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Prince vs. Sinéad O'Connor: Warum das Original vergessen wurde
Sinéad O'Connors Hit 'Nothing Compares 2 U' überstrahlte Prince' unbekanntes Original. Seele oder Technik?
Warum Sinéad O'Connor Prince' Original in Vergessenheit brachte
Unter Musikliebhabern ist es ein beliebtes Spiel, ein Original mit einer vermeintlich besseren Coverversion zu vergleichen. Der bekannteste Streit führt immer wieder zum selben Punkt. Prince schrieb 'Nothing Compares 2 U', nahm es für ein unbedeutendes Album auf, und der Song fiel durch. Eine irische Sängerin mit kurzem Haar interpretierte ihn fast nackt und machte daraus einen weltweiten Hit. Das ist der Maßstab. Ab hier wird alles diskutiert.
Der Rest der üblichen Liste ist schwieriger. Live and Let Die, von Paul McCartney mit Wings geschrieben, landete im Repertoire von Guns N' Roses, und noch heute verteidigen manche die Kopie gegen das Original. Auch 'Somewhere Over the Rainbow' kommt zur Sprache, das Judy Garland auf der Leinwand verewigte und das später von verschiedenen Stimmen und Ukulelen neu interpretiert wurde. Keiner dieser Duelle lässt ein klares Urteil zu.
Und genau da beginnt das Chaos.
Gibt es objektive Kriterien dafür, dass eine Version besser ist?
Nein, und wer es versucht, streitet meist über Glaubensfragen, nicht über Musik. Ein Teil des Publikums behauptet, Musik sei im Kern Seele, unabhängig von Technik. Aus dieser Perspektive kann eine Version besser aufgenommen, produziert und gesungen sein und trotzdem verlieren: Was zählte, war die Unschuld des Originals, die Naivität des Interpreten, der ahnungslos einen Klassiker schuf.
Das Gegenargument ist pragmatischer. Wenn das Kriterium das Gefühl des Hörers ist, dann zählt jede Neuinterpretation, und der kommerzielle Erfolg wird zum einzigen Richter. Sinéad O'Connors Version lief überall; Prince' nicht. Ende der Diskussion.
Eine dritte Haltung widerlegt beide vorherigen: Ein Lied nach seinem Erfolg zu beurteilen, ist wie ein Gemälde nach dem Foto des Künstlers zu bewerten. Verkaufszahlen messen etwas anderes, nicht die Qualität.
Fälle, in denen die Version das Original übertraf
'Nothing Compares 2 U' ist das kanonische Beispiel und fast das einzige unbestrittene. Prince' Original blieb auf einem Nebenalbum begraben; Sinéad O'Connors Adaption wurde zur Generationenhymne und Soundtrack halb Hollywoods in den Neunzigern. Niemand erinnert sich an die erste.
'Live and Let Die' funktioniert umgekehrt. McCartney komponierte es für einen James-Bond-Film und machte es sofort zum Klassiker; Guns N' Roses' Version griff es mit viel fetteren Gitarren auf und brachte es zurück in die Charts. Welche der beiden die Zeit besser übersteht, ist heute eine Debatte ohne Schiedsrichter.
'Somewhere Over the Rainbow' hat ein drittes Ende. Judy Garland sang es vor den Fünfzigern und wurde zum Symbol des klassischen Kinos; Jahrzehnte später erweckte eine hawaiianische Ukulelen-Version es in Werbespots und Serien wieder zum Leben. Manche halten diese Neuinterpretation für Blasphemie, andere für die beste aller Zeiten.
'Nicht besser, nur anders': Eine Nuance, die weniger klärt, als sie scheint
Eine skeptischere Strömung argumentiert, dass kaum eine Version das Original schlägt, sondern einfach etwas anderes tut. Das häufigste Beispiel ist Apocalyptica, das Cello-Quartett, das Metallica neu interpretiert: Nicht besser, nur anders. Sie ändern Instrument, Register und Absicht, aber sie konkurrieren nicht.
Diese Nuance taucht auch in einem kuriosen Fall auf: Ein Lied über Jeanne d'Arc, 'La Dama de Orleans', das von Eighties-Synthesizern in einen 'mehr als würdigen' Track verwandelt wurde. Die Kritik betrifft nicht die Qualität, sondern die Kohärenz. Eine mittelalterliche Heldin zwischen Drum-Machines passt nirgendwo hin, und das Video versucht, diese Lücke mit einer Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu füllen. Für jene, die glauben, ein Lied sollte aus sich selbst heraus Bedeutung haben – so wie ein Gemälde keinen Führer braucht, der den Maler erklärt –, hilft dieser Flickwerk nichts. Für reine Zuhörer funktioniert der Track.
Versionen von Versionen: Wenn niemand mehr weiß, was das Original war
Es gibt eine weitere Stufe. Es gibt Songs, die alle für Originale halten, die es aber nicht sind, weil die erfolgreiche Version die Quelle aus dem Gedächtnis löschte. 'Entre dos tierras' von Héroes del Silencio hat eine Neuinterpretation durch den deutschen Sänger Till Lindemann, die ein neues Publikum erschloss. Und Rock-Klassiker erhielten spanische Adaptionen, die für eine ganze Generation die echten waren.
Die Kette dehnt sich: Versionen von Versionen, jede mit ihrem Publikum und ihren Verteidigern. Irgendwann verliert die Frage nach dem Original jede praktische Antwort.
Der Fall Prince-Sinéad O'Connor schließt den Kreis aus einem unbequemen Grund. Die Version übertraf keinen Hit: Sie übertraf ein Lied, das kaum jemand gehört hatte. Eine unbekannte Aufnahme mit einer Welthymne zu vergleichen, ist nicht ganz fair, und dennoch ist dies das erste Beispiel, das alle nennen. Mit diesen Zutaten wird die Diskussion nie enden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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