Papst Leo XIV kritisiert Europas Migrationsrouten von den Kanaren aus

Mehr als 2.000 Migranten drängen sich auf dem Kai von Arguineguín: Papst Leo XIV beklagt fehlende sichere Routen, während sein eigener Staat sie verbietet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Papst stellt sich Europa vom 'Kai der Schande' aus entgegen

Der Pontifex hat seinen Besuch auf den Kanarischen Inseln genutzt, um die EU dafür anzugreifen, dass sie keine legalen und sicheren Wege für Migranten schafft. Er tat es nicht von einer Kanzel, sondern genau auf dem Kai von Arguineguín, wo sich 2020 mehr als 2.000 Menschen auf einem Platz für 400 drängten. Eine kraftvolle Geste, die eine Welle der Ablehnung ausgelöst hat.

Die beißendste Kritik kommt nicht aus Hassreden, sondern aus den Fakten: Der Vatikan unterhält als Staat eine der restriktivsten Migrationspolitiken der Welt, mit Haftstrafen für illegale Einwanderung. Viele Stimmen haben den Widerspruch aufgezeigt: In Spanien predigen, was man zu Hause nicht praktiziert. Andere bestreiten rundheraus, dass Europa rassistisch sei, und sprechen von 'Angst vor dem ethnischen Austausch'.

Das Ergebnis ist eine erbitterte Debatte, in der das eigentliche Problem — das Fehlen sicherer Routen — unter dem Vorwurf der Heuchelei begraben liegt. Das Foto des Papstes, der sich vor den Migranten verbeugt, steht im Kontrast zur Rechtsrealität seines eigenen Staates. Wahrscheinlich werden weder die Geste noch die Kritik die europäische Migrationspolitik auch nur einen Millimeter bewegen.

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