Núcleo Nacional: Polizei greift Protest in Madrid ein

Die Demonstration von Núcleo Nacional endete mit Polizeieinsätzen, einem Verletzten und einer neuen Kundgebung am 22. November.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Núcleo Nacional: Polizei greift Protest in Madrid ein
Madrid: Polizei greift bei Núcleo-Nacional-Marsch ein

Eine der ersten Meldungen über den Marsch besagt, dass die Kolonne vom Plaza de España «keine 200 Personen» umfasse. Fünf Minuten vor dem Start schien der von Núcleo National (eine rechtsnationalistische Gruppe) einberufene Marsch eine reine Anekdote zu bleiben. Noch am selben Abend endete er jedoch mit Polizeieinsätzen, der Auflösung der Demonstration und einem jungen Mann mit gebrochenem oder fast gebrochenem Bein auf dem Bürgersteig der Marqués de Urquijo, wie ein Teilnehmer berichtete. Zwischen diesen Momenten schwankte die Zahl der Anwesenden je nach Quelle zwischen 200 und 5.000.

Was rief Núcleo National auf und warum ging es nicht um die DANA-Katastrophe?

Der Marsch startete am Plaza de España mit Ziel zum Hauptsitz der PSOE an der Straße Ferraz. Die Rufe lauteten «Mazón Rücktritt», was viele verwirrte: Einige Teilnehmer glaubten, der Protest beziehe sich auf das Management der Überschwemmungen in Valencia. Das war nicht der Fall. «Er war schon vor den Überschwemmungen angesetzt», so jemand, der von Anfang an dabei war. Die Verwirrung erstreckt sich auch auf den Namen des Organisators: Im Verlauf wird auf die Verwechslung zwischen Núcleo Nacional und Noviembre Nacional hingewiesen. Vor dem Eingreifen kreisten zudem Drohnen über dem Gebiet, was ein Nutzer als Vorbote einer Einkesselung deutete.

Wie viele Menschen waren bei der Ferraz-Demonstration?

Das hängt vom Foto und vom Zeitpunkt ab. Keine 200 Personen, lautet die erste Meldung zu den Bildern vom Start. Der Autor präzisiert später: «Es hat noch nicht begonnen.» Als die Kolonne bereits unterwegs war, stieg die Schätzung: «Da sind ziemlich viele Leute.» Und spät am Abend nannte ein Teilnehmer, der angeblich von Beginn an dabei war, die höchste Zahl: 5.000 Personen. Dazwischen liegt eine konservativere Bilanz, die den Höhepunkt bei etwa 2.000 Demonstranten sieht und feststellt, dass man damit nichts bewirke; mindestens 20.000 wären nötig.

Der Polizeieinsatz und die debattierte Doppelmoral

Die Demonstration kam mitten auf der Marqués de Urquijo zum Stillstand, ohne Zwischenfälle, bevor die Polizei eingriff. Es folgten ein teilweiser Einsatz auf der Straße und ein zweiter an der Ferraz, bis alle zerstreut waren. Ein junger Mann lag mit gebrochenem oder fast gebrochenem Bein auf dem Bürgersteig. «Wir hatten Angst wegen der Gedränge», fasst jemand zusammen, der in der ersten Reihe stand. Der Vorfall löste erneut Vergleiche mit Valencia aus. Die Kritik lautet, dass Vandalismus im Rathaus von Valencia toleriert werde, aber man sich der Tür zur Ferraz nicht weniger als 20 Meter nähern dürfe. Die Gegenreaktion ist simpel und unbequem: Wenn die Polizei gegen manche vorgeht, ist es gut, gegen andere schlecht.

Hat es Sinn, vor einem leeren Gebäude zu protestieren?

Dieser Vorwurf wird am häufigsten geäußert. Um acht Uhr abends vor einem verwaisten Gebäude mit bereits deployed Sicherheitskräften zu schreien, wirkt wie das schlechteste Szenario. Ein Teilnehmer behauptet, Restaurantbesitzer in der Gegend, die im Fernsehen auftraten, sagen, solche Proteste ruinierten ihr Geschäft. Zirkulierende Alternativen sehen spontane Aktionen an belebten Orten, an Feiertagen und früh morgens vor, um die mediale Wirkung zu verlängern. Andere fordern eine Eskalation: Autos bereithalten und zur sogenannten urbanen Guerilla übergehen. Demgegenüber steht die Standardverteidigung: Man müsse etwas gegen die als Regimeverbrecher bezeichneten tun, und irgendwo müsse man anfangen.

War es eine Vox-Demonstration?

Nein, und die Organisatoren betonen die Distanz. Der Marsch definiert sich als nationalistisch mit explizitem Ziel: das Regime von 1978 stürzen. Dabei stellt sich die Frage, was daran revolutionär sei und was davon Vox gehöre, wenn Vox nirgends in der Organisation auftaucht. Eine alte Debatte, die wiederkehrt, wenn solche Aufrufe einen eigenen Platz außerhalb der Parteiparapluies suchen.

Die Ultra-Ästhetik, die intern und extern stört

Die Liturgie des Marsches erzeugte ebenso viel Ablehnung wie der Polizeieinsatz selbst. Ein Teilnehmer beschreibt «zu viel rechtsradikales Beiwerk» und eine ästhetische Inszenierung, die Passanten sprachlos machte. Ein anderer erwähnt Begrüßungsformen, die er als «ein wenig extrem» empfindet. Aus identitärer Sicht wird kontert: Man wolle Elemente ausschließen, die nicht passen, und spreche von Jugendlichen aus Usera, Vallecas und Leganés, nicht von Rentnern oder Herren aus dem Salamanca-Viertel. Der Kampf um die Narrative findet innerhalb der Demonstration statt.

Bei diesen Zahlen ist das Problem nicht mehr, wie viele Leute in die Marqués de Urquijo passen. Sondern wie viele fehlen, damit sich etwas ändert. Der nächste Termin steht fest: 22. November. Hält die Berechnung von jener Nacht – mindestens 20.000 Teilnehmer für Veränderung –, bleibt die Kluft zwischen Ziel und Realität eine Größenordnung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (217 Antworten).

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