Vom Vespino-Kurier zum RTVE-Ratsmitglied mit 125.000 Euro
Wie viel TV-Wissen braucht man, um 125.000 Euro jährlich aus öffentlichen Kassen zu beziehen? Die Ernennung eines bekannten Rock-Moderators zum RTVE-Ratsmitglied hat die Debatte über ein Governance-Modell entfacht, das seit Jahren per Dekret funktioniert. Der neue Rat umfasst nun 15 statt neun Mitglieder, und ihre Bezüge stiegen laut dem von der Regierung gebilligten Dekret von null auf 105.000 Euro pro Jahr. Für einige neue Ratsmitglieder wird eine Summe von bis zu 125.000 Euro gehandelt. Der Lebenslauf des Ausgewählten, ein Veteran der Musikwellen mit jahrzehntelanger Erfahrung, enthält keinen Hochschulabschluss, aber eine lange Karriere in den Medien und eine unverschleierte ideologische Zugehörigkeit.
Von neun auf 15 Ratsmitglieder: Die Kosten des neuen Gremiums
Die Fakten sind eindeutig. Der alte Rat hatte neun Mitglieder, der neue hat fünfzehn. Sechs zusätzliche Sitze bedeuten sechs zusätzliche Gehälter. Die Erweiterung wurde per Dekret gerechtfertigt, das Ergebnis ist ein Organ, das sich von einem Aufsichtsgremium zu einer hochdotierten Struktur im öffentlichen Dienst entwickelt hat. Die neuen Ratsmitglieder erhalten 105.000 Euro pro Jahr, in einigen Fällen steigt diese Zahl je nach Aufschlüsselung auf 125.000 Euro. Zum Vergleich: Das Durchschnittseinkommen in Spanien liegt unter 30.000 Euro brutto pro Jahr. Ein RTVE-Ratsmitglied verdient mehr als das Vierfache davon. Und es wird nicht erwartet, dass sie programmieren, leiten oder produzieren. Es wird erwartet, dass sie gehorchen.
Einige behaupten, der Posten sei eine Belohnung für geleistete Dienste. Andere verteidigen, dass der Ernannte sein ganzes Leben in den Medien gearbeitet habe, seit er sechzehn war, und dass dies mehr sei, als viele Politiker vorweisen können. Beides kann gleichzeitig wahr sein. Was jedoch nicht diskutierbar ist, ist der Mechanismus: ein Dekret, fünfzehn Sessel, ein öffentliches Gehalt.
Welche Voraussetzungen gelten für RTVE-Ratsmitglieder?
Keine expliziten, abgesehen von der politischen Nominierung. Es gibt keine Prüfung, keinen öffentlichen Wettbewerb, keine überprüfbare Bewertungskriterien. Der Ernannte hat keinen Universitätsabschluss, was ihn an sich nicht disqualifiziert: Es gibt Abgeordnete ohne Studium und Manager ohne Master. Das Problem ist nicht der Lebenslauf, sondern das System, das eine Ernennung in einen 'Chiringuito' (eine Art Gefälligkeitsnetzwerk) verwandelt. Die schwebende Frage ist einfach: Was bringt dieser Herr dem öffentlichen Fernsehen, das nicht jeder Bürger mit einer Fernbedienung leisten könnte? Die Antwort der Befürworter lautet, dass er das Medium von innen kennt. Die Kritiker sagen, er kenne denjenigen, der das Dekret unterzeichnet.
Das empörende Gehalt: 125.000 Euro für Gehorsam
Die Zahl schmerzt. Nicht weil sie im privaten Sektor skandalös wäre – ein Manager eines Privatsenders kann so viel oder mehr verdienen –, sondern weil sie aus den Steuern aller stammt. Und weil der Posten, wie die Debatte zeigt, keine Entscheidungsfindung oder Denkarbeit erfordert: Man soll Befehle befolgen. Ein Ratsmitglied, das nichts entscheidet, ist ein Ratsmitglied, das dafür bezahlt wird, die Hand zu heben. Die Ironie besteht darin, dass er sein Gehalt auch „aufgrund gesetzlicher Verpflichtung“ beziehen wird, wie er selbst bei seinem Amtseid sagte, wie in der Diskussion erinnert wird. Dieser Satz, ausgesprochen bei einer feierlichen Zeremonie, fasst das Niveau zusammen: Dieselbe Formel, die zur Befolgung einer Norm dient, rechtfertigt hier ein Gehalt.
Es kursiert eine Berechnung, die die Kosten des neuen Rates postenweise aufschlüsselt: fünfzehn Mitglieder, sechs mehr als zuvor, mit Gehältern, die das Durchschnittseinkommen vervierfachen. Die vollständigen Details zeigen eine überraschende Differenz. Was nicht überrascht, ist das Muster: Erst wird das Gremium erweitert, dann werden die Vergütungen festgelegt, und danach sucht man jemanden für den Sessel. Die Reihenfolge der Faktoren ändert nichts am Produkt.
Die Karriere des Ernannten: Jahrzehnte der Erfahrung und eine offene Gesinnung
Der Ausgewählte ist kein Neuling. Er ist seit Jahrzehnten in den Musikmedien tätig, seit er als Junge neben Heavy-Metal-Legenden in Fachzeitschriften posierte. Er hat für Branchenpublikationen geschrieben, Radiosendungen moderiert und war eine erkennbare Stimme für mehrere Generationen von Rockfans. In seinem Blog finden sich Grüße an das revolutionäre Kuba, das bolivarianische Venezuela, die Sowjetunion und historische kommunistische Führer. Auch Kritik an der „lichten Rechten“ und den „nützlichen Idioten des Systems“. Dies ist kein neutrales Profil. Er hat nie vorgegeben, eines zu sein.
Seine Verteidiger argumentieren, dass er sein ganzes Leben gearbeitet hat, mehr Tage eingezahlt hat als viele Politiker und dass seine Ideologie ihn nicht für das Amt disqualifiziert. Seine Kritiker entgegnen, dass genau diese Ideologie der Grund für die Ernennung sei und dass ein Aufsichtsrat des öffentlichen Fernsehens kein Preis für Parteitreue sein sollte. Beide Seiten haben teilweise recht. Das Problem ist nicht er. Das Problem ist, dass das System zulässt, dass er – oder jeder andere – ohne weitere Filter als die Unterschrift des Machthabers ernannt wird.
Das RTVE-Modell: Ratsmitglieder per Dekret und öffentliche Gehälter
Das spanische öffentliche Fernsehen wird seit Jahren per Dekret regiert. Der Aufsichtsrat wird durch Entscheidung der jeweiligen Exekutive erneuert, und die Ernennungen folgen Parteiquoten. Dies ist kein neues Phänomen, aber die Erweiterung auf 15 Mitglieder und die Erhöhung der Vergütungen setzen einen neuen Rekord. Die früheren Ratsmitglieder bezogen kein Gehalt. Die neuen erhalten 105.000 Euro, manche bis zu 125.000 Euro. Der Unterschied zwischen keinem Gehalt und diesem Betrag ist der Unterschied zwischen einem Aufsichtsorgan und einer Vermittlungsagentur.
Die Frage, die niemand vollständig beantwortet, lautet: Was genau wird überwacht? Das Programm? Das Management? Oder hebt man einfach nur die Hand, wenn es soweit ist? Der RTVE-Rat hat 15 Mitglieder. 15 Gehälter. 15 Unterschriften. Und einen Präsidenten, der entscheidet. Der Rest, so die Debatte, gehorcht.
Am Ende geht es in dieser Geschichte nicht um einen Rock-Moderator mit Lederjacke, der in einem Sessel gelandet ist. Es geht um ein Land, in dem Anstrengung und Talent mit prekären Verträgen belohnt werden und politische Loyalität mit 125.000 Euro Jahresgehalt. Der Ernannte hat mehr Haare als viele seiner Kritiker, sagte er selbst lachend. Er hat auch ein höheres Gehalt. Und weniger Verantwortung. So ist das eben, wenn man Befehle aufgrund gesetzlicher Verpflichtung befolgt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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