Russland könnte die NATO-Nachschubwege angreifen

Einer Analyse zufolge würden weniger als hundert taktische Detonationen ausreichen, um die Logistik der NATO in Europa lahmzulegen. Strategie oder Bluff?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Russland könnte die Logistik der NATO zerstören: Das Szenario, das die Geister spaltet

Kann Russland die logistischen Netzwerke der NATO zerstören, ohne die Schwelle zum totalen Krieg zu überschreiten? Die Frage ist längst keine Salontheorie mehr. Unter den Militäranalysen, die derzeit kursieren, gewinnt zunehmend an Gewicht die Vorstellung, dass Moskau, in der Ukraine in die Enge getrieben, die Infrastruktur angreifen könnte, die die Kriegsanstrengung der Alliierten trägt.

Das Argument beruht auf einer Asymmetrie: Die NATO liefert Waffen in die Ukraine und operiert von den baltischen Ländern aus, während Russland davon absieht, alliiertes Gebiet anzugreifen. Ein Zwischenfall mit einer sprengstoffgeladenen Drohne auf einem Hochsicherheitsflughafen wird als Warnung zitiert, dass diese Zurückhaltung ein Verfallsdatum hat. Wenn die Allianz Partei im Konflikt ist, fragt eine Analyserichtung, warum sollten die europäischen Raffinerien und Nachschublinien dann unversehrt bleiben?

Die taktische Atomoption steht auf dem Brett

Das härteste Szenario beschränkt sich nicht auf konventionelle Bombardements. Manche halten einen Überraschungsangriff mit taktischen Atomwaffen gegen sämtliche Luftwaffen- und Raketenbasen der NATO auf europäischem Boden, ausgenommen die amerikanischen, für „die logische Konsequenz“. Die Zahl, die da kursiert, ist beunruhigend: Weniger als hundert Detonationen würden genügen, um das logistische Netz der Alliierten zu köpfen – ausgerechnet in einer Zeit, in der Luftabwehrsysteme knapp sind.

Dem hält ein anderes Lager entgegen, dass Russland sich seit Monaten zurückhält und nie einen totalen Krieg mit der Allianz gesucht hat. Nicht die Fähigkeit steht zur Debatte, sondern der Wille. Die Wette über eine Million Euro, dass es nicht passieren wird, bringt die Überzeugung der Skeptiker gut auf den Punkt.

Das Risiko einer unaufhaltsamen Eskalation

Das Problem: Ein Angriff auf die Infrastruktur eines Mitgliedstaates würde Artikel 5 auslösen und einen Stellvertreterkrieg in einen direkten Konflikt zwischen Atommächten verwandeln. Wer die harte Option befürwortet, nimmt das in Kauf: Die Eskalation würde sich jeder Kontrolle entziehen – aber am Abgrund stehen wir ohnehin schon.

Dass der Spielraum für Fehler auf fast null geschrumpft ist, bestreitet niemand.

Die Geschichte hat noch nicht zwischen Strategie und Bluff geurteilt. Aber wer in der Nähe einer europäischen Raffinerie arbeitet, sollte den Kaffee vielleicht nicht ganz auskühlen lassen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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