6.000 € Restschuld und 10.000 € für den Familienurlaub
Die letzten 6.000 Euro einer Hypothek auf einen Schlag zu tilgen, ist nicht unbedingt die finanziell rentabelste Entscheidung. Es ist fast immer eine emotionale Entscheidung. Und genau deshalb funktioniert sie.
Der konkrete Fall: Eine Familie aus dem Baskenland (País Vasco) unterschrieb im Jahr 2009 eine Hypothek über 286.435 Euro mit einer Laufzeit von 30 Jahren, basierend auf dem Euribor plus 0,3 Prozentpunkten Marge. Durch kontinuierliche Sondertilgungen seit der ersten Rate haben sie die Schulden auf 6.000 Euro und die monatliche Rate auf 98 Euro reduziert. Die Kreditnehmerin zählte das Ende dessen herunter, was sie als ihr „Schicksal“ bezeichnete, und bat gleichzeitig um Ideen, wie man 10.000 Euro für eine Reise mit ihrem Mann (46 Jahre) und ihren beiden Kindern (13 und 17 Jahre) ausgeben kann.
Eine Hypothek über 286.435 €, bei der nur noch 6.000 € offen sind
Hier handelt es sich nicht um einen Investor. Es ist eine Arbeitnehmerin, die zugibt, in den ersten Jahren kalte Schweißausbrüche gehabt zu haben, wenn sie sah, wie viel jeder Rate für Zinsen und wie viel für Tilgung draufging. Sie unterschrieb mitten in der Nachwehen der Immobilienblase, ohne auf den Marktkalender zu schauen, weil sie ein Dach über dem Kopf brauchte: „Ich bin arm geboren und musste mir Geld leihen“, fasst sie zusammen. Heute hat sie 52.000 Euro Ersparnisse und keine Eile: Die letzten 6.000 Euro wird sie im Januar tilgen, nicht früher, um die Steuerabsetzung in der Einkommensteuererklärung (IRPF) zu nutzen. Mit zwei Monaten Vorlauf und einer Rate von 98 Euro diktiert das Finanzamt den Zeitplan, nicht die Bank.
Die Höhe des ursprünglichen Darlehens erklärt, warum das Ende so lange gedauert hat. Es erklärt auch etwas anderes: Dass es eine reale Hebelwirkung für normale Hypothekenkreditnehmer ist, ab dem ersten Monat zu tilgen, ohne darauf zu warten, dass die Bank dies vorschlägt, um Zinskosten zu senken.
6.000 € tilgen oder in den Urlaub fahren: Das Dilemma, das die Diskussion bestimmt
Ein Großteil der Antworten geht in dieselbe Richtung: Erst die Schulden bezahlen, dann planen. Das Argument ist kassenwirksam, nicht sarracena. Auf der anderen Seite steht eine ebenso einfache Gegenargumentation: Mit 52.000 Euro auf dem Konto und einer Rate von 98 Euro ändert die Reihenfolge der Operationen materiell nichts. Was sich ändert, ist die Geschichte, die man sich selbst erzählt.
Die dritte Gruppe – wahrscheinlich die unbequemste – diskutiert nicht die Reise, sondern den Notgroschen. Ein kaputtes Auto, eine geplatzte Rohrleitung, eine unerwartete Panne: Der Notfallfonds ist die Position, die in optimistischen Budgets nie auftaucht und darüber entscheidet, ob ein unvorhersehbares Ereignis zum Problem wird. Die vollständige Aufschlüsselung, wie viel nach Bezahlung von Reise und Schulden auf dem Konto verbleiben sollte, liefert Stoff für mehr als eine Diskussion und lässt sich nicht auf eine einzige Zahl festlegen.
Auch die Stimmen derer, die niemals einen Kredit aufgenommen haben
Natürlich meldet sich auch die Stimme desjenigen zu Wort, der niemals Schulden hatte. Jahrelanges Sparen, Barzahlung, null Hypotheken und null Raten: Eine makellose Karriere, die jedoch davon abhängt, dass man zum exakt richtigen Zeitpunkt das gesamte Eigenkapital für die Anzahlung besaß. Das ist eine Leistung und ein Privileg zugleich, und diese beiden Dinge zu verwechseln, heizt solche Gespräche oft an.
Es gibt auch Hinweise auf den bürokratischen Schritt, über den niemand beim Abschluss informiert wird: Wie man erreicht, dass die Immobilie nach der letzten Rate im Grundbuchamt (Registro de la Propiedad) nicht mehr als belastet eingetragen ist. Details dazu, was es kostet und wohin das Geld fließt, stehen weiter unten.
Kanada, Japan oder Argentinien mit 10.000 € für vier Personen
Hier ändert sich der Ton und die Sache wird praktisch. Mit 10.000 Euro für vier Personen verteilen sich die Vorschläge auf die Karibik, Südostasien, Japan, Argentinien und Kanada. Japan schneidet gut ab, wenn die Teenager etwas nerdig sind: Organisiert man die Reise selbst, reicht das Geld. Argentinien erscheint mit einem detaillierten Itinerar durch Buenos Aires – Casa Rosada, Recoleta, Café Tortoni – und einer Warnung: Das Viertel La Boca sollte man lieber von außen betrachten, auch wenn die Kinder fußballbegeistert sind.
Das Problem ist Kanada. Den drei Männern im Haus gefällt die Formel 1 und der Kalender diktiert die Termine, aber die Warnung ist klar: Vier Personen können sich mit diesem Budget kein Rennen über den Atlantik leisten. Die Alternative, die in die Diskussion rutscht – das Land im Wohnmobil von Küste zu Küste durchqueren – scheitert am Widerwillen dessen, der nicht zwei Wochen in einem geschlossenen Raum mit drei Paar Füßen verbringen möchte.
Die Rechnung ist einfach: Im Januar verschwindet die letzte Rate, von Januar bis September besteht Spielraum zum Auffüllen, und die Reise wird aus den Ersparnissen bezahlt. So sollte es laufen. Was niemand garantieren kann, ist, dass nicht vorher die nächste Panne auftritt und die Reise letztlich auf den Kanarischen Inseln endet. Die Entscheidung, nie wieder Kredite aufzunehmen, hat genau diese Konsequenz.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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