Quecksilber und Wein mit 7: so sah die Kindheit in Spanien der 80er aus

Generationen spielten mit Quecksilber aus Thermometern und tranken mit 7 Jahren Wein: So haben sich die Kindersicherheitsstandards in Spanien verändert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Quecksilber, Wein und Rollerbretter: die Kindheit, die das 21. Jahrhundert nicht überleben würde

Ein Quecksilberthermometer zu zerbrechen und zuzusehen, wie die silbrigen Kügelchen über den Boden davonrollten, war für viele Kinder der 80er- und 90er-Jahre ein Spiel. Manche sammelten die Tropfen ein, um einen größeren zu formen, andere leckten sogar daran, so erinnern es sich Menschen, deren Erinnerungen kürzlich in einem Gespräch aufgelebt sind. Es war nicht das einzige geduldete Risiko: Mit 7 Jahren trank man Savin-Wein zu den Mahlzeiten, baute sich Schleudern aus Wäscheklammern und raste auf Brettern mit Rollschuhkugellagern Hänge hinunter. Alles ohne Helm, ohne Aufsicht und offenbar ohne unmittelbare Folgen.

Quecksilber als Spielzeug: ein echtes Risiko

Quecksilber aus Thermometern ist neurotoxisch, besonders beim Einatmen. Damals war eine akute Vergiftung jedoch selten, weil elementares Quecksilber über den Verdauungstrakt kaum aufgenommen wird, wobei Hautkontakt und das Einatmen der Dämpfe durchaus gefährlich waren. Wer sich daran erinnert, erzählt, wie sie es vom Asphalt oder aus Mineralsteindosen aufsammelten, ohne jede Vorsicht. Die Anekdote eines Erwachsenen, der sagte, es sei aus den Wasserwannen gekommen, zeigt, wie wenig Bewusstsein für chemische Gefahren herrschte.

Wein mit 7 Jahren: die Kultur des 'Kraftweins'

Kinder Wein zu geben war keine Ausnahme. Der Ausdruck "Wein macht stark" spiegelte einen weitverbreiteten Volksglauben wider, dass Alkohol kräftige, besonders in ländlichen und Arbeitermilieus. Savin, ein minderwertiger Wein, stand regelmäßig auf den Tischen. Mit der Zeit ist diese Praxis verschwunden; heute würde sie gesellschaftliche Empörung auslösen. Die Ironie, dass "die Besserwisser" schließlich Säfte wie Don Simon durchsetzten, markiert den generationellen Kontrast.

Die Generation, die mit Quecksilber spielte und vor ihrem 10. Geburtstag Wein trank, hat überlebt – aber nicht ohne Folgen für manche. Verblüffend ist, dass trotz der dokumentierten Risiken die Rate schwerer Zwischenfälle in jener Kindheit niedrig war, was die falsche Wahrnehmung nährte, es sei sicher gewesen. Heute, mit dem gesammelten wissenschaftlichen Wissen, wären solche Spiele undenkbar. Und doch erinnern sich diejenigen, die sie erlebt haben, mit Nostalgie an jene Freiheit – nicht mit Angst.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (43 Antworten).

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