PSOE-Rätin in Spanien wegen Briefwahlbetrugs ermittelt

Gegen Leire Díez, Rätin der PSOE in Vega de Pas, wird wegen mutmaßlichen Betrugs bei der Briefwahl ermittelt, nachdem die Zahlen stark anstiegen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Leire Díez: Die PSOE-Insiderin, die Briefwahlstimmen manipulierte und ihre Spuren verwischte

Wie kommt eine Gemeinderätin aus einem Dorf mit 800 Einwohnern zu Validierungsbefugnissen für Briefwahlen bei Correos? Die Geschichte von Leire Díez umfasst Nachbarschaftsbeschwerden, belastende Audioaufnahmen und ein X-Konto, das gelöscht wurde, als der Skandal in der nationalen Presse auftauchte.

Der Ursprung: Vega de Pas und die Briefwahl

Vega de Pas, Kantabrien. Kaum 800 Einwohner. Bei den Kommunalwahlen 2007 erhielt die PSOE (Spanische Sozialistische Arbeiterpartei) 104 Stimmen (14,73 %) und einen Ratssitz. Doch in den folgenden Jahren schoss die Zahl der Briefwahlstimmen verdächtig in die Höhe: vom üblichen 1 % auf 20 %. Das Rathaus warnte 2009 vor einem „sehr hohen und übermäßigen“ Anstieg, der einen „massiven Diebstahl“ verbergen könnte. Wie der Bürgermeister gegenüber LA RAZÓN berichtete, fand die Guardia Civil bis zu 40 Anträge für Briefwahlstimmen im Papierkorb eines Altenheims. Im Mai desselben Jahres erstatteten mehrere Nachbarn Anzeige gegen die Generalsekretärin der lokalen PSOE: Leire Díez.

Von Correos zum nationalen Skandal

Jahre später erhielt Díez eine verantwortungsvolle Position bei Correos, dem öffentlichen Unternehmen, das für die Verwaltung der Briefwahl zuständig ist. Wie Vozpópuli enthüllte, hatte sie Vertretungsbefugnisse zur Validierung der Briefwahlstimmen, eine Funktion, die normalerweise hochrangigen Führungskräften vorbehalten ist. Correos-Führungskräfte bezeichneten ihre Rolle als „sehr ungewöhnlich“. Laut Daten von La Gaceta erhielten die PSOE und Sumar mehr als die Hälfte der Briefwahlstimmen bei den allgemeinen Wahlen am 23. Juli, die von Díez beaufsichtigt wurden.

Im Mai 2025 brach der Fall los. Eine unvollständige Aufnahme wurde verbreitet, in der Díez angeblich den Chef der UCO (Zentrale Operationseinheit) bedrohte. El País titelte: „Der Fall der Audios von Leire Díez gegen den UCO-Chef erschüttert die PSOE.“ Ferraz und La Moncloa schworen, sie nicht zu kennen, trotz Fotos mit Sánchez und anderen Führungspersönlichkeiten.

Löschung des X-Kontos und unbeantwortete Fragen

Stunden nachdem der Skandal die Schlagzeilen dominierte, löschte Díez ihr X-Konto (ehemals Twitter), auf dem sich noch ein Banner befand mit dem Text: „Danke an die Fachkräfte von Correos dafür, dass sie Demokratie in jeden Winkel Spaniens bringen.“ Das Verwischen der Spuren verstärkte den Verdacht. Im Dorf umfassten alte Beschwerden Morddrohungen mit einer Machete gegen eine Nachbarin, die ohne große Konsequenzen archiviert wurden.

Die PP (Volkspartei) hat Erklärungen gefordert, während Vox es vermeidet, in „Verschwörungstheorien“ einzusteigen. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Meinungsforschungsunternehmens Michavila räumte ein, dass ihre jahrelang bewährten Modelle bei den Wahlen am 23. Juli „seltsam lokalisierte Lücken“ aufwiesen. Die Frage, die niemand beantwortet: Wie viele Wahlprozesse könnten betroffen gewesen sein, wenn eine einzelne Person mit privilegiertem Zugang zur Briefwahl diese manipulieren konnte?

Mit den vorliegenden Daten scheint der Fall Leire Díez kein individueller Fehler zu sein, sondern die Spitze eines Eisbergs, den das spanische Wahlsystem seit Jahren ignoriert. Währenddessen warten die Bewohner von Vega de Pas weiterhin darauf, dass jemand erklärt, wie die Briefwahl von 1 % auf 20 % stieg, ohne dass jemand eingriff.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (117 Antworten).

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