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PISA: Kinder ohne Migrationshintergrund 39 Punkte besser in Naturwissenschaften
In Spanien liegen einheimische Schüler in Naturwissenschaften 39 Punkte vor Schülern mit Migrationshintergrund, doch der stärkste Absturz zeigt sich im oberen sozioökonomischen Quartil.
PISA: Die Bildungslücke, die die Einwanderung nicht erklärt
In Spanien erreichen einheimische Schüler 488 Punkte in Naturwissenschaften, Schüler mit Migrationshintergrund 449. In Mathematik beträgt der Abstand 479 zu 429, im Lesen 453 zu 427. Die Lücke existiert, sie ist real und wird in Dutzenden PISA-Punkten gemessen. Das Problem zeigt sich, wenn man die Daten nach sozioökonomischem Niveau aufschlüsselt: Der stärkste Absturz konzentriert sich auf die Schulen und Familien, in denen es am wenigsten Einwanderung gibt.
Was PISA über die Lücke zwischen Einheimischen und Migranten in Spanien sagt
Rechnet man den sozioökonomischen und kulturellen Index heraus, bleibt ein Unterschied von rund 20 Punkten zugunsten der Einheimischen. Das liegt unter dem OECD- und dem EU-Durchschnitt, womit der spanische Fall weit von der Katastrophe entfernt ist, die reißerische Schlagzeilen suggerieren. Auch der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund ist keine Anomalie: 20,3 % der 15-Jährigen, gegenüber 16,7 % in der OECD und 16,3 % in der EU.
Das europäische Muster ist uneinheitlich. Es gibt keine einzelne Ursache. Jedes Land bringt seine eigene Sprache, seinen Arbeitsmarkt und seine Aufnahmepolitik mit, und Schlüsse, die man aus einem zieht, lassen sich nicht ohne Weiteres auf das nächste übertragen.
Das obere Quartil stürzt stärker ab als das untere
Hier liegt das Paradox, das jeden verunsichert, der eine einfache Erklärung erwartet. Im Lesen verliert das obere sozioökonomische Quartil 33 Punkte, das untere 15,1. In Mathematik 24,2 gegenüber 10,5. In Naturwissenschaften 12,6 gegenüber 4,5. Am stärksten fallen nicht die Kinder der Einwanderung, sondern die aus Familien mit mehr Ressourcen. Jede Erzählung, die nur auf das diverse Klassenzimmer zeigt, bleibt per Definition zu kurz.
Schweden, Deutschland und Finnland: die Sprache als Barriere
Im schwedischen Fall wird argumentiert, die Schwierigkeit sei nicht nur akademischer Natur. Eine kursierende These besagt, dass es unrealistisch ist, von einem neu angekommene Erwachsenen zu verlangen, die Landessprache akzentfrei zu sprechen, und dass das nordische Umfeld auch bei korrekter Grammatik gegen fremde Akzente resistent ist. Das heißt: Laut dieser These wäre das Problem nicht die Sprache, sondern wer sie spricht.
Manche verweisen darauf, dass es in Deutschland und Finnland ähnlich aussieht: Länder mit schweren Sprachen, in denen das Erlernen der Sprache selbst zum Engpass wird. Über Schweden wird zudem auf bestimmte Profile aus dem Horn von Afrika verwiesen – eine Zuschreibung, die sich nicht auf eine ganze Gruppe verallgemeinern lässt und ohne Belegdaten geäußert wird.
Das Familieneinkommen zählt mehr als der Pass
Die stärkste Korrelation, die beim Kreuzen der Daten auftaucht, ist nicht die Nationalität: Es ist die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Familie. Kinder aus Haushalten mit höherem Einkommen reproduzieren tendenziell das Bildungsniveau ihrer Eltern; Kinder aus ärmeren Haushalten starten mit einem strukturellen Nachteil. Manche entgegnen, dass das arme, fleißige Kind am Ende über seine Verhältnisse hinauswächst – und räumt ein, dass dies Ausnahmen sind, nicht die Regel.
Im Hintergrund steht die Verteilung der Investitionen: Welches Gewicht soll die staatlich finanzierte Privatschule (concertada) haben, wie viel wird mit öffentlichen Geldern subventioniert, und welcher Spielraum bleibt für die Universität für diejenigen, die sie sich nicht leisten können? Dort wird die Diskussion erst richtig politisch.
Wie viel vom spanischen Absturz ist Einwanderung, und wie viel ist der Rest der Gesellschaft? Mit den Zahlen auf dem Tisch geht die bequeme Antwort nicht auf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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