Óscar López leugnet die Muface-Räumung, die er per Delegation unterzeichnete

Spaniens Minister Óscar López leugnet auf Twitter die Muface-Räumung, die er per Delegation unterzeichnete. Das Dokument und die für 2.000 € untervermietete Dachwohnung widerlegen seine Version.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Óscar López leugnet die Muface-Räumung, die er per Delegation unterzeichnete
Óscar López leugnet die Muface-Räumung, die er per Delegation unterzeichnete

Der Minister Óscar López hat auf Twitter bestritten, die Räumung eines Muface-Mieters beantragt oder unterzeichnet zu haben, nachdem articulo14 einen Artikel veröffentlicht hatte, der das Gegenteil belegt. „Diese Schlagzeile ist falsch. Ich habe in keinem Fall die Räumung von jemandem beantragt oder unterzeichnet“, schrieb er im sozialen Netzwerk und forderte vom Medium eine Richtigstellung. Die Presseberichte sprechen jedoch gegen ihn: Derselbe Minister hatte zuvor erklärt, man müsse sich „in Mari Carmen hineinversetzen und garantieren, dass so etwas nie wieder passiert“.

Das Dokument, das die Leugnung entkräftet

Die Unterschrift auf dem Dokument ist seine, durch übertragene Vollmacht, wie bei so vielen anderen Dokumenten, die sein Ministerium bearbeitet. Die Verteidigung des Ministers stützt sich darauf, dass die Unterschrift per Delegation seinem Generalsekretär entspricht – ein Argument, das ihn laut den kursierenden Analysen nicht von der Verantwortung entbindet: War die Unterschrift nicht autorisiert, trifft die Schuld den Untergebenen, was kaum durchgehen wird.

Der Fall ist Teil des Plans von Muface, 204 Immobilien – darunter 86 Wohnungen – zu „liqudieren“ und seinen Sonderrentenfonds zu „kapitalisieren“, so die veröffentlichten Berichte. Die Paradoxe ist offensichtlich: Ein Minister, der Wohnungsbau zu seinem Wahlkampfthema gemacht hat, ist nun mit einer Räumung im öffentlichen Wohnungsbestand verbunden.

Die 120-Quadratmeter-Dachwohnung und die Zimmervermietung

Das unangenehmste Detail ist nicht die Räumung selbst, sondern die Nutzung einer öffentlichen Wohnung. Eine 120 Quadratmeter große Dachwohnung in Madrid, im Eigentum von Muface, war für 850 Euro monatlich vermietet – weit unter dem Marktpreis. Statt als Hauptwohnsitz genutzt zu werden, wurde sie zimmerweise für über 2.000 Euro im Monat untervermietet, Nebenkosten ausgenommen. Private Ausbeutung mit den Privilegien einer öffentlichen Wohnung, mitten in der Wohnungszugangskrise.

Der Vergleich mit dem freien Markt ist ernüchternd: Eine 850-Euro-Miete für 120 Quadratmeter in Madrid gibt es schlicht nicht. Der Gewinn aus der Untervermietung überstieg die ursprünglichen Kosten um mehr als das Doppelte. Gäbe es ein Bürgergericht, so die ironische Anmerkung mancher Analysen, würden die Verantwortlichen am zentralsten Erdbeerbaum Madrids hängen.

Muface ist nicht nur Gesundheitswesen: Es verwaltet auch Wohnungen

Die Verwirrung darüber, was Muface ist, zieht sich durch die Diskussion. Es ist nicht nur die Kasse, die die private Gesundheitsversorgung der Beamten verwaltet: Sie verwaltet auch einen Bestand an öffentlichen Wohnungen. Der Minister beschrieb sie als „eine öffentliche Einrichtung, die öffentliche Wohnungen für alle verwaltet und kein Geierfonds ist“. Die naheliegende Frage ist, warum dieser Bestand liquidiert wird und wer davon profitiert.

Der Plan, 204 Immobilien zu liquidieren, um den Rentenfonds zu kapitalisieren, deutet auf eine Priorität hin: Liquidität durch den Verkauf von Vermögenswerten zu gewinnen, nicht das Recht auf Wohnen zu schützen. Der Widerspruch zur offiziellen Rhetorik – „Wer das Recht auf Wohnen nicht garantieren will, sind PP und Vox“ – ist schwer aufrechtzuerhalten.

Die Presseberichte und der politische Preis

Der Minister hatte einen Teil seines öffentlichen Profils auf den Fall Mari Carmen aufgebaut, machte Ayuso verantwortlich und versprach, dass „so etwas“ nicht geschehen dürfe. Nun lässt ihn die Unterschrift unter eine Muface-Räumung ohne Argumente zurück. Die Presseberichte verzeihen nicht.

Der politische Preis vervielfacht sich, weil der Fall das Thema Wohnen betrifft, das der PSOE zu seinem Aushängeschild erkoren hat. Diejenigen, die das Problem lösen wollten, werden als Beteiligte dargestellt. Währenddessen wartet die geräumte Mieterin auf eine Wohnalternative, die ihr – so die kursierenden Vorschläge – durchaus die eigene Parteikollegin anbieten könnte, die über erheblichen Wohnbesitz verfügt.

Die Angelegenheit ist nicht abgeschlossen. Die vom Minister geforderte Richtigstellung ist ausgeblieben, und das Dokument mit seiner Unterschrift per Delegation liegt weiterhin auf dem Tisch.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (58 Antworten).

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