Räumungskontroverse um Óscar López bringt Spaniens PSOE in Bedrängnis

Laut Chicote befürwortet Óscar López die Räumungsklage gegen einen 74-jährigen behinderten Mann, während er die Räumung von Maricarmen anprangerte. Der Fall bringt Spaniens PSOE in Erklärungsnot.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Räumungskontroverse um Óscar López bringt Spaniens PSOE in Bedrängnis
Óscar López und die Räumung, die sein eigenes Narrativ entlarvt

Kann ein Minister eine Räumung anprangern, während sein Ministerium die Räumung von gegenüber unterstützt? Diese Frage stellte der Journalist Javier Chicote am 19. Oktober, als er berichtete, dass **Óscar López** einen 74-jährigen Mann mit einem Behinderungsgrad von 33 % räumen lassen will. Das Detail, das die Nachricht zur Bombe macht: Die betroffene Immobilie liegt direkt gegenüber vom Fall Maricarmen, jener Räumung, die López selbst zur politischen Fahne erhoben hatte. Laut dem Mieterverband von Madrid wird das Verfahren von **Muface** betrieben, einer öffentlichen Einrichtung unter dem Ministerium, das er leitet.

Die Paradoxe ist nicht gering zu bewerten. Derselbe Politiker, der sich fotografieren ließ, als er eine Räumung im Viertel Sainz de Baranda anprangerte, tritt nun als aktiv Beteiligter in einem nahezu identischen Verfahren wenige Meter entfernt auf – mit einem schutzbedürftigen Mieter. Der Unterschied, so Beobachter des Falls: Beim ersten Fall war der Eigentümer eine Privatperson, beim zweiten eine Beamtenversicherung. Das Narrativ hält kaum stand, wenn der Spiegel so nah steht.

Was ist Muface und warum steht es im Mittelpunkt des Falls?

Die Mutualidad General de Funcionarios Civiles del Estado (die Versorgungskasse für spanische Staatsbeamte) ist neben ihrer Rolle als Krankenkasse Eigentümerin eines beträchtlichen Immobilienbestands. Zudem schleppt sie ein finanzielles Defizit mit sich, das der Staatshaushalt jedes Jahr ausgleicht. Dass sie als Klägerin in einer Räumungsklage auftritt, verändert den Rahmen: Es ist kein privater Vermieter, sondern eine öffentliche Einrichtung, die das Verfahren durchführt. Und der politische Verantwortliche dieser Einrichtung ist ausgerechnet der Minister, der die Räumung nebenan anprangerte.

Der ausrichtende Verband hat für den **11. November** Demonstrationen angekündigt – mit dem Argument, dass Heuchelei ihre Grenzen hat. Der Aufruf verbindet zwei Anliegen: den Fall Maricarmen und den des Nachbarn von gegenüber. Dass beide sich dieselbe Straßenseite teilen, ist kein literarischer Zufall, sondern der Kern des Skandals.

Das sich wiederholende Muster: Immobilien, Mieten und Amtsträger

Der Fall López kommt nicht allein. In denselben Tagen berichteten Medien über die PSOE-Kandidatin in Granada, die als Eigentümerin von **19 Immobilien** gilt und sich als Mittelschicht bezeichnet; über den Partner der sozialistischen Fraktionssprecherin, der mit einer Gesellschaft verbunden ist, die laut den zitierten Veröffentlichungen seit fünf Jahren keine Steuern zahlt und seit Sánchez' Regierungsübernahme 13,3 Millionen eingenommen haben soll; sowie über die Rodung von 700 Bäumen für eine Luxuswohnanlage, die dem Umfeld derselben Sprecherin zugeschrieben wird.

Jede Meldung verstärkt die vorherige. Der Diskurs über Wohnen als Grundrecht kollidiert mit Privatvermögen, die den Durchschnitt um ein Vielfaches übersteigen. Und die Wählerschaft, die die Fahne des bezahlbaren Wohnraums beklatschte, fragt sich zunehmend, wie viele derjenigen, die sie schwenken, sie auch in der eigenen Bilanz anwenden.

Die Reaktion des Umfelds und das Schweigen des Ministeriums

Zum Zeitpunkt dieses Texts hat das Ministerium die konkreten Fakten nicht dementiert: weder die Identität des Mieters, noch seine Behinderung, noch den öffentlichen Status der Klägerin. Die kursierende Verteidigung beschränkt sich darauf, dass es sich um ein Verwaltungsverfahren handle und das Gesetz es verlange. Das ist der Argument des Beamten: Ich vollstrecke nur. Das Problem: Wer vollstreckt, gestaltet auch die Gesetze mit.

Manche halten den Skandal für ein zweischneidiges Schwert: Ist das Verfahren legal, hat der Minister keinen Spielraum. Dagegen spricht, dass derselbe Maßstab nicht galt, als die Räumung von einer Privatperson ausging und politisch Kapital abwarf. Glaubwürdigkeit in der Politik misst sich daran, was man tut, wenn niemand hinsieht.



Am Ende lautet die Frage nicht, ob Óscar López räumen lassen darf. Sondern ob er es darf, nachdem er die Räumung anderer zu seinem besten Foto gemacht hat. Die Antwort wird – wie fast immer in diesem Land – das Pressearchiv liefern, noch vor den Gerichten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (94 Antworten).

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