Quantenunsterblichkeit: Die Theorie, nach der man nie stirbt

Ein Paper auf Arxiv befeuert die Quantenunsterblichkeit neu: Wenn die Viele-Welten-Interpretation stimmt, stirbt das Bewusstsein nie. Physiker halten das für Pseudowissenschaft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Eine Veröffentlichung auf Arxiv hat eine der ältesten und am schwersten auszurottenden Verschwörungstheorien wiederbelebt: die Leugnung des Todes. Die moderne Version kommt mit akademischem Stammbaum. Der MIT-Physiker Max Tegmark formulierte sie in den 1990er Jahren auf Grundlage von Everetts Viele-Welten-Interpretation. Wenn diese Lesart der Quantenmechanik stimmt, kann Ihr Bewusstsein sein eigenes Ende nicht erleben: Es erwacht immer in dem Zweig, in dem Sie überlebt haben. Die Unfälle, die Sie getötet haben, trafen jemand anderen.

Die Theorie ist so verführerisch wie schwer zu widerlegen und zugleich unmöglich zu bestätigen. Die Skeptischsten erledigen sie mit einer Faustregel: Man muss die Ausführung gar nicht anhören, das Wort „Quanten" ist bereits ein rotes Tuch. Der eigentliche Einwand ist subtiler: Wenn alle Zweige existieren, hört die Kopie, die stirbt, auf, „ich" zu sein, und die weiterlebende erinnert sich an nichts. Kein Experiment kann diesen Zustand von einfacher Sterblichkeit unterscheiden.

Es gibt auch eine ökonomische Lesart. Das Argument lautet: Das System funktioniert, weil Sie Angst vor dem Tod haben – diese Angst hält die Welt regierbar. Wäre das „Ich" unsterblich, würde jede gesellschaftliche Ordnung darunter leiden. Übersehen wird dabei, dass Hinduismus und Buddhismus dasselbe seit Jahrtausenden predigen, ohne dass ihre Gesellschaften unregierbar wurden. Quantenunsterblichkeit ist in diesem Sinne die alte Reinkarnation mit einem Physik-Budget.

Die Analyse bleibt an einem Punkt hängen: Die Hypothese ist von vornherein so konstruiert, dass sie nicht widerlegbar ist. Kein Experiment kann den Moment einfangen, in dem ein Zweig endet und ein anderer weiterläuft. Und diese Unverwundbarkeit gegenüber Beweisen ist weniger ein Beleg für eine Verschwörung als ein perfektes Alibi. Wenn man nicht sterben kann, ist es egal, dass es niemand beweisen kann: Wer das hier schreibt, wird es ohnehin schon in irgendeinem anderen Zweig wissen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (40 Antworten).

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