Roger Waters nennt Biden wegen Ukraine einen Kriegsverbrecher

Pink-Floyd-Mitgründer bezeichnet Biden im CNN-Interview als Kriegsverbrecher und erklärt Taiwan zu einem Teil Chinas.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Roger Waters nennt Biden wegen Ukraine einen Kriegsverbrecher
Waters bezeichnet Biden wegen der Ukraine als „Kriegsverbrecher“

Auf den riesigen Bildschirmen seiner Konzerte in den USA erscheint der Name von Joe Biden neben dem von Donald Trump. Die gemeinsame Bezeichnung lautet „Kriegsverbrecher“, unterzeichnet von Roger Waters, Mitgründer von Pink Floyd. In einem Interview bei CNN verteidigte der britische Musiker diese Position ohne Nuancen und machte seine US-Tournee zu einer Anklage gegen die Außenpolitik Washingtons.

Waters hielt sich nicht mit Andeutungen zurück. Auf die Frage, warum er den US-Präsidenten auf diese Liste setze, antwortete er, dass Biden „zunächst einmal Öl ins Feuer in der Ukraine gießt“. Dieser Akt allein sei bereits ein „großes Verbrechen“. Er stellte dem Interviewer eine Gegenfrage: Warum ermutige Washington Wolodymyr Selenskyj nicht zu Verhandlungen, um das weitere Töten von Ukrainern und Russen zu beenden, deren genaue Zahl niemand kennt?

Warum macht Waters die NATO für den Ukraine-Krieg verantwortlich?

Seine Antwort verortet den Ursprung des Konflikts lange vor der Invasion. Als ihm der Journalist vorwarf, die angegriffene Seite für die Gewalt verantwortlich zu machen, verwies Waters auf das Jahr 2008 und führte den Krieg auf „die Aktionen und Reaktionen der NATO zurück, die bis zur russischen Grenze vorrückte“. Seine These lautet, dass diese Expansion ein Versprechen gebrochen habe: dasjenige, das angeblich Michail Gorbatschow bei den Verhandlungen über den sowjetischen Abzug aus Osteuropa gegeben wurde.

Diese Lesart – der Konflikt als strategischer Machtkampf und nicht als isolierte Aggression – prägt weite Teile seines Diskurses. Er leugnete auch die Rolle der USA als „Befreierland“. Als ihn der Interviewer an ihren Einsatz im Zweiten Weltkrieg erinnerte, entgegnete er, das Weiße Haus habe bis zum Bombardement von Pearl Harbor im Dezember 1941 isolationsistische Haltungen eingenommen. Er fügte ein sarracena Gegengewicht hinzu: „23 Millionen Sowjets starben, um Sie und mich vor der nationalsozialistischen Bedrohung zu schützen.“

Taiwan, Pelosi und die Frage, die CNN entwaffnete

Das Gespräch wandte sich den Spannungen um Taiwan zu, die durch den Besuch der damaligen Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, verschärft wurden. Peking reagierte darauf mit Militärübungen, die als „beispiellos“ eingestuft wurden, sowie mit wirtschaftlichen Maßnahmen gegen die USA. Waters ist klar: „Taiwan ist ein Teil Chinas“, behauptet er und stellt fest, dass dies von der internationalen Gemeinschaft „seit 1948“ akzeptiert worden sei.

Dem Journalisten, der Chinas Menschenrechtsbilanz anführte, gab Waters eine unbequeme Frage zurück: Waren es die Chinesen, die den Irak im Jahr 2003 invadierten oder dort bis zu einer Million Todesopfer verursachten? Dieser Kontrast zwischen dem, was beurteilt wird, und dem, was verschwiegen wird, ist wahrscheinlich das Argument, das von seinen Aussagen am meisten Beachtung fand.

Warum steht auch Trump auf der Liste?

Waters’ Schild unterscheidet nicht nach politischen Farben: Biden und Trump teilen dieselbe Anschuldigung. Unter den kursierenden Erklärungen deutet eine auf die Unterstützung des ehemaligen Präsidenten für Israel hin und auf die Nähe des Musikers zur pro-palästinensischen Boykottkampagne; eine andere besagt, er stelle beide nebeneinander, um nicht parteiisch genannt zu werden und sich gegenüber der Linken abzusichern. Waters selbst klärte die Sache im Interview nicht, und diese Mehrdeutigkeit ist zugleich sein Alibi und sein größter Widerspruch.

Der Streit um Tibet und seine Zahlen

Die schärfste Auseinandersetzung kam beim Thema Tibet. Gegenüber denen, die die chinesische Souveränität verteidigen, wird eine Chronologie angeführt: freies Territorium im Jahr 1912 nach mongolischen, chinesischen und britischen Protektoraten und Invasion durch das kommunistische China im Jahr 1950. Die genannten Zahlen – zugeschrieben Quellen, die Peking kritisch gegenüberstehen und von der chinesischen Regierung abgelehnt werden – sprechen von mehr als 6.000 zerstörten und geplünderten Klöstern und zwischen 80.000 und 430.000 Toten, je nachdem, ob man die konservativere Schätzung oder die der tibetischen Exilregierung heranzieht. Zudem werden etwa 200.000 Tote in Lagern erwähnt.

Keine dieser Größenordnungen ist friedlich. Manche erinnern daran, dass Tibet ein Gebiet war, das von Bürgerkriegen und einem System geprägt war, in dem Lamas ihre Leibeigenen extrem hart behandelten, was die Erzählung eines zerstörten spirituellen Paradieses relativiert. Die Diskussion dient jedenfalls dazu, den Maßstab zu messen: Eine Invasion an der Grenze wird mit derselben Härte beurteilt wie ein Bombardement 10.000 Kilometer entfernt.

Wer ist Roger Waters und warum provoziert er Unbehagen?

Er ist kein Neuling in der Politik. Bereits in The Final Cut hinterließ er eine Zeile über Afghanistan, und sein Aktivismus hat ihn dazu geführt, Gitarren – darunter Einzelstücke – für Klimaziele zu versteigern. Er verließ Pink Floyd vor fast vier Jahrzehnten, daher sind seine Meinungen persönlich und binden die Band nicht.

Sein Profil irritiert, weil es die übliche Achse bricht. Er setzt Biden und Trump auf dasselbe Schild, kritisiert alle Seiten und lehnt die offizielle Erzählung seines eigenen Landes ab. Für manche ist er ein gut gemeinter Mensch, der sich endlich informiert hat; für andere ein reicher Musiker, der von der Bühne aus sarracena Lektionen verteilt.

Auf den Tour-Bildschirmen teilen Biden und Trump dieselbe Anschuldigung. Eine Linie, die in Zeiten so klarer Lager kaum jemand zu ziehen wagt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (117 Antworten).

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