Ölpreisanstieg treibt spanische Spritpreise Richtung zwei Euro

Brent bei 90 Dollar und Futures steigen um 14 %: Benzin nähert sich bei Repsol der Zwei-Euro-Marke, bei Billigstationen liegt es bei 1,60 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ölpreisanstieg treibt spanische Spritpreise Richtung zwei Euro
Benzin erreicht zwei Euro, Rabatte kommen zu spät

An einer Tankstelle mit Niedrigpreis zeigt die Zapfsäule 1,60 Euro pro Liter an. In derselben Stadt kratzt eine lokale Repsol-Tankstelle bereits an der Marke von 1,70 Euro. Fünf oder sechs Tage zuvor kostete derselbe Liter fünfzehn Cent weniger. Brent-Rohöl notiert bei 90 Dollar, die Futures stiegen in einer einzigen Sitzung um 14 %, und die Frage, die in den Gesprächen umgeht, ist nicht, wann die Preise sinken werden, sondern wie lange es dauert, bis sie zwei Euro erreichen. Die häufigste Antwort: nächste Woche.

Dies ist keine isolierte Vorhersage. Es ist ein Drehbuch, das wir schon gesehen haben. Wenn Rohöl vertikal steigt, geben die Ölkonzerne die Erhöhung in Tagen, nicht Wochen, an die Zapfsäulen weiter und tun dies mit einer sich zu ihren Gunsten verbreiternden Marge. „Sie verkaufen mit Aufwärtsspread; sie sollten es nicht, aber wenn das Öl vertikal steigt, sichern sie sich ab“, fasst eine der kursierenden Erklärungen zusammen. Übersetzung: Die Margen werden geschützt, bevor die Geldbörsen der Kunden geschont werden.

Warum steigt Benzin schneller als es fällt?

Der Mechanismus ist bekannt und hat sich diesmal mit Uhrwerksgenauigkeit wiederholt. Der heute verkaufte Kraftstoff wurde vor Monaten zu einem Bruchteil des aktuellen Preises gekauft, wird aber zum heutigen Preis abgerechnet. Dies ermöglicht den freien Wettbewerb, solange das Produkt homogen ist und der Verbraucher keine echte Alternative hat. Das Ergebnis: Ein Anstieg, der vollständig weitergegeben wird, und ein Rückgang, der auf sich warten lässt.

Der Vergleich zwischen den Tankstellen macht dies deutlich. Bei den Billigstationen hat sich der Literpreis bei 1,60 Euro eingependelt, wobei es an manchen Orten kilometerlange Warteschlangen gibt. Bei den großen Marken liegt Diesel in einigen Hypermärkten um 1,50 Euro, während traditionelle Marken bereits 1,70 oder 1,75 Euro verlangen. Die Spanne zwischen beiden hat sich in nur einer Woche verbreitert, und die Differenz wird zum besten Verkaufsargument der Billiganbieter.

Es gibt ein Muster, das sich jedes Mal wiederholt, wenn Rohöl explodiert: Zuerst steigen die Preise, dann kommt der Ärger, und erst dann taucht der jeweilige Retter mit einem Königlichen Dekret und einem Rabatt von zwanzig Cent auf. Das Problem ist, dass dieser Rabatt normalerweise eintrifft, nachdem die Erhöhung die Marge bereits aufgefressen hat. „Morgen wird die Regierung Maßnahmen ankündigen und Einsparungen von 20 Cent, die bereits weg sein werden“, fasst eines der am häufigsten geäußerten Misstrauen zusammen.

Der Pendler mit kleinem Budget im Auto

Die Auswirkungen sind nicht einheitlich. Zwanzig Euro für Tankfüllung sind zehn Liter, und zehn Liter reichen in den meisten Autos über fünfzehn Jahre alt mit gemischtem Verbrauch nicht für hundert Kilometer. Für jemanden, der nur in der Stadt fährt, noch weniger. Der Geringverdiener, der die Stadt durchquert, um zu seiner Arbeitsstelle am Stadtrand zu gelangen, gibt fast doppelt so viel aus wie vor einigen Monaten. Selbstständige Lieferfahrer mit Transporter stehen vor dem gleichen Dilemma. Und wenn der Liter drei Euro kostet, geht die Rechnung für niemanden mehr auf.

Angesichts dieses Bildes ist die offizielle Reaktion oft ein zeitweiliger Rabatt. Die Marktreaktion ist die Preisanpassung. Ein Teil der Öffentlichkeit reagiert mit Resignation. „Spanier lernen nur durch harte Schläge, wie Maultiere“, fasst einer der Sätze zusammen, die die Stimmung am besten einfangen.

Der Stromausfall, der das Elektro-Argument entkräftete

Mitten in der Debatte über Kraftstoffpreise taucht ein wiederkehrendes Argument auf: Elektrifizierung als Ausweg. Dabei lohnt es sich, daran zu erinnern, was während des Stromausfalls geschah. Verbrennerfahrzeuge waren genauso gefangen wie Elektroautos: Tankstellen brauchen Strom zum Pumpen, und ohne Ampeln brachen die Großstädte zusammen. Wer Gasflaschen als Reserve in der Garage und Bargeld in der Tasche hatte, kam besser davon als jene, die vom Kartenterminal abhängig waren.

Die Anekdote hat ihren Reiz und ihre Sarracena. Unterdessen wächst das Ladennetz weiter: Spanien erreichte 1.000 Tesla-Supercharger, wobei Nummer 1.000 in Villagonzalo Nalesnalesnalesnalesnalesnalesnales (Burgos) installiert wurde. Ein zentraler Knotenpunkt, Ironie beiseite.

Portugal setzt Steuern aus, hier wartet man auf das Dekret

Der Vergleich mit dem Nachbarland ist unvermeidlich. Portugal hat Kraftstoffsteuern ausgesetzt, und die halbe Bevölkerung Spaniens fragt sich, ob hier dasselbe geschehen wird. Nach dem historischen Verlauf ist die wahrscheinlichste Antwort, dass ein Königliches Dekret mit Rabatt eintreffen wird, wenn der soziale Druck seinen Höhepunkt erreicht. In der Zwischenzeit folgt der Preis seinem Lauf.

Der Hintergrund ist unbequemer. Eine Analyse besagt, dass wir es nicht mit einem natürlichen Phänomen zu tun haben, sondern mit einer Umverteilung von Einkommen: Kraftstoff, der für zehn bezahlt wird, wurde für vier gekauft, und die Differenz wird nicht zurückgegeben. Die Inflation von 6–7 % bei Lohnsteigerungen von 2 % vervollständigt das Bild. Wieder ein Jahr, in dem man Geld verliert.

Was niemand bestreitet, ist die verwirrende Tatsache: Der Literpreis an der billigsten Niedrigpreis-Tankstelle der Stadt liegt bereits dort, wo die Premiummarke vor einer Woche stand. Nächste Woche wird diese Zahl die Marktgrenze nach unten sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (109 Antworten).

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