Quecksilber im Fisch: Die Liste, die Thunfisch und Makrele in Frage stellt

Eine Liste des NRDC stuft Thunfisch und Makrele wegen Quecksilber als zu meidenden Fisch ein. Wie verlässlich ist das? Die Debatte über die Quelle und die tatsächlichen Risiken.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Quecksilber im Fisch: Die Liste, die Thunfisch und Makrele in Frage stellt
Quecksilber im Fisch: Die Liste, die Thunfisch und Makrele in Zweifel zieht

Ein Liebhaber von Dosen Thunfisch entdeckt eine Liste, die sein Lieblingsessen in die Gruppe der wegen ihres hohen Quecksilbergehalts zu meidenden Fische einordnet. Die Tabelle, veröffentlicht vom Natural Resources Defense Council (NRDC) und aufgegriffen von El Mostrador, teilt die Arten in drei Stufen ein: solche, deren Verzehr abgeraten wird (Königsmakrele, Barrakuda, Roter Schnapper, Hai, Schwertfisch, Tilefish und Thunfisch), solche, die drei Portionen pro Monat nicht überschreiten sollten (Bluefish, Zackenbarsch, Golfmakrele, chilenischer Seebarsch, Dosen-Weißer Thunfisch und Gelbflossen-Thunfisch), und solche, die bei sechs Portionen pro Monat bleiben sollten (Seebarsch, Karpfen, Alaska-Seelachs, Heilbutt, Hummer, Mahi Mahi, Seeteufel, Schnapper, Dosen-Thunfisch, Bonito oder Meerforelle, unter anderen). Das Problem, wie von Anfang an betont wird: Die Quelle ist keine Gesundheitsbehörde. Der NRDC ist eine US-amerikanische Umweltschutzorganisation, und sein Leitfaden stützt sich zwar auf Daten der FDA und der EPA, doch seine Hauptaufgabe ist nicht die öffentliche Gesundheit.

Dosen-Thunfisch im Visier

Unter denen, die einen hohen Konsum von Konserven zugeben, macht sich Alarm breit. „Da ich es mit Dosen-Thunfisch und Makrele übertreibe ... Welche Wirkung hat Quecksilber?", fragt ein Teilnehmer. Die Antwort, die er bekommt, ist eindeutig: „Neurologische, im Grunde." Daraufhin entfaltet sich ein Katalog von Symptomen, der von Haar- und Zahnausfall bis zu irreversiblen Hirnschäden reicht, mit Verweisen auf historische Vergiftungen wie die von Minamata. Manche erinnern daran, dass organisches Quecksilber, etwa Dimethylquecksilber, nicht aus dem Körper ausgeschieden wird und jede Menge potenziell schädlich ist. Andere relativieren: „Um dieselbe Menge Quecksilber wie Qin Shi Huang zu sich zu nehmen, müsstest du mehrere Millionen Dosen Thunfisch essen."

Die Diskussion verlagert sich bald auf die Glaubwürdigkeit der Liste. Ein Teil der Beteiligten hält dem NRDC vor, eher bedrohte Arten schützen zu wollen als die menschliche Gesundheit. Andere verteidigen die Liste damit, dass ihre Daten von der FDA und der EPA stammen, zwei US-Bundesbehörden, was ihr Seriosität verleiht. Die Kontroverse bleibt ungelöst: Während die einen epidemiologische Studien fordern, die einen realen Anstieg von Vergiftungen durch Fischkonsum belegen, verlangen andere Daten, die beweisen, dass das Quecksilber im Fisch im Vergleich zu früheren Jahrzehnten zugenommen hat.

Woher stammt das Quecksilber, das im Fisch landet?

Wie im Thread behauptet wird, sind Kohlekraftwerke die wichtigste Emissionsquelle: Sie setzen Quecksilber in die Atmosphäre frei, das sich schließlich in Flüssen und Ozeanen ablagert, sich dort in Methylquecksilber umwandelt und sich in der Nahrungskette anreichert. Große, langlebige Fische wie Thunfisch oder Schwertfisch reichern mehr davon an, weil sie andere Fische fressen, die es bereits angesammelt haben. Deshalb weisen kleine Arten wie Sardinen deutlich niedrigere Werte auf. Allerdings enthält die NRDC-Liste auch Süßwasserfische wie Karpfen oder Barsch, was die Frage aufwirft, warum auch Binnenökosysteme betroffen sind.

Die Sorge um die Herkunft des Fischs vermischt sich mit der Angst vor Radioaktivität. Mehrere Beiträge erwähnen die FAO-Zone 61, die dem Nordwestpazifik entspricht, als wegen des Fukushima-Unfalls zu meidendes Gebiet. „Sieht man auf den Dosen, ob es die FAO-Zone 61 ist?", fragt ein Teilnehmer. Die Antwort lautet, dass einige Marken das Fanggebiet tatsächlich angeben: Die Sardinen von Orbe und Alopécico stammen laut Etikett aus der FAO-Zone 27, dem Nordostatlantik. Der wiederholte Rat lautet, das Etikett zu lesen und auf kleinen, regionalen Fisch zu setzen.

Zahnfüllungen, Impfstoffe und andere Quecksilberquellen

Das Gespräch driftet zu anderen Expositionsquellen ab. Ein Teilnehmer behauptet, silberfarbene Zahnamalgame setzten ständig Quecksilberdampf frei, und es gebe „Dutzende Studien", die sie mit Allergien, Migräne, Gedächtnisverlust oder Herzrasen in Verbindung brächten. Die Behauptung wird nicht mit Gesundheitsquellen abgeglichen und bleibt eine Meinung unter vielen im Thread. Auch Thiomersal wird erwähnt, ein quecksilberhaltiges Konservierungsmittel, das früher in manchen Impfstoffen verwendet wurde, als mögliche Ursache von Autismus – eine Hypothese, die die Wissenschaftsgemeinschaft wiederholt zurückgewiesen hat. Der Artikel unterstützt keine dieser Behauptungen: Sie werden als Teil der Debatte wiedergegeben, nicht als bewiesene Fakten.

Die Ernährungswarnungen machen müde

Der Grundton kippt in Müdigkeit. „Man kann keinen Fisch essen, weil er Quecksilber hat, keine Milch trinken, weil kein Tier als Erwachsener Milch trinkt, keinen Weizen und kein Mais essen, weil er gentechnisch verändert ist ...", fasst ein Teilnehmer zusammen. Die am häufigsten geäußerte Schlussfolgerung: Man muss irgendwas essen, und ein Nullrisiko gibt es nicht. Andere erinnern daran, dass Quecksilber nicht das einzige Problem ist: Zuchtlachs, Pangasius und kontaminiertes Sonnenblumenöl haben jeweils ihre eigenen Warnungen ausgelöst. Die letzte Frage eines Teilnehmers bringt die allgemeine Stimmung auf den Punkt: „Welcher Fisch bleibt uns da noch?"



Die NRDC-Liste ist nicht verbindlich, hat aber dazu geführt, dass so mancher seine Ernährung überprüft. Die verfügbaren Hinweise deuten darauf hin, dass sich Quecksilber in großen Räubern anreichert und kleine Arten sicherer sind. Ungeklärt bleibt, ob das Risiko eine Gewohnheitsänderung rechtfertigt oder ob dies nur eine neue Spielart der Ernährungshypochondrie ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (75 Antworten).

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