Der 80-Euro-Wocheneinkauf: Preise, die den Warenkorb drücken
Eine Packung Rindfleisch-Ravioli mit Merlot-Wein kostet 1 €, obwohl der reguläre Preis im Supermarkt laut Liste 3,95 € beträgt. Fünf Thunfisch-, Ei- und Salat-Sandwiches im Mohnbrot kosten jeweils 0,50 € statt der üblichen 2,95 €. Nach diesem Prinzip berechnen manche Nutzer einen monatlichen Lebensmittelkorb zwischen 80 und 90 €. Hinter jeder Zahl stehen Belege, Marken und Formate. Vor allem aber gibt es eine Diskussion, die weit über den Preis hinausgeht.
Das Protokoll dieses Einkaufs ist detailliert. Fünf Packungen Garófalo-Ravioli mit Merlot-Wein und Rindfleisch, sechs Packungen Rana-Ravioli mit Rindfleisch, Zwiebel und Käse, zwei weitere mit Parmigiano DOP und Spargel, alle zu je 1 € pro Packung. Fünf Sandwiches zu 0,50 €. Und 800 Gramm galizischer Thunfisch-Empanada verteilt auf vier Packungen zu je 0,50 €. Der Unterschied zum Referenzpreis liegt bei den Ravioli bei rund 75 % und übersteigt bei den Sandwiches 80 %. Die vollständige Aufstellung, Position für Position, zeigt eine Differenz, die selbst erfahrene Schnäppchenjäger überrascht.
Was bekommt man für 1 € und was kostet dasselbe ohne Rabatt?
Die Liste erklärt, warum die Rechnung niedrig ausfällt. Jede Packung Garófalo-Ravioli geht für 1 € raus, mit einem angegebenen Normalpreis von 3,95 €. Die sechs Packungen Rana mit Rindfleisch, Zwiebel und Käse wiederholen das Muster: 1 € pro Stück, 3,95 € Referenzpreis. Die beiden Packungen Parmigiano DOP und Spargel ebenso. Die Thunfisch-, Ei- und Salat-Sandwiches fallen auf 0,50 €, wenn ihr Regalpreis 2,95 € beträgt. Die galizische Thunfisch-Empanada, 800 Gramm in vier Packungen, kostet jeweils 0,50 €.
Zusammengenommen tragen die großen und tiefkühlbaren Formate das Modell. Große Mengen zu Schleuderpreisen kaufen und lagern löst die Woche. Das monatliche Essbudget läge nach dieser Berechnung zwischen 80 und 90 €.
Ist das echte Ersparnis oder versteckte Ausgabe?
Hier beginnt die grundlegende Uneinigkeit. Produkte zu kaufen, die nicht zum gewohnten Konsum gehören, nur weil sie reduziert sind, bedeutet nicht immer eine Ersparnis; manche argumentieren, dass es hier genau das Gegenteil bewirkt. Das Argument ist unbequem: Laut einem Teilnehmer sind etwa 90 % des Gekauften ultraverarbeitete Lebensmittel, und was an der Kasse gespart wird, zahlt man früher oder später mit der Gesundheit. Kein geringfügiger Einwand, wenn die gekaufte Menge hoch ist und der Einzelpreis das einzige Auswahlkriterium darstellt.
Die Verteidigung ist ebenso direkt und verheimlicht nichts. Tiefgekühltes hält sich, der Geldbeutel entscheidet, und das Angebot wartet auf die Jäger. Zwischen den beiden Positionen gibt es keine Brücke: Eine misst Euro pro Einheit, die andere misst, was dieser Euro wirklich kauft. Im Grunde geht die Diskussion nicht um Ravioli.
Wo liegt der Rabatt: Aldi, Lidl und Primaprix im Vergleich
Die Lage ist entscheidend. Laut einem Teilnehmer gibt es in Lugo kein Aldi, und die Entfernung zum günstigen Supermarkt wird in Fahrzeiten gemessen. In anderen Gegenden, wie ein anderer Forennutzer berichtet, lässt sich ein Wocheneinkauf für weniger als 20 € abschließen, was reicht, um die gesamte Vorratskammer aufzufüllen. Der Kettenvergleich taucht immer wieder auf: Manche gehen nur zu Aldi, andere erwähnen die Sektion für kurz vor dem Ablaufdatum stehende Produkte mit 50 % Rabatt bei Ketten wie Carrefour oder Gadis, und wieder andere bevorzugen Primaprix.
Der Haken ist die Verfügbarkeit. Wenn Angebote knapp werden, bricht die gesamte Kalkulation zusammen. Ein Umzug reicht, damit der günstige Laden nicht mehr in Reichweite ist, und damit verschwindet der Vorteil. In den letzten Monaten wurden die Rabatte zudem, wie der Thread-Ersteller selbst berichtet, spärlicher, und das Kauftempo hat sich verlangsamt.
Preise außerhalb Spaniens: Frikadellen für 30 Cent in Dublin
Der internationale Vergleich ist die beunruhigendste Information. Im Sommer 2010 kostete eine Dose Frikadellen 30 Cent in Dublin. Auch bei einem dortigen Lidl, wie sich jemand erinnert, wurden chinesische Nudeln für 25 Cent und Portions-Schokolade für 60 Cent verkauft. In Spanien kostet dieselbe Portions-Schokolade 1 €, und eine Bekannte, die damals in Deutschland lebte, sagte, dort hätten sie 40 Cent gekostet.
Mindesthaltbarkeitsdatum, Gefrierschrank und die Kleingedrucktes beim günstigen Einkaufen
Alles Gekaufte war am nächsten Tag oder wenige Tage später abgelaufen, und das Ziel war der Gefrierschrank. Diese Praxis löst das unmittelbare Problem und verschiebt die Frage: Wie viel davon bleibt noch Essen, nachdem es durch das Eis gegangen ist? Manche schließen dies mit Kälte tötet alles ab, inklusive einer Anspielung auf Anisakis.
Bleibt eine offene Frage. Wenn die Differenz zwischen 1 € und 3,95 € real und dauerhaft ist, warum bleiben die Lebensmittelausgaben weiterhin die größte Belastung für Familien? Vielleicht liegt die Antwort nicht im Preis, sondern darin, wie oft man diesen Einkauf im Monat wiederholen kann.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (153 Antworten).