Nur Internet zu Hause: Leitung zahlen oder auf Naked ADSL warten

ADSL ohne Telefon gibt es in Spanien, kostet aber bis zu 35 € inkl. MwSt., kaum 2-3 € weniger als Tarife mit Leitung. Kabel und Community-Anbieter sind die…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Nur Internet zu Hause: Leitung zahlen oder auf Naked ADSL warten
Internet ohne Telefon: die Leitungsgebühr gibt weiter den Ton an

Nur Internet zu Hause zu buchen, ohne Telefon und ohne Fernsehen, gehört in Spanien weiterhin zu den frustrierendsten Angelegenheiten des Alltags. Wer eine Verbindung mit mindestens 10 Mb für intensive Nutzung sucht —Downloads, Heimserver, mehrere Geräte gleichzeitig— stößt auf ein Angebot, das darauf ausgelegt ist, Pakete zu verkaufen, keine einzelnen Datenleitungen. Das Ergebnis: Man schluckt den Festnetzanschluss, den man nicht nutzt, oder zahlt einen Aufpreis, um ihn zu vermeiden.

Ausgangspunkt des Problems ist die Leitungsgebühr. Die Verbindung über Kupferdoppelader bleibt an die Miete des Telefonzugangs gekoppelt, und die Anbieter, die sie entkoppeln, machen das Gesamtpaket dafür teurer. Wer den Telefonanschluss ohne Gesprächstarif hält, zahlt laut einem der beschriebenen Fälle rund 16 Euro inkl. MwSt. für 6 Megas – mit der Vorsichtsmaßnahme, das Kündigungsdatum im Kalender zu vermerken, um jedes Jahr mit der Kündigung zu drohen. Die reine Alternative, entbündeltes oder Naked-ADSL, gibt es auf dem Papier seit Jahren, doch das echte Angebot ist kurz und teuer.

Was kostet ADSL ohne Festnetzanschluss?

Die in der Diskussion herangezogenen Vergleiche zeichnen ein trostloses Bild: Kaum ein Naked-ADSL-Angebot liegt unter 29 Euro ohne MwSt., was rund 35 Euro im Monat inklusive Steuern bedeutet. Das 10-Mb-Angebot von Ocean's erscheint zu diesem Preis, und Pepephones Versuch, einen Tarif ohne Leitungsentgelt anzubieten, lag bei etwa 30 Euro für 10 Mb – eine Summe, die keine Begeisterung auslöste. Das immer wiederkehrende Fazit ist unbequem: Die Ersparnis durch den Verzicht aufs Telefon beträgt gerade einmal zwei bis drei Euro gegenüber Tarifen mit Leitung.

Manche halten Kabel für den einzigen realistischen Weg. Koaxialfasernetze hängen nicht von der Kupferader der Telefónica ab, und dort tauchen Preise wie die 19,90 Euro ohne MwSt. des 10-Mb-Basistarifs von Ono auf. Das Problem ist die Abdeckung: Kabel erreicht nicht jedes Gebäude, und in vielen Häusern bleibt Kupfer die einzige Option. Für Gemeinschaften mit ausreichender Dichte gibt es das Modell des Community-Betreibers, mit Beiträgen von 10 Euro plus MwSt. ohne Mindestlaufzeit und ohne Telefonanschluss – allerdings braucht es eine Mindestzahl an Teilnehmern pro Gebäude, und nicht in jeder Region verfügbar.

Lohnt sich 3G oder 4G als Festnetz-Internet?

Die kurze Antwort lautet nein, zumindest bei intensiver Nutzung. Mobilfunkverbindungen erreichen theoretische Geschwindigkeiten von bis zu 21 Megas im Downstream und laufen in der Praxis mit 12 Megas und 800 kbps Upstream in Gebieten mit gutem Empfang, doch Datenvolumenlimits machen sie für Dauerdownloads unbrauchbar. Ein Nutzer mit Heimserver, angeschlossenem Satellitenreceiver und zwei gleichzeitig surfenden Personen verbraucht jedes Datenvolumen in Tagen. Die Option USB-Stick mit Zweitkarte – die die gleichzeitige Nutzung der Daten auf Handy und Computer erlaubt, wenn auch nicht den Empfang von Anrufen auf beiden – taugt zum Surfen, nicht für einen ganzen Haushalt.

Das technische Detail, das fast niemand erwähnt: Naked ADSL ist nicht genau dasselbe wie Internet ohne Telefon. Die Kupferader wird direkt an die Vermittlungsstelle angeschlossen, und die Sprache läuft über IP – das bedeutet, dass ein Teil der Bandbreite vom Telefondienst verbraucht wird und keine Kompatibilität mit Hausnotruf oder Notrufen bei Stromausfall besteht. Wer Naked-ADSL bucht in der Annahme, das Telefon loszuwerden, erlebt die Überraschung, dass er für die Sprache weiterhin vom Netz abhängig ist.

Die Strategie der Kündigungsdrohung

Die unter Langzeit-Betroffenen am häufigsten genannte Taktik ist die jährliche Verhandlung. Wer sich etwa bei Jazztel anmeldet, erhält die ersten sechs Monate die ADSL-Gebühr gratis und zahlt nur die Leitungsgebühr; nach Ablauf ruft man an und droht mit dem Anbieterwechsel, und meistens gibt es für weitere sechs Monate einen Rabatt. Ohne verpflichtende Mindestlaufzeit ist der Wechsel machbar, sobald sich etwas Besseres findet. Lehrbuch-Sparsamkeit: Es gibt keinen günstigen Tarif, es gibt Kunden, die jedes Jahr verhandeln.

Die Sache bleibt offen. Die Anbieter haben keinen Anreiz, einzelne Datenleitungen zu verkaufen, solange das Komplettpaket mehr Marge abwirft, und die Regulierung des Naked ADSL hat keine wettbewerbsfähigen Preise erzwungen. Solange das Kabel nicht in mehr Gebäude kommt und Glasfaser nicht vom Festnetz entkoppelt wird, zahlt jeder, der nur Internet will, weiter für ein Telefon, das nie klingelt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (36 Antworten).

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