Radix verspricht 1,4 Mio. TPS unter $1

Radix kündigt 1,4 Mio. Transaktionen pro Sekunde und 11,5 % Staking-Rendite an, Smart Contracts kommen erst 2022.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Radix verspricht 1,4 Millionen Transaktionen pro Sekunde bei einem Kurs unter einem Dollar

Was ist ein Netzwerk wert, das vier historische Probleme dezentraler Ledger lösen will? Der Vorschlag von Radix zwingt zum genauen Lesen: 1,4 Millionen Transaktionen pro Sekunde in einem weltweiten Netz, Bestätigungen in 1–2 Sekunden und keine zentralisierten Masternodes. Die Plattform selbst titelt dies, wiederholt von Forbes mit dem Satz: „Radix plant den Tod der Blockchain.“ Laut Diskussionsthese liegt der Einstiegspreis unter einem Dollar.

Die erste Korrektur ist technischer Natur. Der Konsens heißt nicht mehr Tempo, sondern Cerberus. Und XRD ist kein Stablecoin: Dieser Plan wurde längst verworfen. Die reservierte Emission – über eine Billion gesperrter Tokens – dient einem anderen Token mit neuem Namen, wenn es so weit ist.

Was horizontale Skalierung bedeutet

Das Argument des Projekts ist kein magischer Multiplikator. Es basiert auf horizontaler Skalierung: Mehr Nodes führen zu mehr Transaktionen pro Sekunde, ohne dass Tests eine harte theoretische Grenze zeigen. Hier unterscheidet es sich von den üblichen x1000-Versprechen in den gängigen Kanälen.

Die Entwicklung eilt dem Markt voraus. Die eigene Programmiersprache Scrypto wurde bereits in Manhattan und Lissabon vorgestellt, aber Smart Contracts sind erst ab 2022 verfügbar und laufen noch im Testnet. Wer heute kauft, erwirbt ein Versprechen mit Roadmap, kein funktionierendes Ökosystem.

eXRD, XRD und das Netzwerk-Chaos

Hier beginnt ein Labyrinth, das mehr Nutzer fängt als jeder Hack. eXRD ist die in Ethereum verpackte Version; XRD ist der native Token des Radix-Netzwerks. Kauf über Kucoin oder Gate.io liefert eXRD, das nur auf der Ethereum-Blockchain bewegt werden kann. Echtes XRD gibt es nur auf Bitfinex, gekauft mit USDT oder USDC.

Das Ergebnis ist eine Kette von Gebühren. Wer von eXRD zu XRD für Staking wechseln wollte, scheiterte an prohibitiven Kosten und verkaufte stattdessen. Die kursierende Alternative ist der günstige Weg: Kauf auf Binance, Versand über das Tron-Netzwerk (eine TRX Gebühr) und Tausch auf Bitfinex. Für die Einzahlung von USDT dort ist allerdings KYC nötig.

Staking mit 11,5 % und das Kleingedruckte

Der klangvolle Reiz ist ein APY von rund 11,5 %. Staking ist hier kein AMM und kein Produkt mit impermanentem Verlust: Man leiht die Münzen zur Netzsicherung und behält sie. Empfohlen wird, die Beteiligung auf mindestens fünf Validatoren zu verteilen, um Machtkonzentration zu vermeiden, und pro Validator 1 XRD zurückzubehalten, um später abheben zu können.

Die berechtigte Frage ist, ob sich das lohnt. Bei einem Token in früher Phase können die Kosten für den Transfer vom Exchange zur Wallet und zurück die Rendite auffressen. Das Projekt ist unreif, die Optionen rar.

Die Kapitalisierung passt nicht

Offizielle Zahlen aus der Diskussion: 9,6 Milliarden Tokens im Umlauf von insgesamt über 11 Milliarden möglichen. Die restlichen zwei bleiben als Reserve für den Stablecoin und kommen nie in den Umlauf. Der Rest bis zu den gesamten 24 Milliarden wird über 40 Jahre via Staking-Rewards und Dev-Incentives emittiert. Zum aktuellen Preis liegt die Marktkapitalisierung bei etwa 4 Milliarden.

Mit diesen Zahlen tut das CoinMarketCap-Profil dem Projekt keinen Gefallen: Ohne Kontext hält man es für einen weiteren Shitcoin. Auch der Kauf der Plattform durch Binance hilft der Datentransparenz nicht.

Vom Skeptizismus zum Abwarten

Das Spektrum reicht von technischem Enthusiasmus bis zu sarkastischer Verachtung. Manche sehen in der Isolation des Gründers – sechs Jahre Bauen, zweimal Monate Arbeit verworfen – ein Zeichen für ein ernstes Projekt. Andere tun es als Rauch mit Messe-Buzzwords ab: KI, neuronale Netze, Graphen und Impfstoffe. Die Spekulation ist in beiden Lagern den Fakten voraus.

Unterdessen baut die Community bereits Nodes (die technischen Anforderungen sind niedrig) und wartet auf DeFi. Die Frage, die niemand mit Zahlen beantwortet: Wie viel von diesen 11,5 % überleben die Gebühren und einen Markt, der noch nichts bewiesen hat?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (70 Antworten).

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