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Wenn nur ein einziger Gewinner klagt, wird die am 26. Dezember 2025 in Villamanín getroffene Vereinbarung hinfällig, und der Konflikt landet voraussichtlich vor Gericht. Von EL PAÍS befragte Anwälte argumentieren, dass die Abstimmung durch Handzeichen keine rechtliche Bindungskraft hat.
Das leonesische Dorf Villamanín ist seit dem 22. Dezember 2025 mit diesem Thema beschäftigt. An diesem Tag fand die Weihnachtslotterie statt, was einen Streit auslöste, der die Berggemeinde zu einem unfreiwilligen Protagonisten der Feiertage machte. Das Festausschuss-Komitee, bestehend aus jungen Dorfbewohnern, meldete den Verkauf von 400 Anteilen an Zehntellosen (Décimos) bei der Lotterieverwaltung. Tatsächlich wurden 450 verkauft. Die 50 nicht registrierten Anteile hatten keine gültigen Décimos und verloren damit die vier Millionen Euro, die sie gewonnen hätten. Am Freitag, den 26. Dezember, tagten Gewinner und Komitee fast vier Stunden lang, um eine Lösung zu finden. Man einigte sich auf dem Papier. Doch Experten, die EL PAÍS konsultierte, stellten am nächsten Tag klar, dass diese Vereinbarung keine rechtliche Gültigkeit oder Verpflichtung darstellt.
## Was abgestimmt wurde und warum es niemanden bindet
Die zur Abstimmung gestellte Lösung hatte zwei Teile. Die jungen Komiteemitglieder würden auf ihre eigenen Gewinnanteile verzichten. Die Gewinner akzeptierten eine prozentuale Kürzung ihrer Preise, um die fehlenden vier Millionen Euro zu decken. Für einige Stunden atmete das Dorf auf. Die Erleichterung währte jedoch kurz. Die Details der Vereinbarung wurden nicht schriftlich fixiert, die Zahlen variierten je nach Befragtem, und die Abstimmung war alles andere als einstimmig.
Die befragten Anwälte sind eindeutig: Eine solche Abstimmung hat kaum Aussicht auf Erfolg. Einige Teilnehmer berichteten, dass die Vereinbarung davon abhing, dass alle versprechen, das Komitee nicht zu verklagen. Diese Bedingung allein zeigt die Zerbrechlichkeit des Pakts. Am Morgen nach der hitzigen Diskussion kursierten bereits Gerüchte über geplante rechtliche Schritte gegen das Komitee.
## Fahrlässigkeit bei den 50 nicht registrierten Anteilen
José Luis Cortés y García, Experte für Lotterierecht, bezeichnet das Versäumnis, die 50 Anteile nicht zu registrieren, als grobe Fahrlässigkeit. Jeder Anteil stellt eine vertragliche Verpflichtung dar; deren Verletzung begründet zivilrechtliche Haftung, "die dazu führen kann, dass Betroffene den Betrag vom Komitee einfordern." Im Falle einer Klage könnte ein Richter die Mitglieder der Gruppe zur Zahlung der fehlenden vier Millionen Euro verurteilen. Rosa Nieto Sastre, Anwältin mit Erfahrung in Lotteriestreitigkeiten, stimmt zu: "Das könnte so weit gehen."
Während des Treffens war ein Anwalt, der die Jugendlichen vertrat, per Video zugeschaltet. Nachbarn berichten, er habe die Gewinner gewarnt, dass eine Klage gegen die Jugendlichen diese zahlungsunfähig machen könnte, sodass niemand etwas bekäme. Cortés kann die Dauer eines hypothetischen Prozesses aufgrund verschiedener Szenarien nicht einschätzen, weist aber auf die Langsamkeit des Justizsystems in solchen Fällen hin. In dieser Zeit könnten Kläger vorsorgliche Maßnahmen beantragen, um die Auszahlung der Gewinne auszusetzen.
## Verzicht auf den Gewinn ist kein Verbrechen, aber auch keine Pflicht
Beide Anwälte halten es für fair, wenn die Jugendlichen freiwillig auf ihr Geld verzichten. Cortés sieht dies als Beweis für ihren guten Willen. Angesichts der bekannten Fakten können sie nicht des Betrugs beschuldigt werden. Betrug erfordert Vorsatz, also dass "die Komiteemitglieder wussten, dass nicht genügend Décimos vorhanden waren, und dennoch verkauften oder den Anschein vollständiger Deckung zum Profit behielten." Nieto fügt hinzu, dass der Verkaufserlös von 250 Euro für die 50 Lose à fünf Euro jede Gewinnabsicht ausschließt.
Es gibt absolut keine gesetzliche Verpflichtung, einen Teil des Gewinns abzutreten. Nieto bestätigt dies. Cortés betont, es sei "sehr schwierig, alle Beteiligten dazu zu bringen, auf einen Teil ihres Gewinns zu verzichten." Es ist zudem unklar, wie viele Personen Anteile kauften oder wie viele jeder besitzt. Jemand mit zwei Anteilen würde 8.000 Euro seiner 160.000 Euro verlieren, wenn die Kürzung bei den am Freitag vorgeschlagenen 5 % bliebe. "Alles ist sehr kompliziert", räumt Cortés ein und prognostiziert, dass der Fall im Strafverfahren enden wird.
Ein Dorf mit 70 Einwohnern im Winter und ein Prozess, der weit reist
In Villamanín gibt es so viele Meinungen über das Geschehene wie Ideen für Lösungen. Im Winter leben dort etwa 70 Menschen. Die Bewohner wissen, dass sie Protagonisten eines Problems sind, das über die Region hinausgewachsen ist. Kirche, Fluss und Berge scheinen gleich, doch seit dem Millionensegen hat sich viel verändert. Unter den Nachbarn ist die Herkunft des Streits – die 50 Anteile ohne Décimos und die verlorenen vier Millionen Euro – das einzige Thema. Die Frage, die über dem Dorf schwebt, ist einfach zu stellen, aber schwer zu beantworten: Was passiert, wenn nur einer der Gewinner klagt? Experten sagen, die Vereinbarung löst sich auf, und die Sache endet dort, wo solche Streitigkeiten immer enden: vor Gericht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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