Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Rajoy und Hassrede: Zensur oder Rassismus wegen „ohne Franzosen“
Podemos sieht in Rajoys Kommentar zur französischen Nationalmannschaft mögliche Hassrede. Die Debatte um Meinungsfreiheit und Zensur flammt erneut auf.
Die französische Nationalmannschaft „ohne Franzosen“: Rajoys Satz vor Gericht
Der Satz fiel bei einer Übertragung, doch seine Folgen sind politischer und juristischer Natur. Der ehemalige spanische Regierungschef Mariano Rajoy sagte, die französische Auswahl habe „ein sehr hohes Niveau, allerdings ohne Franzosen“. Podemos reagierte mit dem Vorwurf, dies könnte eine Hassrede sein. Ihr Sprecher Pablo Fernández betonte: „Dafür ist die Justiz da, um zu entscheiden.“ Unterdessen hat sich der Streit auf Frankreich ausgeweitet, wo mehrere Minister Maßnahmen forderten.
Was steckt hinter der Bemerkung?
Die französische Nationalmannschaft ist ein Symbol des multikulturellen Frankreichs, mit Spielern subsaharischer, nordafrikanischer oder karibischer Herkunft. Rajoys Beobachtung, rassistisch interpretiert, deutet an, dass diese Fußballer keine „echten Franzosen“ seien. Sie kann aber auch als einfache soziologische Feststellung gewertet werden. Das Problem ist, dass der Satz in einer Zeit fällt, in der die öffentliche Debatte über Migration besonders aufgeheizt ist.
Hassrede: Die rechtliche Schwelle
Artikel 510 des Strafgesetzbuches sanktioniert die Anstiftung zum Hass, erfordert jedoch ein reales Risiko, Gewalt oder Diskriminierung zu fördern. Eine lose Bemerkung über eine Fußballmannschaft erreicht diesen Standard selten. Tatsächlich räumt Podemos selbst ein, dass die Justiz entscheiden muss, was darauf hindeutet, dass sie den Fall als grenzwertig ansehen. Die Staatsanwaltschaft könnte das Verfahren wegen fehlender Tatbestandsmäßigkeit einstellen.
Zwei Lager, eine ideologische Kluft
Auf der einen Seite sehen jene in Rajoys Kommentar ein Beispiel für alltäglichen Rassismus, der gerichtlich verfolgt werden sollte. Auf der anderen Seite wittern andere eine Kampagne der Linken, um jede unbequeme Meinung zu zensieren. Manche erinnern daran, dass „die Wahrheit Hass für jene ist, die die Wahrheit hassen“, während andere kontern, dass Meinungsfreiheit Hassrede nicht schützt. Der Konflikt scheint unlösbar.
Buren, Kolonisten und Anachronismus als Argument
Ein Teil der Diskussion wandte sich der Kolonialgeschichte zu: Wenn Buren in Südafrika Kolonisten sind, können dann schwarze Europäer als Kolonisten in Europa gelten? Diese Analogie, die Jahrhunderte und Kontexte vermischt, polarisierte die Debatte weiter. Einige erinnerten daran, dass die ersten Bewohner Südafrikas die Khoisan waren und sowohl Buren als auch Bantu später kamen. Andere brachten den Fall des Argentiniers Di Stéfano ins Spiel, der die spanische Staatsbürgerschaft annahm. An diesem Punkt wurde die Diskussion von einer juristischen zu einer identitären Schlacht.
Politische Konsequenzen
Für die PP ist der Fall ein Kopfschmerz: Rajoy wird weiterhin gehört, hat aber kein Amt mehr. Für Podemos, mitten im electoralischen Niedergang, bietet der Streit die Möglichkeit, wieder in den Fokus zu rücken. Die Justiz wird Monate brauchen, und höchstwahrscheinlich wird der Fall eingestellt werden. Doch der Schaden ist bereits angerichtet: Die öffentliche Debatte ist erneut durch einen Satz über Fußball gespalten, und niemand hat die einzige relevante Zahl genannt: Die aktuelle Zusammensetzung der französischen Nationalmannschaft, die zu 30 % aus Spielern mit Migrationshintergrund besteht. Damit bleibt Rajoys Satz eine statistische Selbstverständlichkeit, aber aufgeladen mit Absicht. Und in der Politik zählt die Absicht.
Schluss: Die irritierende Tatsache: Niemand erwähnte, dass auch die spanische Nationalmannschaft Spieler mit ausländischer Herkunft hat. Hätte Rajoy „ohne Spanier“ gesagt, wäre der Skandal gleich gewesen, nur umgekehrt. Heuchelei ist der einzige Spieler, der nie versagt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (157 Antworten).