Renault Arkana: Europas hässlichste Autos im Fokus

Der 2020 eingeführte SUV-Coupé Renault Arkana steht wegen Design und Name in der Kritik und entfacht die Debatte um Europas hässlichste Fahrzeuge neu.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Renault Arkana: Europas hässlichste Autos im Fokus
Renault Arkana entfacht Streit um das hässlichste Auto

Im Jahr 2020 präsentierte Renault den Arkana, ein SUV-Coupé, das angeblich mit Konventionen brechen sollte. Die Reaktion war jedoch eindeutig: Der Name wurde als Last empfunden. „Die Leute werden ihn bald nur noch 'Renault Arcadas' nennen“, prophezeite ein Kommentator. Die französische Marke wollte Modernität verkaufen, lieferte aber für viele Beobachter eher eine schlecht kaschierte Kopie.

Die Kritik begann bei diesem Modell, breitete sich aber schnell aus. Vom konkreten Fahrzeug wechselte die Diskussion zu einer unbequemen Verdächtigung der gesamten Branche: Das europäische Autodesign sei von Hässlichkeit geprägt und wir würden seit Jahren Silhouetten feiern, die beim zweiten Hinsehen wegschauen lassen.

Der Name des Renault Arkana: Das erste Problem

Bevor über die Karosserie diskutiert wurde, konzentrierte sich die Debatte auf die Bezeichnung. Ein Auto nach einem Wort zu benennen, das an Erbrechen erinnert, ist eine Einladung zum Spott – ein klassischer Fehler in einer Branche, in der der Modellname die erste Marketingkampagne darstellt. „Schlimmer Name“, lautete das knappe Urteil eines Kommentators, ohne auf Details einzugehen.

In Spanien wiegt ein eingängiger Spitzname mehr, als die Industrie zugibt. Er entsteht an der Bartheke und begleitet das Auto während seiner gesamten Lebensdauer. Für den Arkana wird es schwer sein, seinen Ruf abzuschütteln, egal wie sehr die Marke ihre revolutionären Ambitionen betont.

Ein „Fast wie BMW“ vom X4 und X6

Der häufigste Vorwurf war die Nachahmung. Der Arkana wurde als schwache Kopie des BMW 3er GT dargestellt, und der Verweis auf die SUV-Coupés der bayerischen Marke – X4 und X6 – tat ihr Übriges. „Er ist hässlich, armer Kerl... aber naja, wie ein BMW X4“, fasste ein Kommentar zusammen, der wie ein Urteil wirkt. Wichtig ist die Nuance: Die Hässlichkeit des Franzosen wurde nicht isoliert betrachtet, sondern im Vergleich zu einem Muster, das bereits aus München kam.

Die Beschreibungen wurden zunehmend bildhaft. „Sieht aus wie eine Kakerlake“, schrieb einer. „Wie das Auto der Ninja Turtles“, fügte ein anderer hinzu. Manche sahen sogar einen gewissen Charme – „Mir gefällt er; erinnert mich an einen Bauhelm“, gab ein Nutzer zu –, doch diese Verteidigung lobte die Seltsamkeit, nicht die Schönheit. Eine kühlere Stimme erinnerte daran, dass die unverhältnismäßige Frontpartie auf kleinen Rädern keine Neuerung ist: Es ist seit Jahrzehnten das Markenzeichen des Hauses.

Warum triumphieren hässliche Autos in Japan, scheitern aber in Europa?

Hier änderte sich der Ton. Neben der ästhetischen Verachtung tauchte eine unbequeme Tatsache auf: In manchen Märkten sind solche Modelle Bestseller. „In Japan ist er ein Verkaufsschlager. Hier in Europa war er ein Flop. Mir scheint das Design für Europa zu aggressiv“, bemerkte ein Kommentator. Die Erklärung liegt vermutlich in Steuern und Automobilkultur: Asien toleriert und belohnt kleine, eigenwillig aussehende Autos, die Kei-Cars, mit 600-cm³-Motoren, die niedriger besteuert werden als herkömmliche Fahrzeuge.

Dieses Argument irritiert jene, die mit europäischem Geschmack urteilen. Was hier als Missgeburt gilt, ist dort eine vernünftige Anschaffung. Mit anderen Worten: Hässlichkeit hat eine geografische Komponente, und der Geldbeutel diktiert mehr als der Spiegel.

Das Museum der Schrecken: Ami, Juke und Twingo

Die Liste der Kandidaten füllte sich rasch. Nissan Juke, Opel Agila und Hyundai Atos wurden ohne Diskussion genannt. Der Renault Twingo erhielt den elegantesten Euphemismus aller: „fragwürdige Ästhetik“, die Formulierung, die manche Medien nutzten, um nicht direkt „hässlich“ zu schreiben. Und jemand schloss die Aufzählung mit einem Eigennamen: dem Citroën Ami, dem vierrädrigen Gefährt mit bewusst einfachem Aussehen, das die Debatte beendete, ohne dass jemand widersprach.

Einen eigenen Abschnitt verdient die Vergangenheit. Renault habe, so ein Kommentar, „in den 70ern reichlich hässliche Autos gebaut“. Der Toyota Will erschien mit Stoßfängern an den Türen, deren Zweck niemand so recht verstand. Und der Chrysler Horizon, ein Auto von 1983, das bereits Servolenkung, elektrische Fensterheber und ein Radio-Cassette-Deck mit automatischer Rückspulfunktion bot. „Wirkt wie ein Auto für hässliche, glatzköpfige Herren“, mutmaßte ein anderer, allein aufgrund seines Instinkts. Die Geschichte spricht niemanden frei: Jedes Jahrzehnt hatte seine kultige Missgeburt.

Hässlich bedeutet nicht immer kommerzielles Scheitern

Die Paradoxie, die sich durch die gesamte Diskussion zieht, ist simpel: Die am meisten kritisierten Autos verkaufen sich nicht immer schlecht. Der Juke begründete ein Segment, das später fast alle Marken kopierten. Der Twingo überlebte Generationen im Katalog trotz seiner „fragwürdigen Ästhetik“. Wenn die Hässlichkeit die Zielgruppe trifft, wird sie vom Makel zum Erkennungsmerkmal.

Was das Volksurteil straft, ist weniger die Seltsamkeit als die Heuchelei: das Auto, das vorgibt, etwas anderes zu sein, als es ist. Und genau dort wird der Vergleich mit den Luxus-SUVs vernichtend.

Das hässlichste Auto existiert nicht – oder wir kennen es noch nicht

Mit diesen Bausteinen wirkt das Urteil weniger wie ein Gerichtsurteil denn wie eine Sympathieumfrage. Der Arkana bekommt Prügel als Neuling, der Juke als Pionier des Genres und der Ami für seine bis zur Verzweiflung gehende Ehrlichkeit. Jede Epoche findet ihren Sündenbock und zeigt schonungslos auf ihn.

Vielleicht lautet die richtige Frage nicht, welches das hässlichste Auto ist, sondern warum niemand zweimal hinschauen möchte. Denn Design ist ein Wagnis: Wer trifft, verkauft; wer daneben greift, wird zum running Gag einer Fahrergeneration. Und da hat Renault einen Vorsprung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (178 Antworten).

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