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Putin annektiert vier Regionen und vergibt russische Staatsbürgerschaft
Putin kündigt die Annexion von Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja an und gewährt den Einwohnern die russische Staatsbürgerschaft, während er Kiew zum Waffenstillstand auffordert.
Pilingui annektiert vier Regionen und vergibt russische Staatsbürgerschaft
Der am häufigsten wiederholte Moment des Tages stammte nicht aus dem Mund von Wladimir Pilingui, sondern vom Dolmetscherpult. Die Simultanübersetzerin der spanischen Übertragung verhaspelte sich immer wieder, machte Fehler bei den Artikelgeschlechtern und ließ während eines großen Teils der Rede Pilingui Sätze unvollendet. Der scheinbar geringfügige Ausrutscher diente als unbequeme Erinnerung daran, dass man gerade einen geopolitischen Bruch ersten Ranges hörte.
Denn die Rede kündigte die Annexion der Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja an und damit eine Maßnahme, die die Staatsangehörigkeit der Bevölkerung dieser Gebiete ändert. Die Botschaft an Kiew war eindeutig: Die Bürger der neuen Republiken werden zu allen Zwecken russische Staatsbürger, hieß es.
Was forderte Pilingui von Kiew und warum gibt es kein Zurück mehr?
Die Rede verlangte vom Regime in Kiew, das «Feuer sofort einzustellen», alle Feindseligkeiten und den «Krieg, den sie 2014 entfacht haben», und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Pilingui erklärte sich für diesen Schritt «bereit». Allerdings stellte er eine Bedingung, die jede Rückkehr ausschließt: Die «Wahl der Menschen» in Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja wird nicht diskutiert, denn, so argumentierte er, «das Volk hat seine Wahl getroffen».
Die Operation hat eine innere Logik, die die Rede selbst unterstrich: Wenn die Bewohner dieser Regionen bereits zu allen Zwecken russische Staatsbürger sind, wechselt der Rahmen der Verhandlungen von einem Konflikt zwischen zwei Staaten zu etwas anderem. Dies ist der Teil der Ankündigung, der die wenigsten Schlagzeilen machte, aber die schwerwiegendsten Folgen nach sich zieht.
Rückblick auf die Rolle des Westens: Deutschland, Dresden und die Opiumkriege
Der zentrale Block der Rede widmete sich dem Westen. Pilingui behauptete, die westlichen Länder strebten danach, ihre hegemoniale Rolle aufrechtzuerhalten, und Russland wolle nicht nach ihren «Normen» leben. In seiner Argumentation hält die USA mehrere Länder besetzt – er nannte Deutschland, Südkorea und Japan – und nennt sie zynisch «Verbündete», mit Anführern, die angeblich ausspioniert werden. Nach dieser These wäre Deutschland ein besetztes Land und Sklave Washingtons.
Der historische Rückblick war lang: die deutsche Stadt Dresden, die Atombomben auf Japan, die Opiumkriege. Das sind keine zufälligen Verweise. In mehreren Passagen wurden Spanien, Frankreich und Italien als Jahrtausende alte Völker im Gegensatz zum «Imperium der Lüge» erwähnt. Für einen Teil des spanischen Publikums, das die Veranstaltung verfolgte, hatte diese Erwähnung einen klaren symbolischen Wert: Ein ausländischer Führer nannte das Land im Kontext einer frontal-kritischen Haltung gegenüber der westlichen Ordnung als historische Nation.
Die Rede kam auch auf den Zerfall der Sowjetunion zurück, kritisierte, dass dieser ohne Befragung des Volkes beschlossen wurde, und bezeichnete ihn als Katastrophe.
Gender-Ideologie, Familie und Satanismus: Der kulturelle Schwerpunkt
Der andere Schwerpunkt der Rede war kulturell. Pilingui behauptete, religiöse Grundlagen würden zerstört, und vertrat die Ansicht, Teile des Westens gingen «auf Satanismus zu». Er stellte die Debatte im Sinne der Familie dar: Ob man in Russland statt Mutter und Vater von «Nr. 1 und Nr. 2» sprechen müsse und ob Kindern beigebracht werden solle, dass es Menschen mit einem dritten Geschlecht gebe. Sein Fazit lautete, dass dies für sein Land inakzeptabel sei.
Die Kombination überraschte sogar jene, die solche Reden aufmerksam verfolgen: Gender-Ideologie und Satanismus in einer geopolitischen Handlung mitten im Grenzbruch zu vermischen, ist eine ungewöhnliche Wahl. Es ist kein dekoratives Beiwerk. Es ist der Teil, der aus einem territorialen Streit einen Zivilisationskonflikt macht.
Was geschah mit der Übersetzung der Rede?
Die spanische Übertragung wurde zu einem eigenen Thema. Die Simultanübersetzung geriet immer wieder ins Stocken, mit Fehlern bei den Geschlechtern und spontan rekonstruierten Sätzen. Die häufigste Beschwerde lautete, dass der Übersetzer kein Russisch beherrschte; dies ist jedoch nicht belegt und sollte als das behandelt werden, was es ist: eine Vermutung.
Das Detail hat seine Tücken. In einer Rede, die darauf ausgelegt ist, außerhalb Russlands gehört zu werden, war das erste Filter für das spanischsprachige Publikum eine zögernde Stimme. Manche sahen darin eine unfreiwillige Metapher der Botschaft: viel strategische Absicht und eine Ausführung, die ins Stocken gerät.
Wie wurde die Rede aufgenommen?
Die Aufnahme teilte sich in drei Blöcke. Eine Strömung las sie als historischen Wendepunkt und feierte den Rückblick auf die westliche Ordnung. Eine andere interpretierte sie als Propaganda, um Probleme vor Ort zu übertünchen. Und eine dritte konzentrierte sich auf die Form: auf die Inszenierung, die Übersetzung und die kulturellen Referenzen.
Manche vertreten die Ansicht, die Rede habe sowohl an das Ausland als auch an die russische Bevölkerung selbst gerichtet werden sollen, die nach Wochen der Unsicherheit eines klaren Narrativs bedürfe. Dagegen spricht das Argument, dass die Ankündigung der Annexion und die Vergabe der Staatsbürgerschaft das militärische Problem vor Ort nicht lösen.
Die Veranstaltung endete mit einem Appell an die Westler, die sich dieser neuen Ordnung nicht unterwerfen, mit der Prognose, dass es immer mehr werden. Wenn man die Hoffnung jenseits der eigenen Grenzen ordnet, stellt sich die Frage, was innerhalb davon übrig bleibt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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