Raphael erleidet Schlaganfall bei Dreharbeiten in Madrid

Der 81-jährige Raphael erlitt während der Aufnahmen für La Revuelta einen Schlaganfall und wird im Hospital Clínico San Carlos behandelt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Raphael erleidet Schlaganfall bei Dreharbeiten in Madrid
Raphael nach Schlaganfall bei Dreharbeiten von La Revuelta im Krankenhaus

Kurz vor halb acht Uhr am Dienstagabend erhielt die Notrufzentrale der Region Madrid eine Meldung aus der Calle de las Tres Cruces im Stadtzentrum. Eine etwa 80 Jahre alte Person habe gerade ein Herz-Kreislauf-Versagen erlitten, hieß es. Das Rettungsteam traf im Teatro Príncipe Gran Vía ein, wo gerade ein Interview für eine Sonderausgabe von La Revuelta, der Sendung von David Broncano im spanischen Staatsfernsehen (TVE), aufgezeichnet wurde. Der Betroffene war 81 Jahre alt. Und es war nicht das Herz.

Was mit Raphael passiert ist

Die Ärzte stellten fest, dass es sich um einen Schlaganfall handelte und nicht um das im ersten Bericht erwähnte Herzproblem. Der Sänger wurde noch im Theater versorgt und ging zu Fuß bis zum Krankenwagen, wo die Behandlung fortgesetzt wurde. Anschließend wurde er ins Hospital Clínico San Carlos gebracht, wo er stationär blieb. Die Prognose wurde als ernst bezeichnet. Die Verwechslung zwischen den Begriffen – kardiovaskulär versus zerebrovaskulär – prägte viele Stunden lang die öffentliche Debatte, wobei auch die Terminologie der Medien kritisiert wurde.

Über den Ursprung des Vorfalls kursierten alle möglichen Theorien. Ein Teil dieser Spekulationen verband ihn mit der Corona-Impfung, deren Nutzen der Künstler selbst in offiziellen Kampagnen verteidigt hatte. Es gibt keinen Beweis für diesen Zusammenhang, und das Alter des Patienten wiegt schwerer als jede Impfung, wenn man einen Schlaganfall erklären will. Es gilt, Fakten von Gerüchten zu trennen.

Eine Karriere mit 83 Alben und 50 Millionen verkauften Tonträgern

Geboren 1943 in Linares und aufgewachsen in einer bescheidenen Familie, die als Baby nach Madrid zog, wurde Rafael Martos durch seinen Sieg beim Internationalen Liedfestival von Benidorm 1962 berühmt. Später nahm er zweimal am Eurovision Song Contest teil, 1966 und 1967. Er gewann zwar nicht, aber die Bühne öffnete ihm Türen für Aufnahmen in anderen Sprachen und Tourneen in Ländern, die kaum als Zentren der hispanophilen Musik gelten, wie Russland oder Japan.

Er hinterlässt mindestens 83 Alben, von Raphael (1965) bis Ayer...aún (2024), mit über 50 Millionen verkauften Exemplaren und einer beeindruckenden Sammlung: mehr als 300 Goldene Schallplatten, fast 50 Platin-Schallplatten und eine Uran-Schallplatte, die kein anderer spanischer Künstler besitzt. Einen großen Teil des Erfolgs verdankt er den Komponisten seiner „Juwelen“: Yo soy aquel, Qué sabe nadie, Estar enamorado, Mi gran noche oder En carne viva, geschrieben unter anderem von Manuel Alejandro oder José Luis Perales.

Der Quotenkrieg: Broncano gegen Motos

Der Vorfall ereignete sich während der Aufnahmen einer Sonderausgabe von La Revuelta. Nur einen Tag zuvor war der Sänger bereits in El Hormiguero, der Sendung von Pablo Motos auf Antena 3, gewesen. Diese Koinzidenz befeuerte den alten Streit um den Zugang zu den großen Namen der Unterhaltung. Einige argumentieren, dass Broncanos Format keine fremden Gäste braucht, um seine Zuschauerzahlen zu steigern, da es bereits ein eigenes Publikum hat; andere weisen darauf hin, dass die Konkurrenzsendungen weiterhin höhere Werte erzielen.

Die konkreten Zahlen dieses Wettbewerbs – und die Analyse, wie viel Quote jede Sendung bei Fußballübertragungen verliert oder danach zurückgewinnt – sind fast schon ein eigenes journalistisches Genre. In diesem Kontext werden ein anfänglicher Rückgang von etwa 400.000 Zuschauern auf der einen Seite mit den zwei Millionen auf der anderen verglichen, unter dem Vorbehalt, dass die Zahlen je nach Abend stark schwanken.

Eine Transplantation, ein Vermögen und die Frage des Ruhestands

Abseits des TV-Streits wandte sich die Aufmerksamkeit persönlichen und wirtschaftlichen Aspekten zu: der fragile Gesundheitszustand mit 81 Jahren, die Lebertransplantation, die ihn jahrelang begleitete – manche sprechen von 21 Jahren mit dem gespendeten Organ – und die Frage, warum ein Künstler mit ausreichendem Vermögen weiterhin auftritt. Manche führen dies auf die Sucht nach Applaus zurück; andere sehen darin eine Tugend, lieber auf der Bühne als auf dem Sofa zu sterben.

Auch das Live-Geschäft spielt eine Rolle: Einige gehen davon aus, dass Tickets wieder an die Kassen zurückkehren würden und die Tournee-Branche einen ihrer Veteranen verlieren würde, falls der Sänger seine Aktivitäten reduziert oder stoppt.

Vom Respekt zur Witzelei: Wie sich der Ton änderte

Zunächst dominierten Genesungswünsche. Wenige Stunden später verschob sich der Fokus auf Spekulationen über sein Privatleben, sein Vermögen und die angebliche Notwendigkeit eines Ruhestands. Diese Verschiebung erfolgte ohne neue medizinische Berichte: Das Informationsvakuum wurde durch Mutmaßungen gefüllt. Dies ist das übliche Muster bei langlebigen Figuren, die jahrzehntelang bewundert wurden und plötzlich zum Objekt von Gossip werden.

Diskutiert wird nun nicht seine Diskografie, die niemand infrage stellt, sondern wie lange eine Legende durchhält, bevor das Publikum entscheidet, dass sie genug getan hat. Und diese Entscheidung trifft kurioserweise nicht der Künstler selbst.



Mit einem halben Jahrhundert Erfolg und einer Fülle von Auszeichnungen ist das Kurioseste in seiner Bilanz keine Platte: Es ist eine Uran-Schallplatte, die kein anderer Spanier erreicht hat. Weder der beste Tribut noch der schlechteste Witz können daran etwas ändern.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (213 Antworten).

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