Robert Altman: Meisterwerk oder Langweiler – ein Regisseur spaltet

Robert Altmans Werk spaltet: Manche verteidigen The Player und Der lange Abschied, andere werfen ihm zähe Erzähltempos und zerfaserte Handlungen vor

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Robert Altman: zwischen großem Film und unerträglicher Langeweile

Robert Altman kehrt immer wieder in den Mittelpunkt eines Streits zurück, den niemand beendet: unverzichtbarer Autor oder die größte Langeweile, die das amerikanische Kino hervorgebracht hat? Die Anklage kommt mit Namen. Ein Lager hält seine Filme für „absolut abscheulich“, mit zähem Erzähltempo und charismalosen Figuren, und spitzt die Herausforderung zu: einen guten Film, nur einen einzigen. Die Antwort klärt den Streit nicht, sondern öffnet die Landkarte.

Welche Robert-Altman-Filme überzeugen?

Mehrere Teilnehmer sind sich einig, dass The Player (1992) zu retten ist, die Satire auf Hollywood selbst, die als unterhaltsam und direkt gilt. Der lange Abschied (1973) hat Verteidiger: die Marlowe-Deutung mit Elliott Gould funktioniert, und nebenbei gibt es einen Cameo-Auftritt eines jungen Arnold Schwarzenegger, der laut Drehbuch im Unterhemd bleiben muss. An die Szene erinnert man sich mehr wegen ihrer Absurdität als wegen des Kinos.

Demgegenüber ist die Liste der verurteilten Filme bei den Teilnehmern lang. Popeye (1980) trägt das Stigma eines Missgeburts; Pret a Porter wird ohne Gnade abgefertigt; Dr. T and the Women taucht unter dem Schlechtesten auf, was man je gesehen hat; und Gosford Park (2001) schleppt laut einem Teilnehmer über zwei Stunden Laufzeit und eine endlose Exposition mit sich, bevor die Handlung überhaupt beginnt. Kansas City und Vincent und Theo kommen ebenfalls schlecht weg: man wirft ihnen flaches Tempo und erzwungene Szenen vor.

Das Ensemble: Methode oder Makel?

Hier liegt der eigentliche Bruch. Was die einen als Autorensignatur lesen – sich überlagernde Dialoge, riesige Besetzungen, sich kreuzende und verzweigende Geschichten –, sehen die anderen als Häufung zusammenhangloser Handlungen, bei denen man nicht mehr weiß, was eigentlich erzählt wird. MASH (1970), sein großer Kultfilm, ist das perfekte Beispiel: Manche erinnern sich an ihn als legendär, andere finden darin eine Abfolge von Szenen, die nirgendwohin führen.

Die technische Verteidigung existiert: Manche halten diese Merkmale nicht für zufällige Fehler, sondern gerade für seine Methode. Und sie funktioniert oder funktioniert nicht je nach Zuschauer, nicht je nach Film. Das ist das Problem, wenn man über Altman streitet: dieselbe Eigenschaft ist zugleich Beweis der Anklage und Beweis der Unschuld.

Die intellektuelle Verehrung der Siebziger

Ein generationeller Faktor schleicht sich in alle Bilanzen ein. Laut einem Teilnehmer stellte eine gewisse Fernsehkritik Altman, Bogdanovich und die Nouvelle Vague jahrelang auf einen Altar, als hätten sie das Kino erfunden. Diese Aura wiegt heute gegen ihn: Zum Werk kommt die Erinnerung an die Predigt hinzu.

Die Parallele zu Fellini ist unvermeidlich und zugleich hinterhältig. Der Italiener hat seine eigenen Kritiker – Acht einhalb wird im selben Gespräch verteidigt und angegriffen –, aber manche schreiben ihm eine Handvoll Titel zu, die sie als unangreifbar darstellen.

Die Bilanz steckt weiterhin an derselben Stelle fest. Es gibt keine Liste unumstrittener Filme, die den Fall Altman abschließt, und auch keine Katastrophe, die ihn vernichtet. Was bleibt, ist ein Werk, das dazu zwingt, vor dem Anschauen Partei zu ergreifen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (65 Antworten).

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