PSOE fällt unter 100 Sitze, und die Frauenstimmen wechseln die Seite
Eine Beamtin, die jahrelang sozialistisch gewählt hat, gibt zu, dass sie Sánchez nicht mehr erträgt. Sie ist kein Einzelfall: In den Tracking-Umfragen, die derzeit kursieren, schießt die PP nach oben, der PSOE fällt erstmals unter 100 Sitze, und die Summe mit VOX läge bei rund 207. Unmittelbarer Auslöser ist das Zugunglück von Urda, das zweite binnen zehn Monaten, doch der Aderlass begann schon früher: Hausbesetzer, Unsicherheit und eine Verwaltung des Hochgeschwindigkeitsnetzes, die als fahrlässig wahrgenommen wird. In Ferraz, der Parteizentrale, spricht man von "Panik", und manche erwägen bereits die sofortige Entlassung des Verkehrsministers Óscar Puente.
Die Tracking-Umfrage, die niemand dementiert
Die kursierenden Zahlen sind ungewöhnlich hart. Nach den neuesten Tracking-Umfragen würde der PSOE bis zu 31 Abgeordnete im Vergleich zu 2023 verlieren und auf 90 bis 95 Sitze kommen. Die PP schießt nach oben, VOX verdoppelt ihre Sitze, wenn auch ohne die 19% zu erreichen. In Castilla-La Mancha kommt die PP auf 34,3%, VOX auf 28,4% und der PSOE auf 27,4%. Diese Zahlen passen nicht zu der Widerstandsfähigkeit, die manche vorhergesagt hatten, und erklären die interne Spannung im Amtssitz des Ministerpräsidenten, der Moncloa.
Manche behaupten, das Unglück von Urda sei der letzte Stoß gewesen, doch der Verschleiß reicht weit zurück. Die Wahrnehmung, dass das Hochgeschwindigkeitsnetz nicht auf drei konkurrierende Betreiber vorbereitet ist, mit 170 von Adif, der Eisenbahninfrastrukturbehörde, eingeräumten Störungen, hat sich bei einem Wählerpublikum festgesetzt, das täglich die Bahn nutzt. Und es geht nicht nur um Infrastruktur: Das Narrativ von der unsicheren Städte, den Hausbesetzern und der Einwanderung hat in Bevölkerungsschichten Fuß gefasst, die sich zuvor nicht angesprochen fühlten.
Die Frauen, die nicht mehr PSOE wählen
Die Schlagzeile, die in den Analysen am häufigsten wiederholt wird, ist die Wendung der Frauenstimmen. Frauen aus der Mitte, die ohne Zögern sozialistisch wählten, geben zu, dass sie ihre Stimmabgabe geändert haben. Es ist keine Liebe zu Feijóo: Es ist die Angst vor der Haustür, vor dem Verfall des Viertels, vor der unsicheren Bahn, die sie jeden Tag nehmen. Der Mechanismus ist derselbe wie 2004, als die Madrider Anschläge vom 11-M aus Angst vor weiteren Attentaten Stimmen bewegten; heute ist der Schrecken ein anderer, und die Richtung der Stimmen hat sich umgekehrt.
Der Vergleich mit dem 11-M kehrt immer wieder. Damals hielt der Schock drei Tage an und nützte dem PSOE. Heute gibt es keinen Schock, sondern ein Tropfen: jede Woche ein Zwischenfall, jeden Monat eine schlechte Nachricht. Und die weibliche Wählerschaft, die meist sicherheitsbewusster ist, wandert ab. Manche rechnen damit, dass die Strafstimmen der Frauen mehr Sitze wert sein könnten als jede Kampagne.
Der Plan C, der nie kommt
In der Moncloa spekuliert man über ein Sofortprogramm vor dem 29N. Manche sprechen von einem "Radikalmaß", um die Umfragen zu drehen, doch die Zeit wird knapp. Der Generalstreik, der als Schlüsseldatum angekündigt wurde, dürfte scheitern, und die Investitur liegt noch in der Ferne. Derweil kommen PP und VOX zusammen auf rund 207 Sitze, eine Mehrheit, die eine Reform des Wahlrechts erzwingen würde, damit jede Stimme gleich viel zählt.
Das sich abzeichnende Szenario ist nicht nur ein Regierungswechsel. Es ist ein Debakel, das den PSOE auf sein historisches Tief bringen könnte, mit 65 Sitzen als Referenzmarke seines Tiefpunkts. Und mit einer Wählerschaft, die bereit ist zu bestrafen, ohne Angst vor der Rückkehr der Rechten – erstmals seit Jahren.
Am Ende ist die Zahl, die verstört, nicht der Absturz des PSOE, sondern das Tempo. Innerhalb von zwei Wochen Nachrichtensendungen hat der Angstblock die Richtung gewechselt. Und das ist in der Politik das Schwierigste rückgängig zu machen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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