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PSOE verbieten: Spaniens Parteiengesetz beendet die Debatte nicht
Spaniens Parteiengesetz entstand gegen die ETA, nicht gegen den PSOE. Doch die Debatte über ein Verbot der wichtigsten linken Partei des Landes ist längst entfacht.
PSOE verbieten: der Abkürzung, die niemand ernsthaft wagt
Das spanische Parteiengesetz entstand mit einem sehr konkreten Ziel: die ETA und ihr Umfeld zu verbieten. Drei Jahrzehnte später wollen manche es auf die wichtigste linke Partei des Landes anwenden. Das Argument klingt wie eine Schnapsidee – wäre da nicht die Tatsache, dass die bloße Möglichkeit bereits im öffentlichen Debattenalltag angekommen ist.
Manche Stimmen behaupten, ein Verbot des PSOE sei der einzige Weg, den aktuellen politischen Zyklus zu stoppen. Andere, gemäßigtere Stimmen relativieren, man müsse nicht die ganze Partei verbieten, sondern das Gesetz nur auf die Formationen anwenden, die sie als „spanienfeindlich" oder separatistisch betrachten. Genau dort entsteht die Komplexität: Das Gesetz verlangt den Nachweis einer Verbindung zu Gewalt oder zur Verletzung der verfassungsmäßigen Ordnung – und das lässt sich nicht improvisieren.
Der am häufigsten geäußerte Einwand ist jedoch praktischer Natur: Wenn der PSOE verboten wird, was hindert ihn daran, morgen unter neuem Namen mit derselben Struktur wieder aufzutauchen? Die jüngere Geschichte ist voll von Neugründungen, die nichts geändert haben. Deshalb zieht ein Teil der Analyse einen radikaleren Schluss: alle politischen Parteien verbieten, angefangen bei den jetzigen.
Währenddessen gehört zum Hintergrundrauschen der Aufruf, Parteibüros anzuzünden, sowie Parolen mit revolutionärem Anstrich. Das sind Ausbrüche, die der ernsthaften Debatte nicht dienen, aber eine Unzufriedenheit mit dem Parteiensystem offenbaren, die über eine einzelne Partei hinausgeht.
Die unbequeme Frage lautet: Wenn eine unbequeme Partei per Dekret verboten werden kann, wer garantiert dann, dass die Maßnahme nicht gegen die nächste eingesetzt wird? In einer Demokratie ist das Gegenmittel gegen schlechte Regierung meist mehr Demokratie, nicht weniger.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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