Rock-Publikum altert: Kein Nachwuchs, hohe Ticketpreise

Das Publikum bei Rockkonzerten in Spanien wird älter. Wenige Zwanzigjährige sind dabei, während Tickets über 100 Euro kosten und die Szene schrumpft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Rock-Publikum altert: Kein Nachwuchs, hohe Ticketpreise
Rock-Publikum altert, junge Fans fehlen

Bei Rockkonzerten ist weiterhin Publikum vorhanden, und die Begeisterung wird nie ganz verschwinden, aber sie wird immer jünger. Dies ist der Eindruck, den Besucher von Tourneen etablierter Bands wiederholen: Unter dem Publikum dominieren Menschen mittleren Alters, während Zwanzigjährige selten sind. Es gibt keine offiziellen Daten hinter dieser Beobachtung, nur Leute, die in die Veranstaltungsorte gehen und sich umsehen. Die Diagnose eines Teilnehmers – „Der Rock ist tot“ – wird sofort relativiert: Das Publikum ist nicht verschwunden, sondern mit ihm gealtert, und die Kluft zwischen vollen Hallen und dem Alter der Besucher beginnt sichtbar zu werden.

Wie viele Zwanzigjährige gehen heute zu einem Rockkonzert?

Der Verdacht beschränkt sich nicht auf Heavy Metal. Bei leichteren Events wie Coldplay oder U2 schätzen Anwesende das Verhältnis ähnlich ein: Wenn Zwanzigjährige die Hälfte des Publikums stellen sollten, sind es in der Praxis nur ein Viertel. Und dies gilt für Konzerte mit großer medialer Anziehungskraft, wo der Generationswechsel am deutlichsten sein sollte.

Ein von einem Teilnehmer angestellter Vergleich ist der Stierkampf: Eine Leidenschaft, die nicht verschwindet, aber sich verkleinert, altert und ihre Ausgaben auf weniger Veranstaltungen pro Jahr konzentriert. Es gibt keine offiziellen Statistiken hinter diesen Eindrücken, nur Leute, die vor Ort sind und beobachten. Das Muster beschreiben jedoch sowohl Befürworter als auch Kritiker gleich.

Warum vertreiben 100 Euro für zwei Stunden Konzert das junge Publikum

Tickets für Springsteen oder die Stones liegen laut Besuchern bei über 100 Euro pro Person. Für diesen Preis zieht ein junger Mensch ein mehrtägiges Festival mit Camping und viel mehr Musikstunden einer zweistündigen Show in einer Halle vor. Die Rechnung ist nicht trivial: Der Premium-Ticketpreis ist schneller gestiegen als die Kaufkraft der 20- bis 30-Jährigen.

Dann ist da noch das Format. Zwei Stunden Live-Musik ohne Screens oder Choreografie passen nicht zur Generation, die mit 15-Sekunden-Clips aufgewachsen ist. Manche behaupten, dass ohne spektakuläre Inszenierung das Konzert für sie langweilig wird; dies sollte man eher als These denn als Fakt betrachten.

Die spezialisierte Szene schrumpft, der Nachwuchs bleibt aus

Ein Teilnehmer macht die Industrie verantwortlich: Medien hätten sich auf Tanzmusik konzentriert, die leichter ein breites Publikum anspricht, wodurch Rock aus dem Fokus geraten sei. Diese These ist schwer zu beweisen und leicht zu übertreiben. Was in der Diskussion jedoch wiederkehrt, ist Folgendes: Kleine Clubs schließen. In Madrid soll der letzte Heavy-Metal-Laden in Vallecas geschlossen haben, laut einem Forennutzer, ohne weitere Bestätigung.

Andere argumentieren, dass die Verschiebung durch die wachsende Bedeutung lateinamerikanischer Rhythmen und spanischsprachiger Musik bedingt ist. Dieses Argument vermengt sich im Gespräch mit Abwertungen gegenüber Hörern, die nichts beitragen und ignoriert werden sollten: Als wirtschaftliche These ist das Einzige solide, dass sich der jugendliche Musikkonsum um Genres neu orientiert hat, die die Rock-Szene nicht kontrolliert.

Ist Rock mit Reggaeton vergleichbar?

Hier wird die Diskussion hitzig und ungenau. Eine Position verteidigt, dass Rock die Evolution der klassischen Musik sei und dass das Handwerk – jahrelanges Instrumentenspiel, Harmonie, Live-Auftritt – kein Äquivalent in der aktuellen urbanen Musik habe. Die Gegenposition lautet, dass diese Hierarchie rein generationsspezifischer Geschmack sei und dass das Nennen dessen, was Millionen junger Menschen hören, als Müll mehr über den Sprecher als über das Objekt aussagt.

In der Mitte taucht eine vernünftige, wenn auch umstrittene Nuance auf: Urbane Musik hat ihr Klangspektrum kaum in fünfzehn Jahren verändert, während Rock ’n’ Roll in zwei Jahrzehnten eine Reihe von Subgenres hervorbrachte – Pogre, Heavy, Punk, Alternative –, deren Spuren bis heute reichen. Dass ein Genre Ableger produziert, macht es nicht überlegen. Dass es keine produziert, disqualifiziert es nicht, aber das Gefühl, dass es seit zehn Jahren gleich klingt, ist nicht nur Sache von Puristen.

Welche Rolle spielt Rock in anderen europäischen Ländern?

Der internationale Vergleich mildert den apokalyptischen Ton, obwohl die Zahlen von den Teilnehmern selbst stammen und niemand sie überprüft. In Deutschland heißt es, dass etwa 90 % des Publikums Tanzmusik hört, während Rock nur nahe bei 10 % liegt. In Spanien sinkt diese Schätzung auf 1 %. Der Unterschied liegt nicht darin, ob der Rock stirbt, sondern wie viel Boden er in jedem Markt verloren hat und wie schnell.



Mit Tickets, die Besucher über 100 Euro taxieren, vollen Hallen und einem steigenden Durchschnittsalter bei jeder Tournee müsste der Generationswechsel bereits stattfinden. Die Besucher sagen, dass sie ihn nicht sehen. Bleibt die unbequeme Frage: Ist es ein Geschmackswechsel, der sich von selbst korrigiert, oder ein Markt, der entschieden hat, dass junges Publikum nicht rentabel ist?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (145 Antworten).

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