100 Euro pro Patient, 15 am Tag: So rechnet eine Privatpsychiaterin ab
Eine Psychiaterin mit eigener Praxis in A Coruña, die 15 Patienten pro Tag zu je 100 Euro behandelt, erzielt 1.500 Euro Umsatz pro Arbeitstag. Ohne Operationssaal, ohne nennenswerte medizinische Materialien und mit der Miete einer Wohnung als einzigem offensichtlichen Fixkostenblock. Der Fall wird von jemandem geschildert, der sie gut kennen will: volle Agenda bis Ende Januar, Skepsis beim Zeigen des Kartenterminals und keine Rechnungen im Umlauf. Der Tarif selbst empört niemanden. Was verwundert, ist das Volumen.
Wie viel Umsatz macht eine psychiatrische Vollpraxis?
Fünfzehn tägliche Patienten zu hundert Euro ergeben eintausendfünfhundert Euro pro Tag. Elf Stunden Sprechzeit bieten ausreichend Spielraum für diese Zahl ohne Hektik, und der Berichterstatter besteht darauf, dass die Termine bis tief in den Winter hinein vergeben sind. Das erste Gegenargument betrifft nicht die Zahlen, sondern die Methode: Hundert Euro pro Sitzung sind ein üblicher Satz in der Privatpraxis, aber normalerweise für einstündige Sitzungen. Wenn die Konsultationen nur halb so lang dauern, verdoppelt sich der Preis pro Minute, und der Patient zahlt für Rotation statt für Therapie.
Hier beginnt der unangenehme Teil. Ein Reaccionariorzt, der fünfzehn Personen täglich sieht, betreut sie nicht einmalig: Die meisten kommen monatlich oder quartalsweise wieder. Das bedeutet eine Kartei mit Tausenden aktiven Akten, dahinter stehen jahrelange Arbeit, ein Überweisungsnetzwerk und ein Ruf, der sich von Praxisbesuch zu Praxisbesuch aufgebaut hat. Das Geschäft entsteht nicht durch ein Schild an der Tür.
Die Aufstellung, die den Gewinn halbiert
Die Bruttoumsätze sind nicht gleichbedeutend mit dem Gewinn. Bei einem geschätzten Jahresumsatz von 170.000 Euro zieht die kursierende Kalkulation zwischen 15.000 und 20.000 Euro für die Miete einer Wohnung in einer mehr oder weniger zentralen Lage ab, weitere 25.000 bis 30.000 Euro für eine Empfangsdame, die die Tür öffnet, sowie 8.000 bis 10.000 Euro für Strom, Wasser, Heizung, Reinigung und Selbstständigenbeiträge. Es bleiben etwa 110.000 Euro brutto übrig, was netto zwischen 70.000 und 80.000 Euro liegt. Die vollständige Aufstellung Posten für Posten entzaubert die Fantasie: Man schwimmt weder im Geld noch lebt man in Armut.
Die wiederkehrende Schlussfolgerung lautet, dass die endgültige Marge bei etwa der Hälfte des Kassenbestands liegt, aber diese Hälfte ähnelt in nichts der eines Angestellten, denn es gibt keine Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und kein Arbeitslosengeld, das ein schlechtes Jahr abfedert. Wenn der Patient ausbleibt, kommt die Mietrechnung trotzdem pünktlich.
Was verdient ein Psychologe oder Psychiater mit eigener Praxis?
Ein Einzelfall ergibt keinen Sektor. Die vernünftigste Kritik an der ursprünglichen Erzählung bezieht sich auf die Verzerrung: Man schaut auf die gefragtesten Profis, nicht auf den Durchschnitt. Dennoch gibt es Hinweise auf hohe Einkommen: Psychiater in Privatpraxis liegen oft bei rund 10.000 Euro monatlich, und Psychologen mit eigener Praxis bewegen sich zwischen 5.000 und 7.000 Euro pro Monat. Das ist nicht der Standard, aber auch kein Ausnahmefall.
Das Geschäft hat zudem eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Fachrichtungen. Onkologen oder Hämatologen haben kaum Möglichkeiten für private Praxen. Die Psychiatrie hingegen lebt von der anhaltenden Nachfrage und der praktischen Unmöglichkeit, Fälle über den öffentlichen Weg zu lösen, wo Wartelisten wie die beste Werbung der Konkurrenz wirken.
Private Versicherungen zahlen die Mehrheit der Konsultationen
Das Modell der direkten Bezahlung hat sich aufgelöst. In der Diskussion wird geschätzt, dass 80 % der Privatpatienten mit Versicherung erscheinen. Vor zwanzig Jahren zahlte der Privatpatient aus eigener Tasche, oft 150 Euro pro Besuch; heute ist das die Ausnahme, nicht die Regel.
Die Versicherungsbeiträge zwischen 50 und 100 Euro monatlich haben die Assekuranz zum eigentlichen Zahler eines großen Teils des Sektors gemacht. Daher gibt es Praxen, die Versicherte gar nicht aufnehmen und an der Rezeption fragen, ob der Patient bar oder per Police zahlt: Die Letzteren werden später und schlechter vergütet. Der Verdacht, dass manche Fachkräfte den öffentlichen Gesundheitswesen verachten, erklärt sich teilweise durch diese Mathematik.
Private Rezepte sind weiterhin Papier, was alles kompliziert
Hier taucht die steuerliche Seite des Themas auf. Neun von zehn privaten Rezepten, die in der Apotheke eingehen, sind auf Papier, obwohl es bereits elektronische Privatrezepte mit QR-Code gibt. Den Abgleich dieser Zettel mit den deklarierten Einnahmen würde erfordern, dass die Verwaltung Daten aus Apotheken in ganz Spanien prüft, nicht nur in der Stadt der Praxis. Wer argumentiert, das System habe die Mittel dafür, erinnert daran, dass die Inspektion bereits Quittungen von Wäschereien mit der Kasse eines Restaurants abgleicht. Wer das Gegenteil behauptet, verweist auf den Maßstab: Es sind zu viele verstreute Daten für einen fragwürdigen fiskalischen Ertrag.
Hinzu kommt die Hintertür, die viele kritisieren: Fachärzte mit Privatpraxis, die auch im öffentlichen Krankenhaus arbeiten und dort Rezepte ausstellen, oder Patienten, die das unterschriebene Papier zu ihrem Hausarzt bringen, damit dieser es ins öffentliche System überträgt, ohne weitere Fragen.
Vom Honorar zum Rezept: Zwei sich kreuzende Kritikpunkte
Die zweite Angriffsfläche ist nicht der Preis, sondern das Produkt. Es wird behauptet, die Privatpraxis fungiere als Schnellzugriffsweg zu Benzodiazepinen und Antidepressiva, mit sukzessiven Medikamentenwechseln, bis die beruhigende Dosis gefunden ist, woraus sich jahrelange Suchtprobleme entwickeln. Dies ist eine Anschuldigung, die ohne stützende Daten zirkuliert, jenseits der Erfahrung des Erzählers, und die andere widerlegen, indem sie darauf hinweisen, dass das Problem nicht an der Kasse liegt, sondern in einem öffentlichen System ohne Nachverfolgungskapazität.
Die Tageskuriosität liefert ein anderes Profil im Vergleich: Eine Akupunkteurin mit angeblich in China erworbenem Abschluss, die 60 Euro pro einstündiger Sitzung verlangt, drei Patienten gleichzeitig in verschiedenen Räumen behandelt, keine Karten akzeptiert und eine Warteliste führt. Das gleiche Muster mit weniger anerkannter Qualifikation und geringeren Fixkosten.
Mit diesen Zahlen auf dem Tisch ist die logische Frage nicht, wie viel eine Privatpsychiaterin verdient. Es ist die Frage, warum dieses Geschäft, wenn die Marge so attraktiv ist, weiterhin ein Revier weniger bleibt, statt ein ganzer Sektor zu sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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