PP gewinnt Stimmen, lehnt aber Koalitionen ab

Die PP erhielt mehr Stimmen als die PSOE, doch Sánchez bildete die Regierung. Die Amnestie steht im Zentrum der Kritik.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

PP gewinnt Stimmen, lehnt aber Koalitionen ab
PP gewinnt Stimmen, lehnt aber Koalitionen ab

Am 23. Juli errang die Partido Popular (PP) mehr Stimmen und Sitze als die PSOE. Dennoch ermöglichte die parlamentarische Arithmetik Pedro Sánchez, eine alternative Mehrheit mit nationalistischen und separatistischen Parteien zu bilden. Seitdem behauptet ein Teil des konservativen Wählerschafts, die resultierende Regierung sei illegitim und die getroffenen Vereinbarungen, insbesondere die Amnestie, brächen den Wahlvertrag. Die Debatte ist nicht abgeschlossen, sondern hat sich um eine unbequeme Frage verhärtet: Warum wird das Ergebnis der Urnen nicht akzeptiert?

Das Argument des sarracena Siegs

In den Tagen nach der Investitur war das am häufigsten wiederholte Argument, dass die PP die Wahlen gewonnen habe und daher regieren sollte. „Das Wahlergebnis zeigt mehr Stimmen und Sitze für die PP als für die PSOE“, fasst eine frühe Stellungnahme zusammen. Daraus wird geschlossen, dass jede alternative Regierung eine Art Betrug wäre. Gegen diese These erinnert eine andere Strömung daran, dass in parlamentarischen Systemen nicht derjenige regiert, der die meisten Stimmen erhält, sondern wer eine Mehrheit der Abgeordneten erreicht. „In der Politik gewinnt, wer eine Regierung bilden kann“, schließt eine andere Botschaft. Die Diskussion ist nicht neu, aber der Ton hat sich verschärft.

Die Amnestie als rote Linie

Der Hauptstreitpunkt ist die Amnestie. Eine Nachricht zitiert einen Tweet von Pedro Sánchez: „Es wird keine Amnestie und kein Unabhängigkeitsreferendum geben.“ Für viele ist diese Wendung der Beweis dafür, dass die Investiturvereinbarung auf einer Lüge aufgebaut wurde. „Wenn man den ganzen Wahlkampf über A sagt und dann B tun will“, fasst eine Stellungnahme zusammen, sei das Ergebnis nicht das der Urnen. Die Antwort von der anderen Seite lautet, dass Meinungsänderungen in der Politik immer existiert haben und auch das Archiv der PP Kurswechsel verzeichnet. „Was ist, wenn wir das Archiv der PP mit Ansar oder Rajoy herausziehen?“, fragt man spöttisch.

Das Referendum, das die PSOE leugnet

Die Amnestie ist nicht die einzige offene Front. Eine Nachricht reproduziert einen Ausschnitt aus dem Dokument, das Santos Cerdán und Jordi Turull in Brüssel unterzeichnet haben, in dem es heißt: „Bei der ersten Verhandlungsrunde im November wird unter anderem Folgendes zur Sprache gebracht: [...] Junts schlägt die Abhaltung eines Selbstbestimmungsreferendums über die politische Zukunft Kataloniens vor, gestützt auf Artikel 92 der Verfassung.“ Das Zitat wird verwendet, um zu behaupten, die PSOE habe zugestimmt, ein Referendum zu diskutieren. Die Antwort von der anderen Seite ist, dass dies ein Vorschlag von Junts sei, keine Verpflichtung der Regierung, und dass Sánchez dies öffentlich dementiert habe.

Das demokratische Spiel und seine Grenzen

Über den konkreten Fall hinaus entwickelt sich der Austausch zu einer Diskussion über die ungeschriebenen Regeln der Demokratie. „Koalitionen zur Bildung einer Regierung sind das demokratische Spiel in allen Demokratien“, argumentiert eine Stellungnahme. Andere entgegnen, dass etwas anderes sei, Kompromisse einzugehen, und etwas anderes, Bedingungen zu akzeptieren, die sie als illegal oder gegen das Wahlprogramm verstoßend betrachten. „Was nicht akzeptiert wird, sind illegale Vereinbarungen zur Regierungsbildung“, fasst eine Nachricht zusammen. Die Grenze zwischen Legitimität und Akzeptabilität verschiebt sich je nach Standpunkt.

Die Straße als Verlängerung des Unmuts

Der Unmut hat sich auf der Straße niedergeschlagen. Es werden Kundgebungen erwähnt, die von der PP an den Parteizentralen der PSOE organisiert wurden, allerdings beschränkt auf die Regionen, in denen sie regieren. „Nicht ganz Spanien, nur dort, wo diese Schurken-Perversos regieren“, ironisiert die erste Nachricht. Der Vergleich mit früheren Ereignissen lässt nicht auf sich warten: Man erinnert an die Proteste vor dem andalusischen Parlament während der Investitur von Juanma Moreno und an die Kampagne 'Rodea el Congreso' gegen die Investitur von Rajoy. Die Schlussfolgerung lautet, dass Straßenproteste nicht das Monopol einer einzigen Seite sind.



Der Schlagabtausch ist in einer Pattsituation stecken geblieben. Einige behaupten, die Regierung sei illegitim, weil sie sich auf Kräfte stützt, die Spanien spalten wollen. Andere antworten, dass die Legitimität von den Sitzen kommt, nicht von der Gesamtzahl der Stimmen. Und währenddessen bleibt die ursprüngliche Frage unbeantwortet: Warum wird das Ergebnis der Urnen nicht akzeptiert?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (193 Antworten).

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