Russland kauft Waffen in Nordkorea und im Iran: Seine Rüstungsindustrie kann nicht mehr
Wie kann ein Land, das Jagdflugzeuge der fünften Generation verspricht, Drohnen im Iran und Artilleriemunition in Nordkorea kaufen? Das ist die Frage, die über der Analyse des russischen industriellen Niedergangs schwebt, der in den letzten Monaten veröffentlicht wurde. Die Antwort, so das kursierende Material, ist unbequem: Es kann nicht. Das Land, das einst futuristische Waffen in die halbe Welt verkaufte, greift auf Staaten mit geerbter Technologie zurück, um einen Krieg zu führen, an dem es sich die Zähne ausbeißt.
Der jüngste Indikator, so die ursprüngliche Darstellung des Themas, ist der Munitionskauf in Nordkorea, zu dem sich der frühere Erwerb militärischer Drohnen im Iran gesellt. Für die zitierten Analysten ist das der Beleg dafür, dass die globalen Sanktionen die russischen Lieferketten stark eingeschränkt haben und Moskau zwingen, bei den Staaten zu klopfen, die der internationale Konsens ausgrenzt.
Die Su-75 Checkmate und andere Waffen, die nie das Schlachtfeld erreichen
Die Su-75 Checkmate, in Moskau als das Kampfflugzeug der Zukunft präsentiert, ist das sichtbarste Beispiel für die Kluft zwischen Schaufenster und Fabrik. Von diesem Fluggerät gibt es laut der Diagnose, die die Debatte eröffnet, einen nicht funktionsfähigen Prototyp im Maßstab 1:1 und ein Dutzend Demonstrationsmodelle. Nichts, was auch nur ansatzweise einer Serienproduktion gleicht, die eine Armee im Krieg ausstatten könnte.
Das Problem sei nicht nur, dass die supermodernen Entwicklungen eine Fata Morgana sind, so manche Stimme. Schlimmer sei die Unfähigkeit, konventionelle Waffen akzeptabler Qualität in ausreichender Menge herzustellen. Und da kommt die industrielle Zahl ins Spiel: Nach einer Berechnung, die in der Debatte kursiert, macht die Rüstungsindustrie rund **20 % der russischen Industrieproduktion** aus, sodass ein Kollaps des Sektors nicht beim Militär bleiben, sondern die Zivilwirtschaft voll treffen würde.
Warum ist Nordkorea ein relevanter Lieferant für Russland?
Weil es Munition herstellt, die zu den sowjetischen Systemen passt, die Russland noch besitzt, aber nicht mehr im selben Umfang produziert. Die nordkoreanische Munition ist wahrscheinlich eine Kopie von Waffen aus der Sowjetära, die in die russischen Werfer passen, so die verfügbaren Informationen. Nordkorea könnte die größte Quelle kompatibler Artilleriemunition aus Beständen außerhalb Russlands sein, einschließlich eigener Produktionsanlagen, um weitere Lieferungen zu beschaffen.
Die Qualität ist jedoch eine andere Sache. Ein Beispiel aus der Analyse: Von den 300 bis 400 nordkoreanischen Geschossen, die 2010 auf die südkoreanische Insel Yeonpyeong abgefeuert wurden, trafen nur 80 ihr Ziel. Der Rest fiel ins Meer. Eine als erbärmlich eingestufte Leistung, die die Russen möglicherweise am eigenen Leib erfahren werden.
Die Abwanderung der Fachkräfte, die Russlands Militärtechnik erstickt
Zu den Embargos, die Russland zwingen, Chips aus westlichen Haushaltsgeräten für die Waffenproduktion zu beschaffen, kommt ein Problem mit noch längerfristigen Folgen: der Verlust von Humankapital. Die russische Regierung ging so weit, Ingenieuren und Wissenschaftlern die Ausreise zu verbieten, mit Anweisungen an die Grenzwachen, IT-Experten festzuhalten.
Die Blutung ist nicht neu. Schon in den 90er Jahren, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, wanderte ein Großteil des wissenschaftlichen und Forschungspersonals mit Kontakten in die USA oder nach Europa aus, so die Argumentation in der Debatte. Das Durchschnittsalter des russischen Forschers liegt bei etwa 50 Jahren, verglichen mit 30 in den USA und China, so die verfügbaren Daten. Ohne Generationenwechsel wird die Militär- und Zivilindustrie diese Last jahrzehntelang schleppen.
Die Armee aus Pappe und die Debatte über die Zahlen
Das Gespräch driftet zum Vergleich der Fähigkeiten ab. Manche behaupten, die deutsche, britische, französische, schwedische, belgische und sogar die spanische Rüstungsindustrie sei stärker als die nordkoreanische, was den Wert des neuen Lieferanten relativiert. Andere erinnern daran, dass die USA bis vor Kurzem als erste Militärmacht galten und Russland als zweite – und man nun feststellt, dass die zweite eine Armee aus Pappe war, die zusammenbricht, sobald man sie in die Enge treibt.
Manche verweisen auch auf den energiepolitischen Kontext: Russland ist reich an Rohstoffen, die Absatzmärkte brauchen, damit seine Industrien nicht stillstehen, und der Tausch von Ressourcen gegen Waffen passt in diese Logik. Moskau hat den Kauf jedenfalls rundweg dementiert, während Quellen aus dem Pentagon darauf bestanden, er habe stattgefunden und zeige die Verzweiflung des Landes.
Das Atomarsenal als letztes Argument
Selbst im pessimistischsten Szenario für die konventionelle Industrie bleibt das Atomarsenal. Selbst wenn 80 % der Trägersysteme im Flug versagen, würde der Rest ausreichen, um einen Atomkrieg auszulösen, den niemand überlebte, so das Argument, mit dem die Analyse schließt. Es ist der Fakt, der jede triumphalistische Analyse des russischen Militärverfalls ad absurdum führt.
Die Industrie, die die Zukunft versprach, produziert nicht einmal Drohnen aus der Massenware. Diejenige, die noch die halbe Weltkarte auslöschen könnte, bleibt unversehrt. Niemand hat bisher erklärt, wie man diesen Widerspruch handhaben soll.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (94 Antworten).