Paramount schaltet die Musikkanäle von MTV ab: Nur noch Trash-TV bleibt übrig
Paramount, der Eigentümer von MTV, hat die Ausstrahlung seiner musikthematischen Kanäle – die sich auf Hits der 80er, 90er und 2000er konzentrierten – eingestellt und lässt nur das Reality-TV-Programm bestehen. Die Nachricht wurde von einem Zuschauer entdeckt, der diese Kanäle bis vor zwei Tagen bei seinem Pay-TV-Anbieter hatte. Als er feststellte, dass sie verschwunden waren, blieben ihm nur noch Hit TV, Nickelodeon Music und Mezzo. Seine Diagnose zu den verbleibenden Sendern war eindeutig: Kanäle, die nur Müll ausstrahlen, den man nicht als Musik bezeichnen kann.
Die Schließung kam für niemanden überraschend. Der Sender war seit Jahren in einen Container für Reality-Shows für sehr spezifische Zielgruppen verwandelt worden, und das Publikum, das noch die Kanäle der 80er und 90er einschaltete, war bestenfalls marginal. Das jetzt umlaufende Gerücht ist das alte: Dass Paramount alles auf eine Bezahlplattform verschiebt und wer weiterhin Videoclips von The Smiths oder Human League sehen möchte, wieder ins Portemonnaie greifen muss.
Welche MTV-Kanäle geschlossen wurden und welche bleiben
Der Blackout betrifft die thematischen Dekaden-Kanäle – MTV80, MTV90, MTV00 und weitere –, die kontinuierlich und ohne Unterbrechungen Videoclips sendeten. Sie waren der letzte erkennbare Rest dessen, was der Sender einmal war: ein unterbrechungsfreies Musik-Schaufenster. An ihrer Stelle überlebt laut dem Bericht, der die Diskussion auslöste, das Reality-TV-Programm (Teen Mom und Co.) sowie eine Handvoll fremder Kanäle im Pay-TV-Angebot, die die Lücke nicht füllen.
Der Ärger gilt nicht nur dem Verlust des Inhalts, sondern dem Modell. Wer ein Pay-TV-Paket bezahlte, das diese Kanäle enthielt, stellt nun fest, dass das Produkt, das einen Teil der Rechnung rechtfertigte, verschwunden ist, ohne dass die Gebühr gesenkt wurde. Die am häufigsten geäußerte Hypothese ist, dass Paramount diesen Katalog in einen eigenen Streaming-Dienst packt und separat abrechnet. Das heißt: zweimal für dasselbe bezahlen.
Vom Videoclip zur Reality-Show: Die Verwandlung von MTV
Der Sender, der als Music Television geboren wurde und in den 90ern ein generationenprägendes Referenzobjekt war – wer als Kind eine Satellitenschüssel hatte, wuchs damit auf – mutierte schließlich zu einem Reality-TV-Kanal. Die wiederkehrende Diagnose lautet, dass er begann, Trash-TV für ein sehr spezifisches Publikum zu senden, und dass nur die Kanäle der 80er und 90er mit ihren Schwerpunkten auf Grunge, Rock und Punk es wert waren, gesehen zu werden.
Die Nostalgie ist berechtigt. Im Animationsbereich produzierte der Sender epochale Titel: Beavis and Butt-Head, Aeon Flux, Ren and Stimpy, The Maxx oder Celebrity Deathmatch. Danach kamen die Formate rund um Jackass und seine Ableger, mit inszenierten Situationen, die durch Exzess fesselten. Das war der Weg: weniger Musik, mehr billiges Spektakel. Und der musikalische Zuschauer verschwand nach und nach.
Warum der Videoclip keine Musik mehr verkauft
Das wirtschaftliche Argument wiegt am schwersten. Da Spotify und YouTube den Musikkonsum auf Abruf decken, verliert ein linearer Videoclip-Kanal seine Daseinsberechtigung: Niemand hält ein aufgezwungenes Programm aus, wenn er selbst wählen kann. Die genannte Konsequenz ist, dass Musik nicht mehr so verkauft wird wie früher und dass der aktuelle Videoclip zu einem Produkt des schnellen Konsums geworden ist, das fast austauschbar ist.
Manche gehen weiter und behaupten, dass die Populärmusik selbst degradiert sei: Dass die Promotion kein qualitativ hochwertiges Material mehr fördere und das Ergebnis ein unerträgliches Angebot sei, das erklärt, warum niemand MTV sieht. Dem gegenüber steht die Antwort des Fans wie immer: eine gut gefüllte Festplatte und Stunden der Suche. Das Problem, geben die DJs selbst zu, ist, dass dies bedeutet, viele Nächte damit zu verbringen, bis vier Uhr morgens nach Tracks zu suchen.
Das Geschäft: Ballast abwerfen vor der Übernahme von Warner
Die finanzielle Lesart der Schließung deutet auf eine größere Operation hin. Die kursierende Hypothese ist, dass Paramount Ballast abwirft – Kanäle mit schrumpfender Zuschauerschaft und festen Kosten –, um eine bedeutende Unternehmensübernahme im Hinblick auf Warner anzugehen. Unter dieser Perspektive waren die Musikkanäle kein Vermögenswert, sondern eine Verbindlichkeit, die die Bilanz belastete.
Wenn diese Kalkulation stimmt, ist die Schließung keine redaktionelle Entscheidung, sondern eine buchhalterische. Sie erklärt, warum zuerst das am wenigsten rentable abgeschaltet wird: Ein Kanal mit 80er-Jahre-Videoclips hat treue, aber alternde Zuschauer, die für Werbetreibende wenig attraktiv sind. Das Reality-Programm wirkt zwar billig, ist aber günstiger zu produzieren und lässt sich besser an Marken verkaufen. Die Rechnung geht auf. Die Musik nicht.
Alternativen: VH1, VIVA und die verbleibenden Kanäle
Vor den Dekaden-Kanälen existierte VH1, ebenfalls im Besitz von MTV, der sich älterer Musik widmete. Er wird von denen erinnert, die ganze Samstagnachmittage beim Lernen mit Hintergrundmusikvideos der 80er und 90er verbrachten. Dieser Kanal wurde durch die thematischen Dekaden-Sender ersetzt. Nun fallen auch diese. Ein weiterer Name, der im kollektiven Gedächtnis auftaucht, ist VIVA, den viele parallel einschalteten.
Unter den Verbliebenen entkommt Mezzo, spezialisiert auf Klassik und Jazz, dem allgemeinen Urteil als einziger. Der Rest – Hit TV, Nickelodeon Music – erhält harte Kritik für sein Programm. Die praktische Schlussfolgerung ist unbequem: Der Fan, der hochwertige Videoclips im linearen Fernsehen sehen möchte, steht obdachlos da. Und die Frage, die in der Luft liegt, ist, ob der Katalog in einer Bezahlplattform landen wird oder einfach in einer Schublade verloren geht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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