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Oktober endet ohne den erwarteten Crash: Krawalle in mehreren Hauptstädten
Der Oktober endet ohne den angekündigten Crash: Krawalle in Paris, Mailand und Barcelona, vorgezogene Wahlen und volle Terrassen bei 27 Grad. Der Zusammenbruch muss warten.
Der Oktober ist vorbei, und der Zusammenbruch, den manche erwartet haben, lässt weiter auf sich warten
Der Kalender zeigt das Ende des Oktobers, und der Große Absturz ist nicht gekommen. Keine Bankpleite, kein Immobilienabsturz, kein ersehnter Neustart des Systems. Was laut mehreren Teilnehmern der Diskussion gebrannt hat, sind die Straßen von Paris, Mailand und Barcelona, und in Madrid gab es ein Protestcamp und vorgezogene Wahlen. Eine Bilanz, die für alle, die auf den Weltuntergang hofften, enttäuschend klingt.
Der Witz hat Geschichte. Im Sommer 2006 begann ein Teilnehmer der Wirtschaftsforen mit dem Air von Insiderwissen anzukündigen, dass im „Oktober" etwas Großes passieren werde. Der Oktober 2006 kam und ging, und nichts geschah. Der Oktober 2007 kam, und die Leute wiederholten weiterhin dieselbe Litanei. Das Label seraenoctubrista („es wird im Oktober sein") entstand damals und lebt zwei Jahrzehnte später noch immer, jedes Mal, wenn sich der Kalender dem Herbst nähert.
Das eigentliche Problem: Der echte Crash, als er kam, war nicht im Oktober. Er war im März 2008, als der Kredit einfrohr und alles stillstand, so ein Teilnehmer. Wer im Herbst auf den Knall wartete, bekam vier Monate Unsicherheit und einen Kater, der Jahre anhielt. Die Lehre, für alle, die sie lernen wollen: Zusammenbrüche folgen nicht dem Kalender der Jahrmarktssaison.
Manche halten diesen Oktober tatsächlich für spektakulär: Krawalle in mehreren europäischen Hauptstädten, vorgezogene Wahlen in Spanien, eine Filmpremiere, zu der nicht einmal der Souffleur erschien. Oztubre, nennen sie das. Und andere erinnern daran, dass im Vorjahr um diese Zeit eine DANA (ein Höhentief) Valencia verwüstete, also bleiben dem Monat noch ein paar Tage, um mit einem Knall zu enden.
Warum wird jeder Oktober ein Crash erwartet?
Die Idee des „roten Oktobers" ist mehr Folklore als Analyse. Nach dem Sommer kommen die Märkte wieder in Schwung, und größere Bewegungen bei Anleihen oder Devisen materialisieren sich meist im letzten Quartal. Das bedeutet nicht, dass das System an einem bestimmten Datum platzt, sondern dass Katalysatoren —ein Zinsanstieg, ein Zahlungsausfall, eine Energiekrise— ihr Fenster finden, wenn die Volumina zurückkehren.
Die Prognose hat zudem ein grundsätzliches Problem: Die Wirtschaftsindikatoren seien manipuliert oder zumindest mit Kriterien zurechtgebogen, die sich mit jeder Legislaturperiode ändern, so ein Teilnehmer. Wer auf ein klares Signal in den offiziellen Daten wartet, wartet vergeblich. Die Realität ist, dass die Makrodaten spät und geschönt kommen, und wenn der Bürger sie sieht, hat der Markt die Bewegung längst eingepreist.
Das Ergebnis ist ein unbequemes Paradox: Die Schwarzmaler liegen mit der Richtung richtig, aber mit dem Datum falsch, und die Optimisten liegen mit dem Datum richtig, aber mit der Richtung falsch. Niemand wird dafür bezahlt, beides zu treffen.
Der Indikator, der wirklich zählt: die Terrasse
Während die Analysten Anleihen und Zinsen beobachten, gibt es ein zuverlässigeres Thermometer: die Auslastung der Terrassen. Mittags, bei 27 Grad in Valencia und kurzen Ärmeln in halb Spanien, ist die Gastronomie voll. Die „wird-schon-nichts"-Stimmung misst sich in servierten Wermuts, und die Zahl ist eindeutig: kein freier Tisch.
Das ist das eigentliche Problem für alle, die auf den Zusammenbruch warten. Die Realwirtschaft regt sich nicht. Die Leute gehen aus, geben Geld aus und sitzen in der Sonne. Wenn das System platzt, dann mit vollen Terrassen — die spanischste Art, pleitezugehen.
Die Frage ist nicht mehr, ob der Oktober den Crash bringt, sondern wie viele weitere Oktobere wir noch wartend verbringen werden. Und ob jemand im nächsten Jahr, bei wieder vollen Terrassen, erneut sagen wird: „Es wird im Oktober sein."
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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