Laut den im Thread genannten Beispielen hatte Spanien US-Basen vor dem NATO-Beitritt. Lajes auf den Azoren ist ein Flughafen, der fast täglich von Amerikanern genutzt wird. In Frankreich war Istres in den Neunzigern eine stark frequentierte Basis; in Schinnen, Niederlande, stationiert Amerika Personal. All das gilt als normal. Ein chinesischer Sicherheitspakt im Pazifik hingegen nicht.

Ein Teil der Analyse fasst dies mit dem alten lateinischen Grundsatz zusammen: Was Jupiter erlaubt ist, ist der Kuh verboten. Der König kann nichts falsch machen, während das Handeln anderer nach den Kriterien Washingtons beurteilt wird. Hart, aber nicht ganz unberechtigt.



In Bezug auf die Ukraine wiederholt sich das Argument: Manche behaupten, die Aussage, die NATO plane Raketen und Basen in der Ukraine, sei pro-russische Propaganda ohne Quellenbeleg. Andere entgegnen, basierend auf verbreiteten Berechnungen, dass sich monatelang fast 200.000 russische Soldaten an der Grenze konzentrierten – etwas, das sich nicht über Nacht improvisieren lässt. Beides kann zutreffen, und keines schließt die Debatte ab.

China rückt vor, der Westen schaut weg

Die andere Front ist wirtschaftlich. Einige erinnern daran, dass Fabriken nach China verlagert wurden, weil dort billiger gearbeitet wird. Andere antworten, dass der Riese nicht mehr nur iPhones in Shenzhen montiert: Das Lebensniveau steigt und könnte das europäische früher überholen, als wir wahrhaben wollen. Die zentrale Frage lautet: Wird der durchschnittliche Chinese im Jahr 2030 besser leben als der Spanier?

Achtung beim Kleingedruckten: Andere argumentieren, dass fehlende Demokratie und Korruption irgendwann zum Bruch führen, wobei Hongkong der natürliche Kandidat dafür sei.



Die Salomonen sind nicht die Ukraine, und das muss es auch nicht sein. Wenn Großmächte Souveränität beschwören, steht am Ende immer die Souveränität der anderen zur Disposition.

Häufig gestellte Fragen

Worin besteht der Sicherheitspakt zwischen China und den Salomonen?
Es handelt sich um ein Sicherheitsabkommen zwischen dem Archipel und Peking. Auslöser der Krise war nicht der operative Inhalt, sondern die Unterschrift selbst.

Warum droht Australien den Salomonen?
Laut den eingangs des Threads diskutierten Berichten übt die australische Regierung zusammen mit großen Teilen des angloamerikanischen Blocks Druck auf einen souveränen Staat aus, weil dieser einen Sicherheitspakt mit China unterzeichnet hat.

Was bedeutet die erwähnte „gegenseitige gesicherte Zerstörung“?
Dies ist das Prinzip, wonach ein massiver Atomschlag die totale Vergeltung des Gegners garantiert, sodass keine Seite gewinnen kann. In der Analyse wird darauf hingewiesen, dass bereits ein kleiner Prozentsatz getroffener Sprengköpfe globale Verwüstung auslösen würde, auch wenn die genauen Zahlen stets umstritten sind.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (152 Antworten).

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