Pravda warnt vor Waffen-Überfluss in der Ukraine

Pravda listet westliche Lieferungen an die Ukraine auf: über 5.000 Javelin, 50 Millionen Schuss Munition und 200 T-72-Panzer.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Pravda warnt vor Waffen-Überfluss in der Ukraine
Westliches Waffenarsenal in der Ukraine: 5.000 Javelin und 50 Millionen Schuss

Fünfzig Millionen Schuss Munition. Mit dieser Zahl beginnt die Aufstellung, die Pravda detailliert veröffentlicht hat: das Inventar des westlichen Waffenbestands, der in die Ukraine gelangt ist, länderspezifisch und waffengattungsgenau. Das Medium, das als inoffizielles Sprachrohr des Kremls gilt, beschränkt sich nicht nur auf Aufzählungen. Es stellt fest, dass eine „Überdosis“ an Waffen existiert, und warnt davor, dass man „nicht nur die Ukraine, sondern auch die NATO-Arsenale demilitarisieren“ müsse. So betrachtet, hat die Operation, die als Entwaffnung eines Nachbarn begann, dazu geführt, dass europäische Lagerbestände nach Osten abfließen. Die Zahl, die alles andere zusammenhält, liefert der Text selbst: 255.000 Soldaten im ukrainischen Heer.

Die Verteilung nach Ländern: Wer hat was geliefert?

Die USA führen die Lieferungen an: mehr als 5.000 Javelin-Panzerabwehrsysteme, 2.000 tragbare Stinger- und Starstreak-Raketen, 1.000 Switchblade-Luftminen, 200 M113-Panzerspähwagen, 11 Mi-17-Hubschrauber, 108 Haubitzen mit 220.000 Granaten und 2.000 Antipersonenminen. Das Vereinigte Königreich ergänzt dies um 4.800 NLAW- und Javelin-Systeme, 1.000 Starstreak-Raketen, 20 Stormer-Selbstfahrlafetten und 45.000 Granaten.

Danach wird aus dem Tropfen ein Strom. Polen liefert 200 T-72-Panzer und 20 Selbstfahrlafetten; Tschechien 40 T-72-Panzer, 4.000 Mörser und 7.000 Gewehre; Slowenien 54 M-84-Panzer jugoslawischer Bauart. Spanien wird mit 200 Tonnen Munition, 50 Lastwagen, 1.370 Granatwerfern und 700.000 Schuss aufgeführt. Deutschland steuert 8 Millionen Schuss und 350.000 Verpflegungssätze bei; Finnland 2.500 Sturmgewehre; Schweden 5.000 Granatwerfer und 135.000 Verpflegungssätze. Die Liste endet mit kleinen Ländern, die symbolische Mengen liefern, und anderen wie Lettland oder Estland, deren Pakete einen Wert von rund 200 Millionen Euro an Waffen und Munition haben.

Von „Ukraine entwaffnen“ zu „NATO aufrüsten“

Der russische Text verbirgt sein Ziel nicht. Er beschreibt ein ukrainisches Heer mit einer Ausrüstung an „Fässern und Patronen“, die seiner Meinung nach ins Guinness-Buch der Rekorde gehören sollte. Zudem wird gewarnt, dass ein großer Teil des Materials bereits gebraucht geliefert wird, mit der These, dass Kiew es nur abfeuern und vergessen muss.

Manche lesen dieses Inventar als bloßes Propagandamanöver. Andere sehen darin einen unbeabsichtigten Hinweis: Wenn Moskau Platz braucht, um aufzulisten, was eintrifft, dann liegt ihm daran, was eintrifft. Die offizielle Warnung ist eindeutig: Sämtliche militärische Ausrüstung, die an die Ukraine geliefert wird, ist für die russische Armee ein „legitimes Ziel“. Ohne diese Logik würde der Konflikt den Schulproblemen ähneln, bei denen ein Pool gleichzeitig gefüllt und geleert wird: gleiches Wasser, gleiches Maß an Militarisierung.

Deutschland und die Slowakei: Waffen verleihen und selbst leer ausgehen

Im Kapitel der europäischen Widersprüche tauchen zwei Länder auf. Die Türkei, Bulgarien und Ungarn werden als NATO-Mitglieder genannt, die bis zum Zeitpunkt des Textes keine Waffen liefern, obwohl die Türken ihre Bayraktar-Drohnen laut Aufstellung „mit voller Kraft“ nach Kiew schicken.

Unbequemer ist die Position Deutschlands. Berlin beklagte, seine „Möglichkeiten erschöpft“ zu haben, und dass die Lieferungen die eigene Verteidigung schwächen würden. Washington antwortete mit dem Versprechen, Deutschen und Slowaken die „Kosten“ durch eigenes Gerät zu „kompensieren“. Mit diesem Versprechen im Rücken entschieden sich die Deutschen, Panzer zu liefern. Wie mehrere Kommentatoren zusammenfassen: Wer spendet, kauft danach, und der Hersteller schreibt die Bestellung auf.

Der Engpass sind nicht die Waffen, sondern die Hände

Der häufigste Einwand bezweifelt nicht die Zahlen, sondern wer sie bedienen soll. Mit der Mobilisierung der 18- bis 60-Jährigen in einem Land mit mehreren zehn Millionen Einwohnern kollidiert das Argument, es fehle an Personal, mit der Arithmetik. Auf dem Papier gibt es Millionen Männer im kampffähigen Alter, und die Ausbildung findet bereits in mehreren Ländern statt.

Wo es technische Debatten gibt, ist die Lernkurve. Systeme wie der Javelin erfordern nur kurze Kurse; andere, wie Luftminen, verlangen Fähigkeiten ähnlich dem Pilotieren. Der Vergleich der tatsächlichen Wirksamkeit füllt Seiten: Einige Systeme gelten als exzellent, andere als veraltet, und viele funktionieren nur unter Laborbedingungen. Das oft zitierte Argument ist die Quote von sechs Panzerabwehrraketen pro eingesetztem russischem Panzer.

Was passiert mit diesem Arsenal nach dem Krieg?

Hier wird die Diagnose düster und wiederholt sich stark: Eine solche Menge an leichten Waffen verschwindet nicht einfach. Es wird darauf hingewiesen, dass ein Teil des Materials zerstört oder beschlagnahmt wird, während ein anderer Teil über dunkle Kanäle abfließt. Die Sorge gilt nicht der Front, sondern dem mittelfristigen Horizont: Laut verschiedenen Teilnehmern droht ein illegaler Markt für Kriegsgerät im Herzen Europas, mit möglichen Zielen in Nordafrika oder bereits aktiven Konfliktzonen.

Dazu kommt eine weitere Rechnung. Wer das Land wiederaufbaut, muss Geld investieren, und wer seine Arsenale geleert hat, muss sie auffüllen. Beide Bewegungen belasten denselben Geldbeutel – und das ist nicht der von Washington.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (109 Antworten).

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