PSOE erstattet Anzeige gegen Abascal wegen Hassrede

Die PSOE hat Santiago Abascal und Vox bei der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Volksverhetzung angezeigt. Die Anzeige bezieht sich auf...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

PSOE erstattet Anzeige gegen Abascal wegen Hassrede
PSOE erstattet Anzeige gegen Abascal wegen Hassrede

Die PSOE hat eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen Santiago Abascal und die Partei Vox wegen des Verdachts auf Volksverhetzung erstattet. Sie beruft sich dabei auf Artikel 510 des spanischen Strafgesetzbuches, der öffentliche Anstiftung zu Hass, Feindseligkeit oder Gewalt unter Strafe stellt. Gegenstand der Anzeige sind Äußerungen Abascals in Argentinien, in denen er andeutete, dass das Volk den Regierungschef irgendwann „an den Füßen aufhängen“ werde, sowie Angriffe auf Parteizentralen der PSOE. Der Fraktionsvorsitzende der PSOE im Kongress, Patxi López, fasste dies mit einem vielzitierten Satz zusammen: „Wir wollen, dass das volle Gewicht des Gesetzes auf Abascal und Vox fällt.“

Die Nachricht, verbreitet durch Medien wie ABC, RTVE und El País, hat eine Debatte ausgelöst, die über den konkreten Fall hinausgeht: Wie weit darf politische Kritik gehen, ohne die Schwelle zur Straftat zu überschreiten? Ist es verhältnismäßig, wenn eine Partei ihre Opposition bei der Staatsanwaltschaft anzeigt? Oder handelt es sich um ein Ablenkungsmanöver?

Was sagt Artikel 510 des Strafgesetzbuches

Artikel 510 des Strafgesetzbuches bestraft Personen, die öffentlich zu Hass, Feindseligkeit oder Gewalt gegen Gruppen oder Einzelpersonen aus ideologischen Gründen anstiften. Die PSOE vertritt die Auffassung, dass Abascals Worte diesen Tatbestand erfüllen. Die Anzeige erwähnt auch die Angriffe auf die Parteizentralen, ohne jedoch zu spezifizieren, ob diese vor oder nach den Äußerungen des Vox-Führers stattfanden.

Der juristische Knackpunkt liegt darin, ob die Äußerungen auf spanischem oder ausländischem Boden getätigt wurden. Abascal sprach in Argentinien. Einige Analysen deuten darauf hin, dass die spanische Staatsanwaltschaft Schwierigkeiten haben dürfte, eine im Ausland begangene Straftat zu verfolgen, es sei denn, das Prinzip der universellen Gerichtsbarkeit wird angewandt, was hier nicht offensichtlich passt. Die Anzeige hat daher einen ungewissen Ausgang.

Reaktionen: „Rauchbombe“ und „Verfolgung der Opposition“

Ein Teil der Kommentatoren sieht in der Anzeige eine Rauchbombe, um von der Amnestie abzulenken. Andere sehen darin den Versuch, den politischen Gegner zu kriminalisieren. Manche erinnern daran, dass die PSOE bereits andere Anzeigen gegen Vox erstattet hat und die Staatsanwaltschaft nicht immer mit derselben Sorgfalt handelte, wenn die Anzeigen in die entgegengesetzte Richtung gingen.

Das am häufigsten vorgebrachte Argument ist, dass der Tatbestand der Volksverhetzung als Werkzeug genutzt wird, um die Opposition zum Schweigen zu bringen. „Hass auf die PSOE ist eine Straftat“, fasst der Titel der Debatte zusammen. Die Idee, dass die Koalitionsregierung versuche, Vox zu verbieten, schwingt in vielen Botschaften mit, obwohl es keine Hinweise darauf gibt, dass dies tatsächlich erwogen wird.

Der Präzedenzfall Rubiales und die universelle Gerichtsbarkeit

Einige Kommentare vergleichen den Fall mit dem von Luis Rubiales, der in Spanien für Taten angeklagt wurde, die in Australien geschahen. Der Unterschied besteht darin, dass im Fall Rubiales das in Gesetz verankerte Prinzip der universellen Gerichtsbarkeit angewandt wurde, während im Fall Abascal unklar ist, ob dieselbe Maßstäbe gelten können. Der Vergleich dient dazu, das Gefühl eines doppelten Standards zu unterstreichen.

Es wird auch erwähnt, dass die Staatsanwaltschaft bereits wegen angeblicher mangelnder Unabhängigkeit kritisiert wurde. Nach dieser Lesart hätte die Anzeige der PSOE keinen anderen Zweck, als die Erzählung zu nähren, dass Vox eine Partei außerhalb des Gesetzes sei.

Der Kontext: Amnestie, Separatismus und Verschleiß

Der Hintergrund der Debatte ist das Amnestiegesetz, das mit den separatistischen Parteien vereinbart wurde. Mehrere Stimmen behaupten, die Anzeige gegen Abascal diene als Vorhang, damit nicht über die Amnestie gesprochen wird. Andere verteidigen hingegen das Recht der PSOE, das als Straftat zu betrachten, was sie dafür hält; wenn Abascal nicht gesagt hätte, was er sagte, gäbe es keine Anzeige.

Die Diskussion entwickelt sich hin zur Frage der demokratischen Qualität. Manche behaupten, die Opposition werde verfolgt, andere kontern, dass die Opposition ebenfalls die Regierung mit unbegründeten Anschuldigungen angreife. Das Ergebnis ist ein Klima der Konfrontation, das sich kaum abkühlen lässt.

Wie geht es weiter?

Die Staatsanwaltschaft muss entscheiden, ob sie die Anzeige annimmt und Indizien für eine Straftat sieht. Falls ja, könnte der Fall beim Obersten Gerichtshof landen, da Abascal Abgeordneter ist. Der Prozess wäre in jedem Fall langwierig. Und der Ausgang unsicher.

Inzwischen hat die Anzeige bereits eine politische Funktion erfüllt: Sie hat den Fokus auf Vox gelenkt und die Opposition gezwungen, sich zu verteidigen. Wenn dies das Ziel der PSOE war, hat sie es erreicht. Eine andere Frage ist, ob die Staatsanwaltschaft den Klägern letztlich recht geben wird. Der Ball liegt nun bei ihr.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (163 Antworten).

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