Reicht eine Million Euro für den Status Millionär in Spanien?

Ein Nutzer berechnet, dass mit 230.000 Euro Investitionen und einer Wohnung von 200.000 Euro das Million-Ziel in 14 Jahren erreicht wird; die Debatte dreht sich um die heutige Bedeutung dieser Summe.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Reicht eine Million Euro für den Status Millionär in Spanien?
Eine Million Euro ist zu wenig: So berechnet man das reale Vermögen

Laut der Berechnung eines Forum-Nutzers genügen drei Zahlen für den Plan: 230.000 Euro bereits investiert, eine Wohnung im Wert von 200.000 Euro, die sich selbst aufwertet, und eine jährliche Rendite von 5%. Sein Fazit: In etwa 14 Jahren ein Nettovermögen von einer Million. Das Konzept ist umstritten. Denn wie im Thread angemerkt wird, ist diese Million dieselbe Zahl wie immer, kauft aber nicht mehr dasselbe.

Die Frage ist nicht, wie viel fehlt. Es geht darum, was es bedeutet, dort anzukommen.

Wie viele Millionäre gibt es wirklich in Spanien

Die Teilnehmer nennen einige Daten: Im Jahr 2014 hatte einer von hundert Spaniern mehr als eine Million Euro Nettovermögen, und die Diskussion deutet darauf hin, dass es heute mehr als eine Million Millionäre im Land gäbe – eine Zahl, die denjenigen unter die reichsten 3% einordnen würde. Die Zahl wirkt weniger beeindruckend, wenn man bedenkt, dass Vermögen nicht gleich Liquidität ist: Wer sein Haus abbezahlt hat und ein schmales Konto besitzt, zählt zur Statistik, lebt aber nicht wie ein Reicher.

Hier liegt das erste Missverständnis. Das zweite betrifft die Zusammensetzung dieses Reichtums.

Immobilien hinter fast allen Vermögen

Eine hartnäckig kursierende Hypothese besagt, dass in Spanien über 90% dieser Gruppe ihr Vermögen auf Immobilien aufgebaut haben. Kauf auf Kredit, Durchhalten, Warten und schnelles Abzahlen. Das Problem ist, dass Bewertung kein Preis ist: Eine Wohnung „ist wert“, was der Nachbar sagt, bis man sie schnell verkaufen muss. Wer vier Wohnungen und zwei Garagen in wichtigen Städten besitzt, fasst es unaufgeregt zusammen: Bei einem Preisnachlass kommt die Million sicher heraus. Aber ein Rabatt ist per Definition Geld, das auf dem Tisch liegen bleibt.

Schulden wirken in beide Richtungen. Die Zinsen einer Hypothek über zwanzig Jahre oder länger und die Opportunitätskosten werden selten in die Rechnung einbezogen. Und der allseits gepriesene Zinseszins-Effekt beginnt erst dann richtig zu greifen, wenn man aufhört, Raten zu zahlen.

Was bedeutet es wirklich, Millionär zu sein?

Hier bricht der Konsens. Für manche ist Millionär, wer eine Million hat; Punkt. Für andere ist der Begriff in der Vergangenheit verankert: Mit einer Million Pesetas in den 90ern war man nicht reich, sondern arm. Manche setzen die Latte auf fünf Millionen, andere auf zehn, wenn sofortige Liquidität gefordert wird. Und dann gibt es die Definition, die nicht von der Zahl abhängt: Millionär ist, wer sein ganzes Leben ohne weitere Einnahmen bestreiten kann.

Die unbequemste Version ist die des verfügbaren Einkommens. Die Berechnung vergleicht die Mindestleistung eines Paares ohne Einkommen und Kinder – 1.066 Euro monatlich plus 300 Euro Mietzuschuss, insgesamt 1.366 Euro – mit den benötigten Bruttodividenden, um dies auszugleichen: etwa 20.490 Euro jährlich, da sie mit 20% besteuert werden, und das bei einer Rendite von nur 4%. Übersetzt: Man braucht erhebliches Kapital, um durch Erträge das nachzubilden, was das System ohne Vermögen garantiert.

Inflation frisst die Zahl auf

Es gibt eine Umrechnung, die verwirrt: 100.000.000 Pesetas sind 600.000 Euro. Vor einer Generation war das ein Vermögen; heute, wie ein Nutzer zusammenfasst, ist es relativ wenig Geld. Die Million bleibt rund und hübsch, aber rund und hübsch sind keine Finanzkategorien. Die Inflation erodiert das Ziel und, was kaum jemand erwähnt, auch die Einkünfte, mit denen man es erreichen will.

Warum sparen manche und andere nicht

Ein Unternehmer im Thread erzählt, dass er zwei Hausmeister mit Unterkunft, Auto, Benzin und 3.500 Euro netto bezahlt; mit ihren arbeitenden Partnern kommen in jedem Haushalt knapp 5.000 Euro netto pro Monat herein. Gefragt nach ihren Ersparnissen, hatte keiner mehr als 3.000 Euro auf dem Bankkonto. Er, der ein Vielfaches verdient, lebt mit weniger. Die Kluft, sagt er, sei keine Frage des Einkommens, sondern der Gewohnheit.

Der Millionär, der mit seinem Sohn Kiefern fällte

Das Bild, das das Klischee bricht, zeigt einen Bauunternehmer mit einer Firma in Holland und hunderten Millionen Vermögen, der den Tag auf einem Bagger verbringt, um Terrassen zu reparieren, während sein 16-jähriger Sohn Kiefern mit einer Motorsäge fällt. Das gerade errichtete Haus kostete fünf Millionen und wird für 17 Millionen verkauft. Kein Jacht auf dem Foto. Auch nicht beim Investor, der zugibt, sich wie ein Glücksspieler verhalten und 200.000 Euro in kleinen Biotech-Firmen verloren zu haben. Wenn Geld wirklich existiert, macht es weniger Lärm als angenommen.

Mit diesen Zahlen könnte man meinen, der Weg zur Million sei vorgezeichnet. Und doch ist die verwirrende Zahl nicht die Million. Es sind die 3.000 Euro: alles, was zwei Haushalte mit 5.000 Euro Nettoeinkommen pro Monat gespart hatten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (105 Antworten).

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