PP warnt vor Autobahn-Maut und zeigt auf Brüssel

Der Wiederaufbauplan sieht Maut auf Autobahnen als Gegenleistung für 84 Mrd. Euro EU-Fonds vor. Brüssel gibt einen Monat zur Genehmigung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

PP warnt vor Autobahn-Maut und zeigt auf Brüssel
Maut auf Autobahnen: Die Warnung, die die PP Brüssel zuschreibt

Die Verpflichtung ist seit Jahren unterzeichnet und muss nun erfüllt werden. Der im Frühjahr 2021 genehmigte Wiederaufbauplan enthält als Gegenleistung die Einführung von Mautgebühren auf Autobahnen und Schnellstraßen, eine Maßnahme, die Brüssel mit den 84 Milliarden Euro der Next-Generation-Fonds verknüpft. Die öffentliche Warnung der PP, dass „Maut gezahlt werden muss“, hat ein Thema wieder eröffnet, das die Regierung aus dem Wahlkampf heraushalten wollte, und kehrt nun mit einem Ultimatum der Kommission zurück: einen Monat Zeit zur Genehmigung des Systems.

Was die Vereinbarung mit Brüssel über die Maut besagt

Die Nutzung des Straßennetzes zu bezahlen, ist keine spontane Idee. Es ist Teil des Plans für Wiederaufbau, Transformation und Resilienz, den die Exekutive nach Brüssel schickte und den die Kommission genehmigte. Die offizielle Logik ist doppelt: das öffentliche Defizit reduzieren und die Dekarbonisierung des Verkehrs vorantreiben. Das Problem ist, dass diese Erzählung mit der Buchhaltung kollidiert.

Die mit dem Straßenverkehr verbundenen Steuern decken bereits mehr als die Kosten für die Erhaltung der Wege, so die Berechnungen der Kritiker der Maßnahme. Wenn dem so ist, finanziert die Maut nicht die Straße: sie finanziert andere Posten. Doppelbesteuerung wird vom Fachbegriff zum Kern des Ärgers: Erst zahlt man die Kraftstoffsteuer, die bereits zur Erhaltung der Wege gerechtfertigt wurde, und nun kommt eine zusätzliche Gebühr für das Fahren hinzu.



Das Argument, das niemand bestreitet: Fonds müssen zurückgezahlt werden

Hier gerät die Analyse wirklich ins Stocken. Ein Ausstieg aus der Vereinbarung erfordert die Rückzahlung des erhaltenen Geldes, und dieses Geld liegt nicht irgendwo bereit. Wer diese Position vertritt, stellt es als arithmetisches Problem ohne elegante Lösung dar: Entweder werden die Bedingungen erfüllt, oder die Ausgaben werden drastisch gekürzt, um die Rückzahlung zu stemmen. Die offene Frage bleibt, wer ein Kürzungsprogramm mit detaillierten Posten auf dem Tisch unterschreibt.

Die Alternative, die aus Skepsis vorgeschlagen wird, ist eine andere: Bevor der Steuerzahler ausgepresst wird, sollte die Staatsstruktur verschlankt werden. Ministerien, Agenturen, öffentliche Unternehmen, Provinzräte und autonome Körperschaften tauchen im Gespräch als Fass ohne Boden auf, das man nicht anfassen will. Der Vergleich mit Portugal schleicht sich in die Analyse: Dort leerten Mautgebühren die Autobahnen für Zahlungsfähige und füllten die Landstraßen, während die Einnahmen kaum das Erhebungssystem selbst deckten.

Fordert Brüssel Maut oder nur ausgeglichene Haushalte?

Nein, Brüssel fordert keine Maut. Es fordert die Reduzierung des Defizits. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie die Verantwortlichkeiten völlig neu verteilt. Wenn das Ziel ist, die Bücher auszugleichen, gibt es mehrere Wege dorthin; die Entscheidung, fürs Fahren zu kassieren, ist politisch, keine technische Vorgabe. Dies ist wahrscheinlich der am häufigsten wiederholte Einwand und der, auf den die offizielle Erzählung am wenigsten eingeht.

Der Kalender hilft auch nicht der unschuldigen Version. Die PP wird dafür kritisiert, gesehen zu haben, wie die Maßnahme vor dem Misstrauensantrag gegen Rajoy vorbereitet wurde, was die Theorie widerlegt, dass das ererbte Problem alles erklärt. Und die PSOE leugnete zunächst ihre Einführung und gab dann Brüssel die Schuld. Beides kann nicht wahr sein.

Was noch mit der Maut kommt: MwSt., Einkommensteuer und Beitragsgrundlagen

Die Maut ist die sichtbare Spitze eines breiteren Pakets. Die kursierende Liste enthält Erhöhungen der Mehrwertsteuer, der Einkommensteuer, eine Verbreiterung der Beitragsgrundlagen, Steuern auf Müllverbrennung, Deponien und Plastik. Alles ist geschrieben, und alles deutet in dieselbe Richtung: mehr steuerlicher Druck auf denselben Schultern.

Die Abfolge beunruhigt mehr als der Anfangsbetrag. Die übliche Taktik besteht darin, mit einer niedrigen Gebühr zu beginnen, damit der Protest nicht Fuß fasst, und sie später zu erhöhen. Wenn der Fahrer merkt, was los ist, kostet die Maut mehr als der Kraftstoff. Im Hintergrund steht die Debatte über eingeschränkte Mobilität und stundenweise gestaltete Städte, die manche als Teil desselben Puzzles lesen.



Wochenendtourismus und das entvölkerte Spanien im Visier

Es gibt einen Nebeneffekt, den fast niemand bestreitet: Teurere Kilometer treffen zuerst jene, die weit weg wohnen, und jene, die beruflich unterwegs sind. Der Wochenendausflug-Tourismus wäre der erste Geschädigte, und mit ihm ein großer Teil der Wirtschaft der Regionen, die von diesem Strom abhängen. Auch die Logistik, die nicht stillstehen kann und die Kosten auf den Endpreis des Einkaufskorbs abwälzen wird.

Der Abschluss der Analyse fehlt. Bei steigenden Zinsniveaus schwächte sich der Konsum der Haushalte schon ab, bevor etwas genehmigt wurde. Wenn die Maut bei bremsender Wirtschaft in Kraft tritt, ist die Wirkung auf die Ausgaben die übliche: weniger Fahrten, weniger Konsum und mehr Einnahmen durch Dringlichkeit. Noch hat niemand erklärt, wie man daraus herauskommt, ohne die Struktur anzutasten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (107 Antworten).

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