PSOE wusste jahrelang von Abalos-Skandal, sagt López

Patxi López räumt ein, dass die Partei seit Jahren Verantwortung forderte, was Vorwissen im Fall Koldo García impliziert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

PSOE wusste jahrelang von Abalos-Skandal, sagt López
Lópezs Bemerkung deutet auf PSOE-Wissen hin

„Wir haben schon seit Längerem gefordert, dass er politische Verantwortung übernimmt.“ Dieser Satz, dem sozialistischen Politiker Patxi López zugeschrieben, klingt nach Verwaltungsprozedur. Ist es aber nicht. Wenn eine Partei José Luis Ábalos lange Zeit aufgefordert hat, für etwas politische Verantwortung zu übernehmen, dann wusste sie exakt so lange, dass dieses „Etwas“ existiert. Die Frage ist also nicht mehr, was Ábalos getan hat. Die Frage ist, seit wann es andere wussten und warum niemand gehandelt hat.

Seit wann wusste die PSOE Bescheid?

Der diskutierten Zeitraum umfasst mehr als zwei Jahre der Kenntnisnahme im Umfeld des Regierungssitzes (Moncloa). Es ist eine unbelegte Behauptung, die man mit Vorsicht lesen sollte, aber sie zieht eine unangenehme Konsequenz nach sich: Wenn ein Dokument existierte, das alles informierte – erwähnt wird ein Anwaltsbrief an die Moncloa –, dann ist unterlassenes Handeln kein Versehen mehr. Es wird zur bewussten Entscheidung.

Das vorgeschlagene Alibi ist das älteste im Buch: Niemand hat das Dokument gelesen. Das Problem dieses Arguments ist, dass es, einmal zugegeben, den Fall von Fahrlässigkeit zu Zynismus verschiebt. Und daraus gibt es keinen Ausweg.

Koldo García: Reisen und Wahlurnen

Ábalos’ rechte Hand steht im Mittelpunkt der Geschichte. Seine Begleitung des damaligen Ministers durch Kolumbien, Panama, Kuba, die Dominikanische Republik und Guinea wird als Beweis für ein Vertrauen angeführt, das weit über Protokoll hinausgeht. Bei jeder Reise gab es Agenden, Unterschriften und Kontakte.

Ein zweites Detail erklärt viel von der internen Politik: Koldo García soll bei Parteivorwahlen die Aufsicht über die Wahlurnen gehabt haben. In jeder Organisation ist dies die Rolle, die jemandem anvertraut wird, der nicht versagen darf. Oder jemandem, der zu viel weiß, als dass ein anderer damit betraut werden könnte.

Währenddessen behält Ábalos seinen Sitz und damit seine Immunität, was effektiv jede Untersuchung blockiert. Er wird seinen Status nicht aufgeben, auch nicht unter Waffengewalt, fasst das Gespräch zusammen.

„Ich trete nicht zurück“ ist jetzt ein literarisches Genre

Dass ein Politiker auf die Tür zeigt und sich weigert hindurchzugehen, ist längst keine Nachricht mehr, aber die Messlatte lag beim „Ich trete nicht zurück“ aus dem Rubiales-Fall. Es schien schwer, das zu übertreffen. Es wurde übertroffen.

Die geschilderte Szene zeigt einen Anführer allein in Gefahr, ohne Team, das ihn unterstützt, und eine schwebende Frage: Wenn derjenige, der fallen wird, Namen, Fotos und Papiere der noch Stehenden im Kopf hat, warum gibt er sie nicht preis? Die geflüsterte Antwort lautet, dass niemand will, dass er spricht. Dazu gehören auch jene, die jetzt seinen Kopf fordern.

Handbuch zum Ballast abwerfen: Von Bárcenas bis Barberá

Was hier schonungslos beschrieben wird, ist ein Mechanismus, kein Einzelfall. Wenn jemand nutzlos wird, lässt die Organisation ihn fallen und schiebt ihn gegebenenfalls weg. Der Fall Luis Bárcenas dient als Beispiel: Der Mann, der die Buchhaltung und Extra-Gehälter der Partei verwaltete, sammelte mehrere Millionen Euro in Investitionen an und stand, als der Skandal ausbrach, unter Polizeibewachung, mit verschwundenen Dokumenten und Episoden, die heute im Fall Kitchen untersucht werden.

Das Muster wiederholt sich mit anderen Namen. Rita Barberá, und der Name Carme Chacón taucht mit bitterem Unterton auf. Die Schlussfolgerung lautet, dass Gefallene nicht wegen dessen fallen, was sie taten, sondern weil sie aufhörten zu dienen.

Offizielle Zeitpläne werden immer nachträglich angepasst

Hinzu kommen Beschwerden über Kalender, die je nach Bedarf gekürzt oder gestreckt werden. Es wird daran erinnert, dass die Parteiführung Kontakte mit Carles Puigdemont bereits seit März eingeräumte, während die offizielle Erzählung das Interesse an einer Amnestie erst am Wahlabend im Juli verortete. Die Übereinstimmung ist auffällig: Erst Leugnung, dann Eingeständnis, immer mit der Erklärung, dass die Zeiten falsch gezählt wurden.

Im Kern sind alle Abschnitte dieser Geschichte derselbe Abschnitt. Man wusste Bescheid, ließ es laufen und aktivierte den Ventilator, als es drohte, alle oben anzupröhen.



Eine einfache arithmetische Frage bleibt: Wenn die Sache seit mehr als zwei Jahren kursiert und die Partei gleich lang Verantwortung fordert, warum Rücktritte verlangen, wenn man die Tür hätte schließen können? Und es gibt ein Detail, das kontextfrei das Gefühl zusammenfasst: die gleichen Jahre wie bei Pujol. Die gleiche Zeit, die es brauchte, bis ein anderer scheinbar unantastbarer Figur fiel, merkt eine lose Bemerkung an. Äste fallen vor dem Baum, und alle sehen es kommen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (115 Antworten).

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