Podemos verlässt spanische Regierung: Sitze, Gehälter und Amnestiegesetz

Der Ausstieg von Podemos aus der Koalition lässt fünf Sitze offen, wirft Fragen zur Abfindung auf und betrifft das Amnestiegesetz.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Podemos verlässt spanische Regierung: Sitze, Gehälter und Amnestiegesetz
Podemos' Ärger über den Verlust der Ministerien

Die Verteilung der Ressorts wurde ohne Podemos abgeschlossen. Ione Belarra und Irene Montero blieben dem Ministerrat fern, als ihre Partei die Koalitionsregierung verließ, nur wenige Tage nachdem sie für die Wahl von Pedro Sánchez gestimmt hatten. Die zugrunde liegende Frage ist weniger dramatisch: Was kostet es, von außen zu regieren, gemessen in Sitzen und Gehältern?

Ausgangspunkt ist der Ärger der beiden Anführerinnen, der im Diskurs vorausgesetzt wird, sowie der Verdacht – nie bestätigt –, dass der nächste Schritt eine Klage gegen den Premierminister wäre. Davon gibt es keine Aufzeichnungen. Überprüfbar sind die parlamentarische Arithmetik und der Preis des Ja-Votums.

Wie viele Abgeordnete hat Podemos und wozu dienen sie?

Fünf, laut den im Diskurs kursierenden Berechnungen zum Gewicht der violetten Formation. Auf dieser Zahl basiert das Hauptargument: Fünf Sitze genügten, um eine knappe Mehrheit zu beeinflussen. Das Kleingedruckte widerlegt halbe Thesen. Die Wahl wurde mit 176 Sitzen gesichert, einer bereits überschrittenen Schwelle, und dieselben Abgeordneten, die nun als Bedrohung dargestellt werden, waren es, die sie ermöglichten. Wer behauptet, Podemos könne die Regierung stürzen, vergisst, dass Podemos sie am Leben erhalten hat.

Auch die Gegenposition kursiert: Hätte die Fraktion dagegen gestimmt, gäbe es keine Wahl, keine Koalition und höchstwahrscheinlich Neuwahlen. Dieses Szenario wurde während der Verhandlungen angesprochen, aber nie aktiviert. Mit bereits geleisteten Stimmen reduziert sich der Druck auf das, was die Geschäftsordnung erlaubt: Änderungsanträge, Beschwerden und Lärm.

Was passiert mit dem Amnestiegesetz?

Die Amnestie erscheint im Gespräch als der einzige Hebel mit realem Spielraum. Manche schlagen vor, dass die Podemos-Abgeordneten die Behandlung blockieren könnten, um Verhandlungen mit der Exekutive zu erzwingen. Dieselbe Logik dient dazu, dies auszuschließen: Wer mit Blockade droht, stimmte für das Abkommen, das sie möglich machte, und diese Zahlung ist bereits geleistet. Zum Zeitpunkt dieser Analyse folgte das Gesetz seinem Kurs ohne bekanntes Ergebnis.

Es lohnt sich, daran zu erinnern, dass das Gesetz zum Joker aller Prognosen der Legislaturperiode geworden ist. Jeder Akteur nutzt es als Tauschware, doch keiner hat bisher genau erklärt, welchen Preis es hat.

Gibt es Raum für ein Misstrauensvotum?

Es wurde als theoretisches Szenario vorgeschlagen: Dass die fünf Podemos-Abgeordneten sich mit PP und Vox zusammenschließen, um die Exekutive zu stürzen. Die Rechnung geht nirgends auf. Die Opposition hat nicht die Zahlen, und die violette Formation wird nicht zusammen mit der Rechten stimmen, ohne ihr politisches Ende zu besiegeln. Manche erinnern daran, dass der PP-Führer die Podemos-Anführerinnen während der Wahl bereits irritierte und dass der Mechanismus existiert, auch wenn sein praktischer Nutzen null ist. Ein Misstrauensvotum ohne Stimmen vorzuschlagen ist Wahlkampf, keine Opposition.

Die Linke, die nicht in die PSOE passt

Die häufigste Diagnose spricht nicht von Podemos, sondern von der Lücke, die es füllt. Sumar absorbierte den Raum, Izquierda Unida wurde innerhalb der neuen Marke verdünnt, und die violette Formation blieb mit einer kleinen Gruppe und eigenen Regierungsstrukturen übrig. Eine im Diskurs wiederholte Lesart ist, dass die PSOE die gesamte Linke – und einen großen Teil der Randrechten – unter der Prämisse gebündelt hat, dass Nichtunterstützung bedeutet, das Gespenst Francos zu unterstützen. Es ist eine diskutierbare Hypothese, aber sie erklärt, warum niemand gezogen hat.

In diesem Rahmen verteilen sich die Ausgänge auf das Mandat, TV-Meinungsmachen und einige institutionelle Posten. Ein Ruhestand mit Gehalt und ohne Verantwortung ist keine Strafe: Es ist ein Vorruhestand mit Mikrofon.

Das Gehalt, das nicht in die Schlagzeilen kommt

Was bleibt, wenn das ministerielle Licht ausgeht, ist eine unspektakuläre Zahl. Im Diskurs kursierende Berechnungen sprechen von zwei Jahren Abfindung à 5.300 Euro monatlich, mit Zweifel, ob der Betrag brutto oder netto ist. Es gibt keine offizielle Bestätigung des Betrags, und wer ihn handhabt, vermutet ihn. Trotzdem erlaubt die Größenordnung einen Vergleich: Das Abgeordnetengehalt, die Abfindung und die Rückkehr in die Privatwirtschaft oder Talkshows zeichnen ein Polster, das nur wenige Angestellte haben.

Und hier ist das Detail, das verwirrt. Die öffentliche Debatte konzentrierte sich auf politische Rache, verlorene Ressorts und gegenseitige Warnungen, während die konkreteste Daten der gesamten Operation – die tatsächlichen Kosten des Ausscheidens – von niemandem überprüft wurden.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (125 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver